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BFS: Schnurlostelefone strahlen unnötig hoch
20.02.06 Ein schnurloses Telefon des DECT-Standards ist oft die stärkste
Quelle hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung im privaten Haushalt. Ein
vorsorglicher Verzicht auf schnurlose Telefone trägt zur Minimierung der
persönlichen Strahlenbelastung bei. "Allerdings könnte die Industrie
DECT-Telefone entwickeln, die die Aspekte der Vorsorge und des
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Strahlenschutzes besser berücksichtigen als die derzeitigen Geräte" sagt
Rüdiger Matthes, Experte des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS).
Schnurlose Festnetztelefone mit DECT-Standard haben keine bedarfsgerechte
Leistungsregelung. Somit senden die Basisstation und das Handgerät während des
Telefonierens immer mit der gleichen Leistung, unabhängig davon, ob der Nutzer
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mit dem Handgerät 1 Meter oder 300 Meter von der Basisstation entfernt
ist.
Um den reibungslosen Betrieb mit den Handgeräten sicherzustellen, sendet die
DECT-Basisstation - wenn nicht telefoniert wird - außerdem ein
kontinuierliches Kontrollsignal aus. Nach Ansicht des BfS sollten schnurlose
Telefone so konzipiert sein, dass sie im Stand-By-Betrieb strahlungsfrei
sind. "Erfreulicherweise gibt es jetzt neue Geräte, die genau diese Forderung
erfüllen und so die Strahlenbelastung im Haushalt senken", erklärt Matthes.
Um möglichen gesundheitlichen Risiken vorzubeugen, empfiehlt das BfS, die
persönliche Strahlenbelastung durch eigene Initiative zu minimieren. Dabei
helfen die folgenden Tipps falls Sie nicht auf ein schnurloses Telefon
verzichten möchten: Stellen Sie die Basisstation dort auf, wo Sie sich nicht
ständig aufhalten, zum Beispiel im Flur. Stellen Sie sie nicht direkt auf den
Schreibtisch. Führen Sie nur kurze Telefonate. Setzen Sie neu entwickelte
DECT-Telefone ein, die strahlungsfrei sind, wenn das Handgerät in der
Basisstation steckt.
Grundlage für die Beurteilung möglicher gesundheitlicher Beeinträchtigungen
durch die hochfrequenten Felder der DECT-Telefone sind die von der
Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung
(ICNIRP) empfohlenen Basisgrenzwerte. Diese werden als Spezifische
Absorptionsrate (SAR) angegeben. Die SAR beschreibt, welche Menge der
Strahlungsleistung (W) vom menschlichen Köper (kg) aufgenommen wird. Die
maximal zulässige SAR beträgt 0,08 W/kg für den ganzen Körper und 2,00 W/kg
für Teile des Körpers, zum Beispiel für den Kopf.
Bei DECT-Telefonen liegt der SAR-Wert für den Kopf unter 0,1 W/kg. Der
empfohlene Grenzwert von 2,0 W/kg wird also um ein Vielfaches
unterschritten. Nach dem Stand der Wissenschaft auf nationaler und
internationaler Ebene gibt es zwar Hinweise auf biologische Wirkungen, aber
keine Nachweise, dass hochfrequente elektromagnetische Felder der
DECT-Telefone gesundheitliche Schäden verursachen. Dies gilt unter der
Voraussetzung, dass die Grenzwerte eingehalten werden. Auch eine besondere
Gefährdung durch gepulste Signale, die immer wieder angeführt wird, konnte
bisher auf wissenschaftlicher Basis nicht nachgewiesen werden.
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