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Corona Warn App in Gefahr? -- Neue Sicherheitslücke bei Bluetooth --Google und Intel warnen

• 16.10.20 Die Bluetooth Schnittstelle spielt bei der neuen Corona Warn App eine zentrale Rolle. Dabei ist bekannt, dass man bei der Bluetooth Schnittstelle bei der Verwendung von WLAN-Chips von Broadcom und Cypress Semiconductor Teile des WPA2-verschlüsselten Datenverkehrs mitlesen kann. Dieses hatten zuletzt Forscher der TU Darmstadt bestätigt. Neu ist nun eine aktuelle Warnung von Google und Intel bzgl. einer Bluetooth Sicherheitslücke im Linux System.

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Corona Warn App in Gefahr? -- Neue Sicherheitslücke bei Bluetooth --Google und Intel warnen

Die neuen Bluetooth Sicherheitslücke hat mit Bleedingtooth (CVE-2020-12351) auch schon eine Bezeichnung bekommne. So warnen Google und Intel vor der Sicherheitslücke in der Linux-Bluetooth-Implementierung Bluez.

>Corona Warn App in Gefahr? -- Neue Sicherheitslücke bei Bluetooth --Google und Intel warnen
Corona Tracing App in Gefahr? -- Neue Sicherheitslücke in
Samsung-Handys entdeckt
-Abbildung: (Pixabay License)/ pixabay.com

Der Sicherheitsforscher bei Google, Andy Nguyen, spricht von einer Code-Ausführung ohne Interaktion, wenn man sich in der Bluetooth-Reichweite befindet. Dagegen redet Intel von einer Rechteausweitung, wenn man in Reichweite ist. Da allerdings keine gepatchten Bluez-Versionen zur Verfügung stehen, muss von einem Risiko ausgegangen werden. Daher sind auch Smartphones betroffen, welche die Linux-Bluetooth-Implementierung Bluez Implementierung nutzen.

Linux Versionen bekommen Patches

So bekommen entsprechende Linux-Versionen die Patches in der Regel sehr schnell verteilt, bei Smartphones und Internet-of-Thing-Geräten ist es aber von den jeweiligen Herstellern abhängig, ob es hier zu einem Patch kommt. Daher dürften bei Geräten, welche eh schlecht gewartet werden, die Lücken oftmals sehr spät oder nie geschlossen werden.

Nach unserem Wissen sind es dann keine Apple iPhones, Samsung- und Huawei Smartphones, welche von der neuen Sicherheitslücke betroffen sind.

Sicherheitslücken in Samsung-Handys entdeckt

Aber zuletzt gab es aber schon ein Sicherheitsproblem beim Samsung Galaxy S8, welches über die Bluetooth Schnittstelle angreifbar ist. Der Hersteller Samsung hat die Sicherheitslücke bestätigt.

So hat man bei einer Analyse der Bluetooth-Verbindungen verschiedener Smartphones entdeckt, dass es beim Galaxy S8 Probleme durch eine unzureichende Verschlüsselung gibt. Dieses haben die Forscher von der TU Darmstadt entdeckt, Erstmals hatte der "Spiegel" darüber berichtet.

Dabei können Angreifer bei einer Bluetoothverbindung Daten abfangen und innerhalb kürzester Zeit entschlüsseln. Dazu man sich laut den Forschern nur innerhalb einer Reichweite des Bluetooth-Funks mit rund 10 Metern aufhalten.

Das Problem wurde nun auch vom Hersteller Samsung bestätigte und es soll einen entsprechenden Sicherheitspatch geben. Betroffen sind die Geräte Galaxy S8, Galaxy S8+ und das Note 8. Diese drei Geräte waren 2017 auf den Markt gekommen.

Laut den Forschern sind nicht die auf dem amerikanischen Markt vertriebenen Samsung Modelle betroffen. Ansonsten wurden Bluetooth-Chips der Firma Broadcom verwendet, welche bekannt sind für Probleme bei der Verschlüsselung. Die Modellnummer der betroffenen G8-Telefone lautet SM-G950F. Sie befindet sich auf der Rückseite des Telefons.

Bluetooth Schnittstelle dient für Corona Tracing App

Apple hatte zuletzt auf die neuen Bluetooth Anforderungen bedingt durch die neue Tracing App reagiert. Auch Google hatte nachgelegt. Dabei wurde nun auch bekannt, dass die GPS Funktion dabei abgeschaltet wird. Somit können die Nutzer nicht lokalisiert werden. Was gut für den Datenschutz ist, ist aber schlecht für die Überwachung, besonders wenn der Staat dabei im Spiel ist. Bei der kommenden Corona Tracing App in Deutschland wird es auch um Datensparsamkeit gehen. So erinnert der Europarat an das Gebot der Datensparsamkeit. Dabei haben 55 Länder eine Datenschutzkonvention unterzeichnet, welche die Länder verpflichtet die eigene Datenschutzgesetze gemäß der Konvention auszurichten.

Die beiden großen Smartphone Konzerne Apple und Google haben nun die Smartphone-Standortbestimmung für die Corona-App ausgeschaltet bei der Erkennung von Bluetooth-Signalen. Allerdings halten einige Entwickler der Apps die GPS-Daten aber für wichtig.

Corona Tracing App: Datensparsamkeit gilt in Deutschland zu bebachten
Corona Tracing App: Datensparsamkeit gilt in
Deutschland zu beachten -Bild: Telekom

So wollen Apple und Google bei ihrem gemeinsamen Kontaktverfolgungssystem zur Warnung und Rückverfolgung von Corona Virusinfektionen die Standortbestimmung abschalten, und entsprechen damit der Forderungen nach der Datensparsamkeit.

Gefahr der Lokalisierung durch GPS in wenig besiedelten Gebieten

Die örtliche Lokalisierung durch GPS kann gerade auf dem Lande zur Feststellung von Personen werden und widerspricht damit der Anonymität der Beteiligten, so unser Chefredakteur von Redaktionsnetzwerk Tarifrechner, Dipl. Inform. Martin Kopka. Mitunter ist es sogar kriminell wenn die GPS Daten aufgezeichnet werden, da auch Anwälte, Steuerberater und Journalisten durch die Verwendung der Corona Tracing App ihre Bewegungsabläufe offenbaren würden, so die Kritik vom Chefredakteur weiter.

Bei der Volkszählung kann man diesen gravierenden Fehler beim Datenschutz auch erleben, welcher bisher noch nie beseitigt wurde, so die Kritik vom Chefredakteur, Dipl. Inform. Martin Kopka. So bekommen große Firmen eine eigene Postleitzahl. Wer "Gewerkschaftsvertreter" als Beruf angibt, kann sofort in der Firma identifiziert werden, da die Postleitzahl auf dem Mantelbogen angegeben werden muss. Immerhin geht es hier um die "anonyme Volkszählung". Auf dem Dorf gilt das Gleiche. Hier gibt es eine Postleitzahl mit wenigen Einwohnern. So ist der Geschäftsführer einer IT-Firma, Fahrschule, Bäckerei, Anwaltskanzlei, Steuerberaterkanzlei oder Handwerksbetrieb etc. leicht identifizierbar, da immer der Tätigkeitsbereich der Firma bei der "anonymen Volkszählung" abgefragt wird.

Datenschutz soll oberstes Ziel sein

Nun bekräftigen beide Unternehmen, dass die Privatsphäre und die Verhinderung des Sammelns von Nutzerdaten ein vorrangiges Ziel sei. Durch sogenannte "Corona-Apps" sollen Ansteckungen nachverfolgbar werden, indem erfasst wird, welche Smartphones einander nahegekommen sind.

Corona Tracing App: Datensparsamkeit gilt in Deutschland zu beachten

Zuletzt gab es großen Unmut über die neue Corona Tracing App. Immerhin verspielte hier die Politik schon viel Vertrauen in eine eigentlich wünschenswerten App, welche bei der Pandemie-Bekämpfung helfen könnte. Zuvor stritten sich hier schon die Entwickler wegen der Datensicherheit auf einen zentralen Server. Nun hat die Bundesregierung bekannt gegeben, dass die Telekom und SAP die neue Corona Tracing App entwickeln und zur Marktreife zu bringen sollen.

Dabei geht es auch um die Kontrolle der erhobenen Daten und damit auch um die Datensparsamkeit, welche nun in einer aktuellen Stellungnahme die italienische Datenschützerin Alessandra Pierucci und der Datenschützer des Europarates Jean-Philipp Walter anmahnen.

Mit der aktuellen Konvention 108 haben sich 55 Länder verpflichtet die Datenschutzkonventionen zu beachten.

Bei dem Datenschutz Übereinkommen geht es um einen völkerrechtlich verbindlichen Vertrag zum Schutz des einzelnen vor Missbrauch bei der elektronischen Verarbeitung personenbezogener Daten. Gleichzeitig wird die grenzüberschreitende Übermittlung personenbezogener Daten geregelt.

Neben den vorgesehenen Garantien bei der Verarbeitung personenbezogener Daten auf Computer verbietet das Übereinkommen die Verarbeitung "sensibler" Daten über Rasse, politische Anschauung, Gesundheit, Religion, Sexualleben, Vorstrafen usw., sofern das innerstaatliche Recht keinen geeigneten Schutz gewährleistet. Das Übereinkommen garantiert ebenfalls das Recht des einzelnen, die zu seiner Person gespeicherten Informationen zu erfahren und auch eine eine Berichtigungen zu fordern.

Diese Rechte können nur dann eingeschränkt werden, wenn wichtige Staatsinteressen wie die öffentliche Sicherheit auf dem Spiel steht.

Das Übereinkommen schreibt darüber hinaus Einschränkungen beim grenzüberschreitenden Datenverkehr vor, wenn Daten in Staaten übermittelt werden sollen, in denen es keinen vergleichbaren Schutz gibt.

Bluetooth Schnittstelle sollen Messungen durchführen

Die Corona-App soll unter der Nutzung von Bluetooth-Low-Energy den Abstand zwischen Personen messen und ermöglichen, dass die Mobilgeräte sich die Kontakte merken, die die vom RKI festgelegten Kriterien (Nähe und Zeit) erfüllt haben.

Hierbei tauschen die Smartphones die temporären Identitäten aus. Werden Nutzer der Corona-App positiv auf das Corona-Virus getestet, können sie auf freiwilliger Basis ihre Kontakte durch die App informieren lassen. Dabei werden im Infektionsfall die IDs des Infizierten allen Mobiltelefonen der App-Nutzer zur Verfügung gestellt.

Diese können daraufhin überprüfen, ob sie mit den übermittelten IDs in Kontakt waren. Im Falle einer Übereinstimmung wird der Nutzer über den kritischen Kontakt gewarnt.

Der Infizierte soll dabei nicht erfahren, welche seiner Kontakte informiert werden und die Kontaktierten erfahren nicht, wer der Infizierte ist. Ein Missbrauch der Meldung des Infektionsstatus ist nicht zulässig und soll durch technische Maßnahmen verhindert werden.

Nach Fertigstellung durch die Telekom und die SAP wird die Corona-App durch das Robert-Koch-Institut herausgegeben. In einer nachfolgenden zweiten Stufe ist zudem geplant, einen Forschungsserver einzurichten, der auf Basis freiwilliger Datenspenden der Nutzer die pseudonymisierten Daten zur qualitätssichernden Analyse der Corona-App nutzen kann.

Bundesamt veröffentlicht Sicherheitsanforderungen für Gesundheits-Apps

Durch die entsprechende Technische Richtlinie vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, müssen mobile Gesundheitsanwendungen besonders achtsam mit sensiblen und besonders schützenswerten persönlichen Daten umgehen. Das Bundesamt Informationstechnik (BSI) hat dazu eine Technische Richtlinie (TR) entwickelt.

Die TR "Sicherheitsanforderungen an digitale Gesundheitsanwendungen" (BSI TR-03161) ist unabhängig von und bereits im Vorfeld der gegenwärtigen Corona-Pandemie für Gesundheits-Apps entwickelt worden. Sie kann grundsätzlich für alle mobilen Anwendungen, die sensible Daten verarbeiten und speichern, herangezogen werden. Grundsätzlich fordert das BSI, Sicherheitsanforderungen von Anfang an bei der Software-Entwicklung mitzudenken.

"Sensible Gesundheitsdaten verdienen einen besonderen Schutz. Sowohl das jeweilige Smartphone der Nutzerinnen und Nutzer als auch die Hintergrundanwendungen auf Seiten der Anbieter müssen daher ein Mindestmaß an Sicherheit vorweisen können. Denn die Veröffentlichung solch sensibler Daten wie Pulsfrequenz, Schlafrhythmus oder Medikationspläne, lässt sich nicht ungeschehen machen. Hier kann nicht, wie im Falle eines Missbrauchs beim Online-Banking, der Fehlbetrag zurückgebucht werden. Mit der nun bereitgestellten Technischen Richtlinie stellt das BSI als die Cyber-Sicherheitsbehörde des Bundes einen wichtigen Leitfaden zur Verfügung, damit die Anwendungen das erforderliche IT-Sicherheitsniveau erreichen können.", so der Präsident des BSI, Arne Schönbohm.

Die technische Richtlinie verfolgt die grundsätzlichen Schutzziele der IT-Sicherheit: Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. Sie kann als Mindestanforderung für den sicheren Betrieb einer Anwendung betrachtet werden.

In zukünftigen Versionen sollen auf Grundlage der Erfahrungen und der Rückmeldungen aus der Industrie, Erweiterungen vorgenommen, die eine Zertifizierung von Apps nach dieser Technischen Richtlinie ermöglichen.

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