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Telekom Bilanz: Aktionäre enttäuscht über schlechte Dividende --Kritik an Führung

• 22.06.20 Bei der Telekom steht alles im Zeichen des schnellen 5G Netz Ausbaus. Auch hat die Telekom im letzten Jahr ein Rekordergebnis eingefahren. Dafür gibt es aber im Gegenzug weniger Dividenden-Auszahlung. Dieses verärgert daher die Aktionäre. Kurz vor der Hauptversammlung hatte die Telekom sogar noch mal Nebelkerzen beim wohl nun nicht mehr so "schnellen" 5G Telekom-Mobilfunknetz in der Fläche gezündet.

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Telekom Bilanz: Aktionäre enttäuscht über schlechte Dividende --Kritik an Führung

Am letzten Freitag gab es die erste virtuelle Hauptversammlung der Unternehmensgeschichte. Dabei schloss das Unternehmen für das Jahr 2019 mit einem Konzernüberschuss von 3,9 Milliarden Euro. Das ist nach eigenen Angaben das beste Ergebnis jemals.

Telekom Quartalszahlen: 46,960 Millionen Mobilfunkkunden --13 Millionen Breitbandanschlüsse
Telekom Zentrale bei Nacht -Bild: Telekom

In der Regel schüttet man dann an die Aktionäre einen entsprechend hohe Dividende aus. Nun zeigen sich aber viele Aktionäre enttäuscht und es hagelt daher Kritik an die Unternehmsführung.

So hatte das Management bei der Hauptversammlung eine Dividende von 60 Cent je Aktie vorschlagen, ein Jahr zuvor waren es noch 70 Cent. Also 14 Prozent weniger als im Vorjahr. Begründet wird das durch Übernahme des einstigen Rivalen Sprint auf dem US-Markt und den daraus resultierenden Schulden. Daher sehen sich viele Aktionäre laut Facebook und Twitter nun abgestraft durch weniger, statt mehr bei der Dividendenzahlung.

Daher spart die Aktionärsvereinigung DSW nicht an der Kritik. "Aus Sicht der DSW sollte ein Rekordergebnis grundsätzlich auch mit einer Rekorddividende einhergehen. Insofern ist die erstmals zur Hauptversammlung 2020 wirkende Anpassung der Dividendenpolitik, die zu einer Reduzierung der Gewinnausschüttung um 14,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr führt, natürlich bedauerlich", sagte DSW-Vertreter Frederik Beckendorff gegenüber den Medien.

Telekom Quartalszahlen: 46,960 Millionen Mobilfunkkunden --13 Millionen Breitbandanschlüsse

Im letzten Jahr hatte die Telekom nun 46,189 Millionen Mobilfunkkunden, am 31.03.2020 waren es 46,960 Millionen Kunden. Damit hatte die Telekom einen Zuwachs von 771.000 Mobilfunkkunden. Dieses ist eine Steigerung von 1,7 Prozent.

Mit 83.000 neuen Breitbandkunden erreichte die Telekom in Deutschland den besten Wert seit zwei Jahren. Auch die TV-Kundenzahl legte mit 60.000 neuen Nutzern von MagentaTV deutlich zu.

Ende März 2020 konnten im Telekom Netz 32,4 Millionen Haushalte einen Tarif mit Internet- Geschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) oder mehr, 22,9 Millionen Haushalte einen Tarif mit bis zu 250 MBit/s oder mehr buchen.

Die Zahl der Haushalte, die mit reinen Glasfaser-Anschlüssen (FTTH/FTTB) angebunden sind, stieg im Vergleich zum Jahresende 2019 um 127 Tausend und beträgt rund 1,7 Millionen. Hier sind Geschwindigkeiten bis zu einem Gigabit pro Sekunde möglich. Seit Jahresanfang 2020 haben 1,3 Millionen Haushalte vom Breitband-Ausbau der Deutschen Telekom profitiert.

Im letzten Quartal fragwürdige Zählweise von 14,4 Millionen glasfaserbasierte Anschlüssen

Bei der letzten Quartals-Meldung wurden 14,4 Millionen glasfaserbasierte Anschlüsse aufgeführt. Wir haben dieses damals kritisiert. Es handelte sich bei der Telekomzählweise nicht um Fibre to the Home(FTTH) Anschlüsse, da diese nicht beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Kurzbericht zum Breitbandatlas auftauchen.

Im neuen Quartalsbericht sind nun exakt 8,787 Millionen Glasfaseranschlüsse aufgeführt, davon reine Glasfaser-Anschlüsse (FTTH/FTTB) 1,7 Millionen. Diese Zahl ist dann auch schon realistischer und deckt sich mit den Angaben im Breitbandatlas der Bundesnetzagentur von zuletzt 14,4 Millionen Haushalte mit Zugang zu Gigabit-Anschlüssen. Dabei hatte Vodafone durch den Aufkauf von Unitymedia und Kabel-Deutschland die Kabel-Leitungen auf Gigabit Tauglichkeit aufgerüstet und dominiert nun den Breitbandmarkt, so dass 4 von 5 Gigabit Anschlüsse von Vodafone kommen. Im Februar gab es dann nochmals seit dem Bericht gute 5 Millionen Gigabit Anschlüsse auf Basis von Kabelnetzen von Vodafone hinzu, so dass fast 19 Millionen Gigabit Anschlüsse in Deutschland vorhanden sein müssten, wovon nun rund 17 Millionen Anschlüsse von Vodafone kommen.

Wir hatten damals vermutet, dass ein Großteil der glasfaserbasierten Anschlüsse der Telekom an den Schaltverteilern an der Strasse mitgezählt wurden, wohin das Glasfaserkabel führt. Nur durch kostenintensivere Maßnahmen gibt es einen FTTH Anschluss bis ins Gebäude der Kunden.

Telekom 5G Netzausbau: Statt Gigabit Speed gibts auf dem Lande nur 225 Mbit

Da es immer noch wenige 5G Smartphones gibt, profitieren allerdings auch normale LTE Kunden von den Antennen Updates. So steigt auf dem Lande der maximale Speed von 75 Mbit/s auf 225 Mbit/s. Derzeit haben die Vodafone und O2 LTE Masten auf dem Lande einen maximalen Speed von 150 Mbit/s. Diesen aber schon seit den Jahren 2015 und 2016, je nach Ausbaustufe. Daher hat die Telekom fast 5 Jahre gebraucht, um hier die Konkurrenz zu überholen.

Telekom 5G Netzausbau: Statt Gigabit Speed gibts auf dem Lande nur 225 Mbit
Telekom: Wir jagen Funklöcher -Telekom schließt weitere
180 Funklöcher, Kritik an Telekom Netzausbau -Screenshot: Telekom

Damit die Mobilfunksender gleichzeitig 5G und 4G LTE Smartphones bedienen können, benutzt man beim 5G LTE Netzausbau mit Dynamic Spectrum Sharing eine neue Technologie, mit der man gleichzeitig das 4G- und 5G Netz mit nur einer Antenne realisieren kann.

Wer dann wirklich, den echten Gigabit Speed bei der Telekom haben will, muss sich eine 5G Antenne suchen, welche im 3,6 GHz Bereich funkt. Dazu hat die Telekom auch aktuell ihre 5G Netzausbaukarte erweitert. Aber richtige Freude kommt bei den 5G Lücken natürlich nicht auf. Auch für die LTE Altkunden, auch von den Handydiscountern, gibt es ein Update bei den städtischen Gebieten auf bis zu 600-800 Mbit/s. Derzeit sind es hier maximale 300 Mbit/s gewesen. Dazu müssen sich die Nutzer im Telekom Netz einen Sender mit einer 2,1 GHz Technologie suchen.

Zuletzt gab es sogar in der Landeshauptstadt Kiel von Schleswig Holstein derzeit nur einem maximalen LTE Speed von 75 Mbit/s. Dafür ist die Telekom Netzabdeckung in der nördlichsten Landeshauptstadt allerdings sehr gut, was immer wieder auswärtige Fussball-Fans bei Heimspielen der Kieler Störche bestätigen können.

Telekom: Wir jagen Funklöcher: Bürgermeister lehnt Telekom Angebot ab -- 1 Euro Jahresmiete zu wenig

Allerdings gibt es auch in Deutschland noch immer reichlich Funklöcher im Telekom Netz. Nun will die Telekom weitere 180 Bewerbungen in ihr Ausbauprogramm 2021/2022 aufnehmen und mit LTE versorgen. Allerdings ist die Telekom immer noch verpflichtet die Versorgungsauflagen aus der 4G-Auktion einzulösen.

Zwischen dem August und November vergangenen Jahres bewarben sich 539 Kommunen um einen LTE-Mobilfunkmast der Telekom im Rahmen der Aktion "Wir jagen Funklöcher". Damit wurden in kurzer Zeit Funklöcher identifiziert, Standorte für Masten gefunden und schnelle Genehmigungen in Aussicht gestellt.

Telekom: Wir jagen Funklöcher -Telekom schließt weitere 180 Funklöcher, Kritik an Telekom Netzausbau
Telekom: Wir jagen Funklöcher -Telekom schließt weitere
180 Funklöcher, Kritik an Telekom Netzausbau -Bild: Telekom

So hat die Gemeinde Nemsdorf-Göhrendorf in Sachsen-Anhalt den geplanten LTE Standort abgelehnt. Zum einen machte man sich sorgen über "möglicher elektromagnetischer Strahlung mit unabsehbaren Folgen für die Gesundheit" und den Preis zurückgegeben.

Zum anderen hat der Bürgermeister Jürgen Reh einen weiteren Grund für die Ablehnung genannt. "Einen Euro sollten wir Miete für den Standort bekommen, dabei wissen wir, dass die Telekom im Nachbarort 2.000 Euro zahlt.", so der Bürgermeister gegenüber dem Online-Portal golem.de.

Eigentümer freuen sich über warmen Geldsegen beim 5G Ausbau

Gegenüber der Wirtschaftswoche haben sich Vermieter und Eigentümer über einen warmen Geldsegen gefreut. Hier liegen die jährlichen Zahlungen von den Mobilfunkprovidern bei den neuen 5G Mobilfunkstandorten bei 5.000 bis 20.000 Euro. So würden die Antennen auf dem Dach eines Mietshauses schnell so viel Zusatzertrag einbringen, wie von zwei bis drei Wohnungen.

Kritik an der Telekom

Die Kommunen mit einem schlechten Mobilfunkempfang fühlen sich wohl dabei wie Bittsteller. Dabei ist die Telekom zu einer Grundversorgung beim 4G-LTE Mobilfunkempfang verpflichtet, so jedenfalls die Bedingungen laut der letzten 4G-Frequenz Auktion. Zuletzt hatte der Unionsfraktionsvize Ulrich Lange der Deutschen Telekom, O2 und Vodafone Versagen beim Ausbau des Mobilfunknetzes vorgeworfen.

Bereits im Februar hatte die Telekom die ersten 50 Gewinner bekanntgegeben, die noch in diesem Jahr einen Funkmast bekommen sollen. Mit Vielbach und Dettelbach sind in zwei dieser Gemeinden die Funkmaste bereits in Betrieb und das Funkloch geschlossen. In den 50 weiteren Gewinner-Kommunen, die im April bekanntgegeben wurden, soll der Ausbau ebenfalls noch in diesem Jahr starten.

Die Funknetzplaner der Telekom haben die von den Kommunen vorgeschlagenen Mobilfunk-Standorte bereits geprüft. Ab Ende des Jahres werden Vor-Ort-Termine stattfinden, um festzustellen, ob der Standort tatsächlich nutzbar ist. Anschließend wird ein Mietvertrag zwischen Telekom und der Kommune bzw. dem Standortbesitzer abgeschlossen. Danach beginnt der Bau des Mobilfunkmasts.

Beirat der Bundesnetzagentur spricht offen von Betrug beim Breitbandausbau

Wenn es um das schnelle Surfen im Internet geht, geben die Provider immer den maximalen Highspeed an. Allerdings wird der maximale Speed nicht immer bei den Nutzern im Festnetz erreicht, so die Bundesnetzagentur bei ihrem nun vierten Breitbandbericht. Nun machte sich auch ein Mitglied des Beirats der Bundesnetzagentur öffentlich Luft und spricht von Betrug an den Kunden. So werden laut Ralph Lenkert, Mitglied des Beirates der Bundesnetzagentur, Kunden werden mit falschen Angaben zu verfügbaren Übertragungsraten betrogen.

Die Mobilfunkkonzerne hätten die Auflagen aus der Auktion der LTE-Frequenzen (4G-Standard) von 2015 bis Ende 2019 erfüllen müssen, so Lange.

"Die Verschleppungstaktik der Mobilfunknetzbetreiber ist unverantwortlich. Wer behauptet, er habe alle seine Hausaufgaben richtig gemacht und gleichzeitig eine Fristverlängerung von einem Jahr verlangt, kann auf kein Verständnis hoffen", sagte Lange.

Laut dem aktuellen vierten Jahresbericht der Bundesnetzagentur beim Breitbandausbau haben beim Festnetz nur 16 Prozent der Anschlüsse die angebotene Übertragungsrate erreicht und bei 30 Prozent nicht einmal die Hälfte.

Im Mobilfunknetz haben nur 1,5 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer vertragsgemäße Datenraten und nur 16 Prozent wenigstens die Hälfte des Angebotes erhalten. Dieses ist laut Ralph Lenkert, Mitglied im Beirat der Bundesnetzagentur, ein Betrug, der beendet werden muss und für den Telekommunikationsanbieter spürbare Bußgelder verdient haben.

"Der verherrlichte Wettbewerb bei Datenkommunikation führt weiter zu abgehängten Regionen. Kunden werden mit falschen Angaben zu verfügbaren Übertragungsraten betrogen. Ein falscher Anbieter, ein falsches Netz bedeuten für die Kunden gerade heute, in Zeiten der Kontaktbeschränkungen für Infektionsschutz, dass Kontakte zu Familie und Freunden sowie die Arbeitsfähigkeit erschwert bis unmöglich werden", erklärt Ralph Lenkert, Mitglied im Beirat der Bundesnetzagentur, anlässlich der Veröffentlichung der Ergebnisse der Breitbandmessung durch Bundesnetzagentur.

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