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Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt: Infrastruktur der Emotet Schad Software zerschlagen

• 27.01.21 Wenn es um die Sicherheit der IT-Geräte im eigenen Haushalt geht, dann können nur selten die Nutzer ihre Geräte schützen. Dabei nimmt die Bedrohungen durch Cyberkriminelle stetig zu, teilt der Branchenverband Bitkom zuletzt mit. Nun hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im neuen "Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2020"
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klargestellt, dass die Corona-Pandemie einen großen Einfluss auf die Cyber-Sicherheitslage in Deutschland hat. Auch bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt vermeldet man Erfolg bei Zerschlagung der Emotet Schad Software.

Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt: Infrastruktur der Emotet Schad Software zerschlagen

So gab es am gestrigen Dienstag im Rahmen eine international konzertierten Aktion mit Strafverfolgungsbehörden aus den Niederlanden, der Ukraine, Litauen, Frankreich sowie England, Kanada und den USA. Dabei wurde die Infrastruktur der Schadsoftware Emotet mit Unterstützung von Europol und Eurojust übernommen und zerschlagen.

Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt: Infrastruktur der Emotet Schad Software zerschlagen
Infrastruktur der Emotet Schad Software zerschlagen
--Abbildung: (Pixabay License)/ pixabay.com

Emotet galt als derzeit gefährlichste Schadsoftware weltweit und hat auch in Deutschland neben Computern zehntausender Privatpersonen eine hohe Anzahl von IT-Systemen von Unternehmen, Behörden und Institutionen infiziert, wie beispielsweise die des Klinikums Fürth, des Kammergerichts Berlin, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) oder der Stadt Frankfurt am Main.

So konnte der Virus Emotet unbemerkt ein Opfersystem infizieren und weitere Schadsoftware nachladen. Etwa zur Manipulation des Online-Bankings, zum Ausspähen von gespeicherten Passwörtern oder zur Verschlüsselung des Systems für Erpressungen. Die Nutzung dieses durch die Täter geschaffenen "Botnetzes" wurde zusammen mit der Nachladefunktion von beliebiger Schadsoftware gegen Entgelt angeboten.

Deshalb kann das kriminelle Geschäftsmodell von Emotet als "Malware-as-a-Service" bezeichnet werden. Es bot weiteren Kriminellen die Grundlage für zielgerichtete Cyber-Angriffe. Alleine in Deutschland ist durch Infektionen mit der Malware Emotet oder durch nachgeladene Schadsoftware ein Schaden in Höhe von mindestens 14,5 Millionen Euro verursacht worden.

Die Ermittlungen von ZIT und BKA gegen die Betreiber der Schadsoftware Emotet und des Emotet-Botnetzes wegen des Verdachts des gemeinschaftlichen gewerbsmäßigen Computerbetruges und anderer Straftaten werden seit August 2018 geführt.

Im Rahmen dieses Ermittlungsverfahrens wurden zunächst in Deutschland verschiedene Server identifiziert, mit denen die Schadsoftware verteilt und die Opfersysteme mittels verschlüsselter Kommunikation kontrolliert und gesteuert werden.

Da sich die auf diese Weise identifizierten Bestandteile der Emotet-Infrastruktur in mehreren Ländern befinden, sind die gestrigen Maßnahmen zum "Takedown" auf Initiative von ZIT und BKA in enger Kooperation mit den betroffenen internationalen Strafverfolgungsbehörden durchgeführt worden.

Beamte des BKA sowie Staatsanwälte der ZIT haben dabei in Deutschland bisher bereits 17 Server beschlagnahmt. Daneben sind auf Ersuchen der deutschen Strafverfolgungsbehörden auch in den Niederlanden, in Litauen und in der Ukraine im Rahmen von internationalen Rechtshilfemaßnahmen weitere Server beschlagnahmt worden.

Durch dieses von Europol und Eurojust koordinierte Vorgehen ist es nicht nur gelungen, den Zugriff der Täter auf die Emotet-Infrastruktur zu unterbinden. Auch umfangreiche Beweismittel wurden gesichert. Zudem konnte im Rahmen der Rechtshilfemaßnahmen in der Ukraine bei einem der mutmaßlichen Betreiber die Kontrolle über die Emotet-Infrastruktur übernommen werden.

Für die Behörden stellt das Zerschlagen der Emotet-Infrastruktur einen bedeutenden Schlag gegen die international organisierte Internetkriminalität und zugleich eine wesentliche Verbesserung der Cybersicherheit in Deutschland dar.

Cyber-Angriffe auf Unternehmen und Institutionen nehmen zu

Zuletzt hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer und BSI-Präsident Arne Schönbohm in Berlin einen neuen Lagebeicht vorgestellt.

So arbeiten viele Menschen währen der Corona-Pandemie im Homeoffice. Viele Videokonferenzen wurden kurzfristig eingerichtet und Unterricht wird als Home-Schooling mit Laptop und Webcam abgehalten. Viele dieser Maßnahmen sind spontan umgesetzt worden. IT- und Datensicherheit spielte dabei oft eine untergeordnete Rolle.

Die aktuelle Gefährdungslage ist weiterhin geprägt von Cyber-Angriffen mit Schadsoftware, die in immer neuen Varianten und mit teils ausgefeilten Methoden eingesetzt wird. Die Zahl der Schadprogramme übersteigt inzwischen die Milliardengrenze. Allein im Berichtszeitraum sind 117,4 Millionen neue Varianten hinzugekommen, somit etwa 320.000 neue Schadprogramme pro Tag.

Weiterhin dominant ist die Schadsoftware Emotet, die das BSI schon vor rund zwei Jahren als gefährlichste Schadsoftware der Welt bezeichnet hatte. Sie bietet Angreifern zahlreiche fortschrittliche Angriffsmöglichkeiten. Daten werden immer öfter nicht nur verschlüsselt, sondern von Cyber-Kriminellen kopiert und ausgeleitet. Die Angreifer drohen zusätzlich damit, die Daten an Interessenten zu verkaufen oder zu veröffentlichen. Damit erhöhen die Angreifer den Druck auf das Opfer, der Lösegeldforderung nachzukommen.

Von den Cyber-Angriffen betroffen sind Unternehmen und Institutionen aller Größen und Branchen. So wurden Automobilhersteller und ihre Zulieferer angegriffen, ebenso wie Flughäfen und Fluggesellschaften. Auch kleine und mittelständische Unternehmen, die sich durch Alleinstellungsmerkmale wie zum Beispiel die Produktion spezieller Komponenten im Maschinenbau auszeichnen, wurden Opfer von Cyber-Angriffen. Ebenso waren kommunale Verwaltungen, Krankenhäuser und Hochschulen von Ransomware-Angriffen betroffen.

"In der akuten Situation habe ich durchaus Verständnis dafür. Jetzt aber, nachdem sich vieles eingespielt hat, gilt es, dieses 'neue Normal' nachhaltig und sicher zu gestalten. Tun wir dies nicht, dann werden wir die Folgen in einigen Wochen oder Monaten spüren. Wenn wir weiterhin von der Digitalisierung profitieren wollen, dann dürfen wir es Angreifern nicht zu leicht machen. Der neue Lagebericht des BSI macht aber auch deutlich, dass wir die Cyber-Sicherheit in Deutschland ein gutes Stück vorangebracht haben. Als Cyber-Sicherheitsbehörde des Bundes übernimmt das BSI Verantwortung, indem wir uns mit den Risiken der Digitalisierung auseinandersetzen und aufzeigen, wie wir diesen wirksam begegnen können", erklärt BSI-Präsident Arne Schönbohm.

Bei Daten-Leaks waren in einem Fall allein in Deutschland im Zeitraum von Juli bis September 2019 etwa 15.000 Patientendatensätze mit mehreren Millionen medizinischen Bildern öffentlich ohne Passwortschutz zugänglich. Die Informationen lagen auf sogenannten PACS-Servern (Picture Archiving and Communication Systems), die im Gesundheitswesen zur Bildarchivierung genutzt werden.

Branchenverband Bitkom zum Lagebericht der IT-Sicherheit

Laut einer Bitkom-Umfrage haben Cyberangriffe in den Jahren 2018 und 2019 bei 70 Prozent der Unternehmen in Deutschland zu Schäden geführt. Im vergangenen Jahr gingen 82 Prozent der Unternehmen davon aus, dass die Zahl der Cyberattacken auf ihr Unternehmen weiter zunehmen wird.

"Zu Beginn der Corona-Pandemie war für viele Unternehmen das einzige Ziel, ihr Kerngeschäft aufrechthalten zu können. Beim Wechsel zu Tele-Arbeit und Homeoffice spielte IT-Sicherheit nur eine untergeordnete Rolle. Das hat es vielen Cyberkriminellen leichter gemacht, IT-Systeme anzugreifen.", so Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung.

Umfrage: Nur selten können Internet-Nutzer ihre Geräte sichern

Nur 31 Prozent der Internet-Nutzer fühlen sich derzeit in der Lage, Geräte wie Smartphone oder Computer ausreichend vor Angriffen durch Internetkriminelle zu schützen.

Und 66 Prozent sagen, dass sie es gar nicht merken würden, wenn Fremde ihren Computer oder das Smartphone über das Internet ausspionieren würden, so dass Ergebnis einer Umfrage des Branchenverbandes.

"Grundlegende Digitalkompetenzen sind auch für die eigene Sicherheit im Internet entscheidend", sagt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung. "Gegen die meisten Bedrohungen im Internet helfen schon einfache Maßnahmen.".

Kampf gegen Cyberkriminelle

Im Kampf gegen Cyberkriminelle wünscht sich die große Mehrheit der Internet-Nutzer mehr Polizeipräsenz im Netz. 87 Prozent stimmen der Aussage zu, dass die Politik mehr Geld in spezielle Polizeieinheiten investieren sollte, um gezielt gegen Internetkriminalität vorzugehen. 82 Prozent fordern von der Polizei einen 24-Stunden- Notruf für Betroffene von Cyberkriminalität.

Auch wissen viele Nutzer (46 Prozent) gar nicht, an wen sie sich wenden können, um sich über Schutzmaßnahmen vor Internetkriminalität zu informieren. Daher wünschen sich viele Nutzer zurecht mehr Aufklärung beim Thema IT-Sicherheit, so die Kritik des Branchenverbandes.

Bundesamt für Sicherheit: 5 Jahre Updates für Smartphones gefordert

Zuletzt hatte schon das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) den Katalog von Sicherheitsanforderungen für Smartphones und entsprechender Hardware erhöht. Dazu wurde ein Anforderungskatalog veröffentlicht. Darunter sind Sicherheitskriterien, die die Smartphones im Auslieferungszustand und darüber hinaus erfüllen sollten.

So herhalten Android-Smartphones oftmals Sicherheitsupdates nur mit erheblicher Verzögerung, wenn überhaupt. Schon bald nach der Markteinführung eines Smartphones werden Sicherheits-Updates eingestellt. Auch gibt es Kritik an der Software bei den eingespielten Betriebssystemen Diese sind schon beim Kauf oft veraltet und brauchen ein neues Sicherheits-Update.

Der Anforderungskatalog des BSI enthält Kriterien zur Absicherung der Geräte durch bestimmte Hardwareeigenschaften sowie zur Härtung und zum Schutz der im Auslieferungszustand enthaltenen Software. Zudem konkretisiert und vereinheitlicht der Katalog Anforderungen zur Bereitstellung von Updates während der Laufzeit der Geräte. Diese sollten schon 5 Jahre für die Smartphones vorgehalten werden.

Geräte müssen über die Dauer von 5 Jahren nach Geräteveröffentlichung mit Sicherheits-Updates versorgt werden. Aus der Gerätebeschreibung muss klar ersichtlich sein, ab wann ein Gerät aus der Versorgung mit Sicherheits-Updates herausfällt.

Die Sicherheits-Updates müssen alle bekannt gewordenen Sicherheitslücken sämtlicher Softwarekomponenten (Treiber, Betriebssystem sowie customisierte Softwareschicht und vorinstallierte Apps) schließen. Dies muss in einem Bulletin vollständig und transparent dargelegt werden.

Bundesamt: Sicheres Passwort besser als ständiger Passwortwechsel

Erstmals gibt es einen Paradigma Wechsel beim Bundesamt für Sicherheit. Jahrelang wurde von der für Sicherheit zuständigen Behörde angemahnt, das Passwort ständig zu wechseln. Auch wenn es nicht gehackt wurde.

Bei den Informatikern gab es schon länger Kritik an diesen ständigen Wechselanspruch. So hat heise security darüber berichtet, dass die US-amerikanische Standardisierungsbehörde NIST diese Regelung schon im Jahr 2017 entfernte, das britische Pendant CESG sogar schon im Jahr 2016.

In der Regel merkt man sich lange sichere Passwörter über Jahre besser, als wenn man ein unsicheres kurzes Passwort nimmt. Besonders sicher sind dann Passphrasen wie zum Beispiel "Das Kind aus dem Jahr 20xx ist auf dem Spielplatz". Damit kann man den Schutz auch über Jahre durch Variationen verbessern. Der Nachteil bei Passphrasen ist allerdings, wenn man auf Spielekonsolen etc. lange Sätze eintippen muss, da die Bedienung nur über Joysticks möglich ist.

So wurden nun in der aktuellen Ausgabe des BSI-Grundschutz-Kompendiums die entsprechende Textpassage über das Passwort Wechseln gestrichen. Damit rückt das Bundesamt erstmals von seiner Empfehlung ab. So soll man das Passwort nur ändern, wenn der Verdacht vorhanden ist, dass das Passwort bekannt geworden ist. Daher ist auch die aufgeführte Verpflichtung, feste Regeln für Länge und Komplexität vorzuschreiben, verschwunden.

Der Sicherheitsexperte Prof. Markus Dürmuth von der Ruhr-Uni Bochum begrüßte den Kurswechsel des BSI: "Das ist ein sehr wichtiger Schritt, für den das BSI allerdings sehr lange gebraucht hat."

63 Prozent der Nutzer achten auf verschiedene Passwörter

Immerhin muss man die Umfrage auch positiv sehen, so nutzen 63 Prozent der Nutzer verschiedene Passwörter bei den Online-Diensten. Auch ändern mittlerweile 31 Prozent der Internet-Nutzer ihre Passwörter in regelmäßigen Abständen. Und 8 Prozent sagen, dass sie einen Passwort-Generator beziehungsweise einen Passwort-Safe zur Erstellung und Verwaltung ihrer Passwörter nutzen.

Der Passwort-Manager als Kennwort-Tresor

Passwort-Manager speichern alle genutzten Kennwörter in einer verschlüsselten Datei. Nutzer müssen sich nur noch ein Passwort merken, das Master-Passwort. Dieses Passwort sollte höchste Standards erfüllen. Einmal eingegeben, erlangt man Zugang zu allen gespeicherten Kennwörtern. Einige Programme bieten sogar die Möglichkeit, nicht nur Passwörter, sondern auch die dazugehörigen Benutzernamen zu speichern. Auf Wunsch füllen die Programme die abgefragten Felder beim Login automatisch aus.

Bei einer Mehr-Faktor-Authentifizierungen bei Online-Diensten, müssen Nutzer mehr als eine Sicherheitsabfrage beantworten. Damit wird die Sicherheit noch weiter erhöht. Dazu erhält man nach der Passwortabfrage beispielsweise eine SMS auf das Mobiltelefon mit einem Code. Parallel erscheint ein Feld, das den übermittelten Code abfragt.

Beliebteste Passwort ist weiterhin "123456"

Allerdings nehmen die Deutschen Nutzer immer noch relativ einfache Passwörter. Wie jedes Jahr, weißt das Hasso-Plattner-Institut (HPI) im Dezember auf die beliebtesten Passwörter hin. Dabei gab es im Vergleich zu den Vorjahren keine grossen Veränderungen. Laut dem Hasso Plattner Institut belegt die Ziffernfolge "123456" erneut den Spitzenplatz.

Allerdings hat die Mehrheit der deutschen Internet-Nutzer immer noch das einfachste Passwort mit "123456" auf Lager. Am beliebtesten sind weiterhin schwache und unsichere Zahlenreihen, so das Ergebnis des Hasso-Plattner-Instituts (HPI). Das Institut veröffentlicht jedes Jahr die meistgenutzten Passwörter der Deutschen, dabei werden als Datengrundlage rund 12,9 Millionen E-Mail-Adressen genutzt.

Antiviren Programme bieten Schutz gegen Cyber-Angriffe

Sollten Sie nun die Sicherheit bei ihrem Smartphones und PCs verbessern wollen, erhalten bei uns auch eine große Übersicht an Anti-Viren Programme, sowie die Software von den Anbietern Bitdefender, G Data und die Software von Kaspersky.

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