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Handyvertrag wechseln? Für jeden Dritten gibt es offenbar Hürden

• 27.08.26 Ein günstigerer Tarif ist gefunden, trotzdem bleibt der alte Mobilfunkvertrag bestehen. Das scheint kein Einzelfall zu sein. Laut dem neuen Mobilfunk-Schreckensreport 2026 von fraenk berichtet rund ein Drittel der Befragten von Hindernissen, die einem Wechsel im Weg stehen.

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Handyvertrag wechseln? Für jeden Dritten gibt es offenbar Hürden

Eine neue Civey-Umfrage im Auftrag von fraenk zeigt: Viele Verbraucher stoßen beim Tarifwechsel auf Hindernisse. Gleichzeitig zahlt rund jeder Dritte nach eigener Einschätzung für Mobilfunkleistungen, die gar nicht genutzt werden.

Nur 43 Prozent geben an, mit ihrem aktuellen Mobilfunktarif zufrieden zu sein und deshalb nicht wechseln zu wollen. Als konkrete Bremsen nennen die Befragten vor allem gebundene Vertragslaufzeiten, einen als kompliziert empfundenen Tarifwechsel und die Sorge vor einem schlechteren Netz beim neuen Anbieter.

Eine fraenk/Civey-Umfrage zeigt Wechselhürden, ungenutzte Leistungen und Hotline-Frust bei deutschen Mobilfunkkunden
Handyvertrag wechseln? Für jeden Dritten gibt es offenbar Hürden --Bild: © TelefonTarifrechner.de

Daneben zeigt die Befragung ein Kostenproblem: Rund ein Drittel zahlt nach eigener Einschätzung für Leistungen, die nicht genutzt werden. Fast jeder Vierte meint sogar, für den eigenen Mobilfunkvertrag insgesamt zu viel zu bezahlen. Grundlage der Aussagen ist eine Online-Befragung von Civey im Auftrag von fraenk unter 5.000 Erwachsenen in Deutschland.

Warum viele ihren Mobilfunkvertrag nicht wechseln

Am häufigsten wird als konkrete Wechselbarriere die Vertragsbindung genannt. 14 Prozent der Befragten geben laut fraenk an, wegen einer bestehenden Laufzeit nicht zu wechseln. Für 10 Prozent erscheint der Tarifwechsel zu kompliziert. Weitere 9 Prozent befürchten beim potenziellen neuen Anbieter eine schlechtere Netzqualität.

Grund oder Einstellung Anteil
Zufrieden und deshalb kein Wechsel gewünscht 43 %
Gebundene Vertragslaufzeit 14 %
Tarifwechsel erscheint zu kompliziert 10 %
Sorge vor schlechterem Netz 9 %

Die 43 Prozent lassen sich allerdings nicht einfach umdrehen. Die Zahl belegt nicht, dass 57 Prozent mit ihrem Anbieter unzufrieden sind. Erfasst wird hier, ob Zufriedenheit der Grund dafür ist, keinen Wechsel anzustreben. Wer aus einem anderen Grund bleibt, ist deshalb nicht automatisch unzufrieden.

Auch die einzelnen Wechselhindernisse sollten nicht ohne Weiteres zu einem neuen exakten Gesamtwert addiert werden. Aus den veröffentlichten Angaben geht nicht vollständig hervor, wie die Antwortmöglichkeiten ausgestaltet waren und ob bei einzelnen Fragen Mehrfachnennungen möglich waren. Für die Einordnung ist deshalb die vom Auftraggeber genannte Größenordnung von rund einem Drittel sinnvoller.

Jüngere bleiben besonders selten nur aus Zufriedenheit

Auffällig ist die Altersgruppe der unter 29-Jährigen. Laut fraenk bleibt dort lediglich etwa jede fünfte Person deshalb beim bestehenden Tarif, weil sie zufrieden ist. Aufwand und Komplexität eines Wechsels können also auch für jüngere Nutzer eine Rolle spielen.

Die Annahme, digital affine Kunden würden ihren Mobilfunkvertrag automatisch regelmäßig optimieren, greift damit zu kurz. Ein Tarifwechsel umfasst schließlich mehr als die Auswahl eines neuen Datenpakets. Netzversorgung, Rufnummernmitnahme, Restlaufzeit, Kündigung und mögliche Zusatzoptionen müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Jeder Dritte zahlt für Leistungen, die gar nicht genutzt werden

Finanziell fällt ein weiterer Befund besonders auf: Rund ein Drittel der Befragten gibt an, für Leistungen zu bezahlen, die nicht genutzt werden. Dazu kann beispielsweise Datenvolumen gehören, das Monat für Monat verfällt. Fast jede vierte Person glaubt zudem, insgesamt zu viel für den eigenen Mobilfunkvertrag zu zahlen.

Der persönliche Verbrauch ist deshalb oft aussagekräftiger als die Größe des beworbenen Datenpakets. Nach den von fraenk zitierten Daten des Statistischen Bundesamtes lag der durchschnittliche mobile Datenverbrauch in Deutschland 2024 bei 10,3 GB je mobilem Breitbandanschluss und Monat.

Der Durchschnitt ist allerdings keine Empfehlung für einen 10-GB-Tarif. Wer viele Videos mobil streamt, regelmäßig per Hotspot arbeitet oder selten WLAN nutzt, kann deutlich darüber liegen. Andere Kunden benötigen nur wenige Gigabyte. Entscheidend ist der eigene Verbrauch der vergangenen Monate.

Wer seinen Tarif neu vergleichen möchte, findet im Allnet-Flat-Preisvergleich von Telefontarifrechner.de aktuelle Angebote mit unterschiedlichen Datenpaketen, Netzen und Laufzeiten.

Drei von zehn berichten von unbeabsichtigten Buchungen

Nicht jede zusätzliche Ausgabe entsteht durch ein zu großes Datenpaket. Drei von zehn Befragten haben nach eigenen Angaben schon einmal unbeabsichtigt eine Zusatzleistung oder eine Vertragsverlängerung gebucht. Bei jüngeren Befragten soll der Anteil laut fraenk sogar bei fast jedem Zweiten liegen.

Vor einem Vertragsabschluss zählt deshalb mehr als der beworbene Monatspreis. Mindestlaufzeit, Kündigungsbedingungen, mögliche Preisänderungen, Anschlusskosten und kostenpflichtige Optionen gehören ebenfalls auf die Prüfliste. Die Bundesnetzagentur informiert Verbraucher über Rechte bei Telekommunikationsverträgen und ist eine unabhängige Anlaufstelle für Fragen zu Anbieterwechsel und Vertragsbedingungen.

Sieben von zehn lesen ihre Mobilfunk-AGB kaum

Komplexe Vertragsbedingungen treffen laut Befragung auf wenig Lesebereitschaft. Rund 70 Prozent lesen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen ihres Mobilfunkvertrags demnach entweder gar nicht oder überfliegen sie nur grob.

Verbraucher müssen deshalb nicht vor jedem Abschluss sämtliche Vertragsseiten Wort für Wort durcharbeiten. Einige Punkte sollten aber eindeutig geklärt sein:

    • monatliche Grundgebühr und mögliche spätere Preiserhöhungen
    • Datenvolumen und maximale Geschwindigkeit
    • Mindestvertragslaufzeit und Kündigungsmöglichkeiten
    • Anschluss- oder Bereitstellungskosten
    • kostenpflichtige Zusatzoptionen
    • Regeln für EU-Roaming und Auslandsnutzung
    • Netz und Netzabdeckung an wichtigen Aufenthaltsorten

Gerade bei Aktionsangeboten kann der Preis nach einer bestimmten Laufzeit steigen. Maßgeblich sind deshalb nicht nur Werbebanner, sondern vor allem die Vertragszusammenfassung und die im Bestellprozess angegebenen Konditionen.

30 Minuten Warteschleife: Hotline bleibt ein Reizthema

Auch der Kundenservice sorgt laut Report für Frust. Von den Befragten, die bereits Kontakt zu einer Mobilfunk-Hotline hatten, berichtet ungefähr jeder Dritte, mindestens einmal 30 Minuten oder länger in einer Warteschleife verbracht zu haben.

Wichtig ist dabei der Zusatz "mit Hotline-Kontakt". Aus der Zahl lässt sich nicht ableiten, dass jeder dritte Mobilfunkkunde regelmäßig eine halbe Stunde wartet. Sie beschreibt die Erfahrung innerhalb der Gruppe, die eine Hotline bereits genutzt hat.

Mehr als die Hälfte der Befragten wünscht sich laut Report stattdessen eine App, über die sich der Tarif weitgehend eigenständig verwalten lässt. Dazu können beispielsweise Verbrauchskontrolle, Tarifänderungen oder die Verwaltung von Vertragsoptionen gehören.

Vergleichsportale liegen bei der Tarifwahl vorn

Wer tatsächlich einen neuen Mobilfunkvertrag sucht, stützt seine Entscheidung offenbar auf mehrere Quellen. Am häufigsten werden Vergleichsportale genannt. Persönliche Erfahrungen und Testberichte folgen knapp dahinter.

Informationsquelle bei der Tarifwahl Anteil
Vergleichsportale 35 %
Eigene Erfahrungen mit früherem Anbieter 34 %
Testberichte 30 %
Empfehlungen von Freunden oder Familie etwa 25 %

Der Preis allein entscheidet damit offenbar nicht. Erfahrungen mit einem Anbieter, Testberichte und persönliche Empfehlungen spielen nahezu ebenso große Rollen. Gerade bei der Netzwahl ist das nachvollziehbar: Ein günstiger Tarif hilft wenig, wenn die Versorgung an den regelmäßig genutzten Orten nicht passt.

Was hinter dem Mobilfunk-Schreckensreport 2026 steckt

Die Untersuchung wurde nicht von einer unabhängigen Behörde in Auftrag gegeben. Auftraggeber ist der Mobilfunkanbieter fraenk, durchgeführt wurde die Befragung von Civey. Zwischen dem 30. Juni und dem 2. Juli 2026 wurden online insgesamt 5.000 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse werden als repräsentativ für die deutsche Gesamtbevölkerung ausgewiesen.

Diese Einordnung ist wichtig, denn fraenk verwendet die Ergebnisse zugleich für die eigene Markenpositionierung. Das Unternehmen stellt seine App-basierte Tarifverwaltung, monatliche Kündbarkeit und weitere Eigenschaften als Gegenmodell zu den in der Befragung beschriebenen Problemen heraus.

Die Umfrage belegt jedoch nicht, dass ein bestimmter Anbieter die genannten Probleme besser löst als alle Wettbewerber. Studienergebnisse und Produktwerbung sollten daher getrennt betrachtet werden. Informationen des Auftraggebers und weitere Mitteilungen sind im offiziellen Pressebereich von fraenk zu finden.

Was Verbraucher vor einem Tarifwechsel prüfen sollten

Wer schon länger denselben Vertrag nutzt, kann mit wenigen Angaben feststellen, ob ein Wechsel überhaupt sinnvoll ist. Besonders hilfreich sind die letzten Rechnungen und die Verbrauchsanzeige des bisherigen Anbieters.

    • Wie viel Datenvolumen wurde in den letzten drei bis sechs Monaten tatsächlich genutzt?
    • Wie hoch ist die aktuelle monatliche Grundgebühr?
    • Wann endet die Mindestlaufzeit und welche Kündigungsregel gilt?
    • Gibt es gebuchte Optionen, die nicht mehr benötigt werden?
    • Welches Mobilfunknetz funktioniert zu Hause, am Arbeitsplatz und unterwegs gut?
    • Welche Kosten entstehen beim neuen Anbieter einmalig und dauerhaft?
    • Kann die bisherige Rufnummer mitgenommen werden?

Erst danach lässt sich beurteilen, ob ein größeres Datenpaket, ein günstigerer Tarif oder ein monatlich kündbares Angebot tatsächlich einen Vorteil bringt.

Fazit: Viele Verträge werden offenbar zu selten überprüft

Der Mobilfunk-Schreckensreport zeichnet weniger das Bild eines Marktes voller grundsätzlich unzufriedener Kunden als das eines gewissen Beharrungsproblems. Ein Teil der Verbraucher sieht Gründe für einen Wechsel, setzt ihn aber wegen Laufzeiten, Aufwand oder Netzbedenken nicht um.

Besonders relevant ist die Verbindung mit den Kosten: Wenn rund ein Drittel nach eigener Einschätzung Leistungen bezahlt, die gar nicht genutzt werden, lohnt sich ein regelmäßiger Tarifcheck. Dabei sollte nicht automatisch der Vertrag mit dem größten Datenpaket gewinnen. Entscheidend sind tatsächlicher Verbrauch, Gesamtpreis, Netz, Laufzeit und Vertragsbedingungen.

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-Bild: © tarifrechner.de

FAQ zum Mobilfunk-Schreckensreport 2026

Warum wechseln viele ihren Mobilfunkvertrag nicht?

Laut der von fraenk beauftragten Civey-Befragung zählen gebundene Vertragslaufzeiten, ein als kompliziert empfundener Wechsel und die Sorge vor einem schlechteren Netz zu den häufigsten genannten Barrieren.

Wie viele Befragte zahlen für ungenutzte Mobilfunkleistungen?

Rund ein Drittel gibt laut Mobilfunk-Schreckensreport an, für Leistungen zu bezahlen, die nicht genutzt werden. Dazu kann beispielsweise nicht ausgeschöpftes Datenvolumen gehören.

Wie viel mobiles Datenvolumen wird in Deutschland durchschnittlich genutzt?

Nach den in der Mitteilung zitierten Destatis- und OECD-Daten lag der Durchschnitt 2024 bei 10,3 GB je mobilem Breitbandanschluss und Monat. Daraus lässt sich jedoch keine pauschale Tarifempfehlung für einzelne Nutzer ableiten.

Wie aussagekräftig ist der fraenk Mobilfunk-Schreckensreport?

Für die Untersuchung wurden laut Angaben des Auftraggebers 5.000 Erwachsene in Deutschland online von Civey befragt, die Ergebnisse werden als repräsentativ ausgewiesen. Da fraenk die Studie beauftragt hat und zugleich zur eigenen Markenpositionierung nutzt, sollten die Befragungsergebnisse und die Produktbotschaften des Anbieters journalistisch getrennt betrachtet werden.

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