Hotspot-Vampire suchen nach Zugängen bei ahnungslosen Nutzern
• 15.06.04 Der europäische IT-Security-Dienstleister Integralis warnt,
dass die WLAN-Hotspots der Mobilfunkanbieter Vodafone, T-Mobile, A1
(Österreich), SFR (Frankreich) sowie Cingular (USA) anfällig für den
Missbrauch durch Hacker sind.
Wer über diese Hotspots an öffentlichen Plätzen ins Internet möchte,
kann sich über sein Mobiltelefon bei den Anbietern per SMS anmelden und
registrieren lassen. Hacker haben hierbei die Möglichkeit, fremde Handys
anzuzapfen und auf Kosten der Besitzer das Internet zu nutzen und dort
unerkannt Unfug zu treiben. Dabei nutzen die Hacker eine Schwachstelle
in vielen Handys neueren Typs aus, die mit einer Bluetooth-Schnittstelle
ausgestattet sind. Integralis hatte unlängst vor entsprechenden
Sicherheitslücken in Handytypen von Nokia und Sony Ericsson gewarnt.
Die Hotspot-Piraterie erfolgt dadurch, dass Hacker mit ihrem Laptop oder
PDA an öffentlichen Plätzen nach anfälligen Handys mit aktivierter
Bluetooth-Schnittstelle suchen. Angriffe via Bluetooth können in einem
Umkreis zwischen 10 und 100 Metern erfolgen. Sobald Hacker ein
entsprechendes Handy identifiziert haben, können sie erkunden, zu
welchem Mobilfunkanbieter das jeweilige Handy gehört. Sie können
anschließend im Falle von T-Mobile über das Opferhandy die
SMS-Kommunikation zu T-Mobile initiieren und sich dadurch die
persönlichen Login-Daten für den Internet-Zugang erschleichen. Bei
Vodafone meldet sich der Hacker mit der Handynummer des Opfers auf der
Vodafone Hotspot-Webpage an und erhält dann ebenfalls die persönlichen
Login-Daten für den Internet-Zugang per SMS. Ähnliches gilt für die
weiteren Mobilfunkanbieter. Anschließend kann der Hacker die
SMS-Kommunikation auf dem Opferhandy löschen, um keine Spuren zu
hinterlassen.
"Der ausgenommene Handybesitzer kann praktisch nicht nachweisen, dass
ein Fremder auf seine Kosten das Internet genutzt hat, da es im Prinzip
keine Spur zu den Tätern gibt", erklärt Michael Müller von Integralis.
"Hacker können auf diese Weise ungezählte Internet-Accounts eröffnen und
mit diesen in einschlägigen Internetforen handeln."
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