Telekom leistet Widerstand gegen billige Handytarife
• 07.12.10 Die Handynutzer zahlen im Vergleich zu den Festnetzkunden in
Deutschland noch gut das 8- bis 90-fache, je nach Tarif. Dabei fällt aber bei
den Nachbarländern innerhalb der EU auf, dass es auch billiger geht. Und in
den Ostblockländer gibt es Auslandstarife von Vodafone und Co, davon können
wir nur Träumen.
Ende November hat die Bundesnetzagentur nun neue Entgeltvorschläge für die
Anrufzustellung in die Mobilfunknetze der vier deutschen
Mobilfunknetzbetreiber veröffentlicht. Danach variieren dies Tarif je nach
Netz von 3,33 Ct/Min bis 3,37 Ct/Min. Das in den Entscheidungsentwürfen
vorgeschlagene Entgeltniveau liegt deutlich unter den bisherigen Entgelten von 6,59 Ct/Min. für die beiden D-Netze und 7,14 Ct/Min. für die beiden E-Netze.
Das sich diese Senkung der Handytarife nun drastisch bei den Einnahmen der
Mobilfunkprovider bemerkbar macht, liegt auf der Hand. Die deutsche Telekom
hat dabei schon in einem Interview gegenüber dem Focus klargestellt, dass man
diese Tarifsenkung nicht hinnehmen will und stellt dabei möglicherweise eine
Klage in Aussicht. Allerdings hat die Bundesnetzagentur nun, anders als in den
vorangegangenen Genehmigungsrunden, die Entgelte aller vier Netzbetreiber auf
der Basis vorgelegter Kostenunterlagen ermittelt. Bereits Ende April waren die
Unternehmen in gesonderten Entscheidungen dazu verpflichtet worden, ein von
der Bundesnetzagentur festgelegtes Kalkulationsschema zu benutzen.
Die neuen Entgelte können zum ersten Mal nicht sofort verbindlich in Kraft treten,
weil zunächst noch ein nationales Konsultationsverfahren zu den
Entscheidungsentwürfen durchgeführt werden muss. Anschließend wird die
Bundesnetzagentur die Entgeltvorschläge mitsamt den Begründungen der
Kommission und den nationalen Regulierungsbehörden der übrigen EU
Mitgliedstaaten übermitteln, damit diese dazu Stellung nehmen können.
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