WPSplinter: Diese Speedport- und EasyBox-Router sollten Sie prüfen
• 27.10.26 Die neue WPSplinter-Sicherheitslücke betrifft bestimmte ältere WLAN-Router mit Broadcom-Technik. Darunter befinden sich mehrere Telekom-Speedport-Modelle und die Vodafone EasyBox 804. Angreifer benötigen für die Ausnutzung weder das WLAN-Passwort noch einen regulären Netzwerkzugang. Allerdings müssen sie sich in Funkreichweite|
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WPSplinter: Diese Speedport- und EasyBox-Router sollten Sie prüfen
Die Sicherheitslücke wurde vom Sicherheitsforscher Quentin Kaiser untersucht und am 16. Oktober 2026 auf der Sicherheitskonferenz Hexacon vorgestellt. Die Schwachstelle steckt in einer älteren Implementierung des sogenannten WPS Monitor von Broadcom. Diese Softwarekomponente wurde über Jahre hinweg in verschiedenen Routern und WLAN-Geräten eingesetzt. Einige der betroffenen Produkte sind auch in Deutschland verbreitet.
Die offizielle WPSplinter-Untersuchung enthält eine umfangreiche Geräteliste. Darin sind mehrere Speedport-Router der Deutschen Telekom sowie die Vodafone EasyBox 804 aufgeführt. Allerdings unterscheidet der Forscher zwischen bestätigter und lediglich wahrscheinlicher Betroffenheit. Diese Unterscheidung ist wichtig: Nicht jedes Gerät einer Baureihe muss automatisch angreifbar sein. Hardwareversion, Firmware und eingesetzte Software bestimmen das Risiko.
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WPSplinter: Ältere Speedport- und EasyBox-Router auf Sicherheitslücken prüfen -Bild: © TelefonTarifrechner.de |
Welche Telekom-Speedport- und Vodafone-EasyBox-Router sind betroffen?
Für deutsche Verbraucher sind vor allem ältere Speedport-Geräte sowie die EasyBox 804 interessant. Die veröffentlichten Untersuchungsdaten nennen konkrete Modelle und teilweise auch Firmwareversionen. Dabei steht die Kennzeichnung "Y" für einen bestätigten Nachweis, während "LIKELY" eine wahrscheinliche Betroffenheit bezeichnet. Eine vollständige Übersicht aller weltweit untersuchten Router bietet die Geräteliste des Forschers.
| Routermodell | Hersteller / Anbieter | WPSplinter-Status |
|---|---|---|
| Speedport W 723V Typ A | Askey / Telekom | Bestätigt |
| Speedport W 724V Typ A | Huawei / Telekom | Bestätigt |
| Speedport Hybrid | Huawei / Telekom | Bestätigt |
| Speedport W 724V Typ C | Sercomm / Telekom | Wahrscheinlich |
| Vodafone EasyBox 804 | Sercomm / Vodafone | Bestätigt |
Bei der Einordnung ist Vorsicht angebracht. Die Tabelle gibt den dokumentierten Forschungsstand wieder und ersetzt keine individuelle Sicherheitsprüfung. Ein bestätigter Nachweis bezieht sich auf untersuchte Geräte beziehungsweise Firmwarestände. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass sämtliche jemals ausgelieferten Versionen eines Modells weiterhin verwundbar sind. Ebenso wenig bedeutet eine fehlende Nennung, dass ein anderer Router grundsätzlich sicher ist.
Telekom Speedport: Modelltyp genau kontrollieren
Bei Telekom-Routern reicht die Bezeichnung "Speedport W 724V" allein nicht aus. Das Modell wurde in unterschiedlichen Hardwarevarianten angeboten. Während der Speedport W 724V Typ A in der Untersuchung als bestätigt betroffen geführt wird, ist der Typ C lediglich als wahrscheinlich betroffen eingestuft. Die genaue Typenbezeichnung steht üblicherweise auf dem Geräteetikett.
Auch der Speedport W 723V Typ A und der Speedport Hybrid erscheinen in der Liste mit bestätigtem Nachweis. Besitzer dieser älteren Geräte sollten deshalb kontrollieren, ob ihr Router noch Sicherheitsupdates erhält und ob die Telekom inzwischen eine entsprechende Korrektur bereitstellt. Eine konkrete Entwarnung für einzelne Firmwarestände lässt sich allein aus der ursprünglichen Forschungsliste nicht ableiten.
Vodafone EasyBox 804: Diese Firmwarestände werden genannt
Bei der Vodafone EasyBox 804 nennt die Untersuchung mehrere konkrete Firmwareversionen. Die dokumentierten Versionsangaben helfen, die eigene Installation mit dem veröffentlichten Forschungsstand abzugleichen. Sie sind jedoch keine vollständige Liste sämtlicher betroffener oder bereits korrigierter Softwarestände.
| EasyBox 804 | Dokumentierter Firmwarestand |
|---|---|
| Sercomm EasyBox 804 | 01.05_5.4.8.1.242.1.24 |
| Sercomm EasyBox 804 | 02.06_5.4.8.1.270.1.29 |
| Sercomm EasyBox 804 | 03.02_5.4.8.1.299.1.28 |
| Sercomm EasyBox 804 | Mindestens bis 05.02_5_4_8_1_325_1_21_1_8 |
Wer eine EasyBox 804 verwendet, sollte die installierte Firmware im Konfigurationsmenü feststellen und mit aktuellen Sicherheitsangaben von Vodafone abgleichen. Eine höhere Versionsnummer bedeutet nicht automatisch, dass die WPSplinter-Schwachstelle beseitigt wurde. Ausschlaggebend ist eine ausdrückliche Korrektur durch den Geräteanbieter.
Warum WPSplinter auch ohne WLAN-Passwort gefährlich ist
WPS steht für Wi-Fi Protected Setup. Die Funktion soll das Verbinden neuer Geräte mit einem WLAN erleichtern, beispielsweise über einen Tastendruck am Router. Bei WPSplinter liegt das eigentliche Problem jedoch tiefer in der Verarbeitung bestimmter WLAN-Nachrichten durch die ältere Broadcom-Software.
Die verwundbare Komponente verarbeitet sogenannte EAP-WPS-Fragmente. Dabei können fehlerhaft zusammengesetzte Daten die vorgesehenen Speichergrenzen überschreiten. Quentin Kaiser demonstrierte, dass sich auf verwundbaren Geräten Speicherinformationen auslesen und unter bestimmten Voraussetzungen sogar eigener Programmcode ausführen lässt.
Entscheidend für Verbraucher ist die Angriffsvoraussetzung: Ein Angreifer muss sich innerhalb der Funkreichweite befinden. Er benötigt laut Untersuchung aber weder das WLAN-Passwort noch eine erfolgreich abgeschlossene WPS-Anmeldung. Ein langes und komplexes WLAN-Passwort behebt daher nicht diese spezielle Schwachstelle. Es bleibt trotzdem eine wichtige allgemeine Sicherheitsmaßnahme.
Wie weit ein erfolgreicher Angriff reicht, hängt vom betroffenen Router und dessen Software ab. Die Forschung belegt schwerwiegende technische Angriffsmöglichkeiten, bedeutet aber nicht, dass jeder gelistete Router bereits kompromittiert wurde. Ein öffentlich bekannt gewordener Angriffsnachweis und ein tatsächlicher Angriff auf ein bestimmtes Heimnetz sind zwei unterschiedliche Sachverhalte.
WPS ausgeschaltet: Warum das keine sichere Entwarnung bedeutet
Viele Router erlauben es, WPS über die Benutzeroberfläche abzuschalten. Normalerweise ist das eine sinnvolle Sicherheitsentscheidung, wenn die Funktion nicht benötigt wird. Bei WPSplinter darf daraus jedoch nicht geschlossen werden, dass die verwundbare Softwarekomponente vollständig deaktiviert wurde.
Der Forscher erklärt ausdrücklich, dass ein WPS-Schalter im Menü den betroffenen Parser möglicherweise nicht entfernt oder vollständig stilllegt. Die angreifbare Verarbeitung kann deshalb trotz deaktivierter WPS-Funktion weiterhin erreichbar sein. Ein Firmwareupdate, das die Schwachstelle tatsächlich beseitigt, ist die wesentlich zuverlässigere Lösung.
Deshalb sollten Besitzer eines gelisteten Routers nicht ausschließlich den WPS-Schalter kontrollieren. Maßgeblich ist vielmehr, ob der Hersteller oder Internetanbieter ein wirksames Sicherheitsupdate bestätigt. Fehlt diese Bestätigung, bleibt eine Prüfung oder ein Austausch des Geräts sinnvoll.
FRITZ! gibt Entwarnung für aktuell unterstützte Router
Nicht alle Routerhersteller sind von WPSplinter betroffen. FRITZ! hat am 22. Oktober 2026 eine eigene Sicherheitsmitteilung veröffentlicht. Nach eingehender technischer Analyse seien alle aktuell unterstützten FRITZ!-Produkte nicht betroffen. Das Unternehmen grenzt seine Geräte damit ausdrücklich von den verwundbaren Broadcom-Implementierungen ab.
Die entsprechende Erklärung findet sich auf der offiziellen Sicherheitsseite von FRITZ!. Wichtig ist die Formulierung "aktuell unterstützt". Daraus lässt sich keine pauschale Aussage über sämtliche historischen FRITZ!-Modelle ableiten, die möglicherweise längst keine Updates mehr erhalten. Auch bei diesen Geräten bleibt ein aktueller Firmwarestand grundsätzlich wichtig.
Die Entwarnung zeigt zugleich, warum pauschale Warnungen vor allen WLAN-Routern zu kurz greifen. WPSplinter betrifft eine konkrete Softwareimplementierung und nicht automatisch jede WPS-fähige Hardware. Entscheidend sind die verwendeten Komponenten und deren Softwarestand.
Router-Sicherheitscheck: Diese fünf Schritte sind jetzt sinnvoll
Ob ein älterer Speedport oder eine EasyBox tatsächlich überprüft werden muss, lässt sich mit einigen gezielten Schritten eingrenzen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Geräte, die schon längere Zeit im Einsatz sind oder keine regelmäßigen Sicherheitsupdates mehr erhalten.
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• 1. Routermodell feststellen: Die vollständige Modellbezeichnung
einschließlich Hardwaretyp auf dem Geräteetikett kontrollieren.
• 2. Firmwareversion prüfen: Im Routermenü die installierte
Softwareversion ermitteln und mit den Herstellerangaben vergleichen.
• 3. Sicherheitsmeldungen lesen: Prüfen, ob der Hersteller
oder Internetanbieter ausdrücklich zu WPSplinter informiert.
• 4. Updates installieren: Verfügbare Sicherheitsupdates
über die offiziellen Routerfunktionen einspielen und anschließend
die angezeigte Firmwareversion kontrollieren.
• 5. Austausch klären: Wird ein gelistetes Gerät nicht mehr
unterstützt, beim Anbieter nach einer aktualisierten Firmware
oder einem geeigneten Ersatzgerät fragen.
Für allgemeine Empfehlungen zur sicheren Einrichtung und Pflege von Heimnetzwerken ist außerdem das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eine geeignete Anlaufstelle. Regelmäßige Sicherheitsupdates, sichere Passwörter und der Verzicht auf unnötige Fernzugriffe gehören weiterhin zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen.
Die Routerkonfiguration sollte dabei ausschließlich über bekannte, offizielle Zugangswege erfolgen. Ungeprüfte Firmwaredateien aus Foren oder fremden Downloadportalen sind keine geeignete Lösung. Auch ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen behebt eine Schwachstelle im Firmwarecode nicht automatisch.
Kein Sicherheitsupdate mehr: Wann ein Routerwechsel sinnvoll ist
Bei älteren Routern stellt sich häufig die Frage, ob ein Austausch wirtschaftlich und technisch sinnvoller ist als die weitere Nutzung. Das gilt insbesondere dann, wenn das Gerät nicht mehr mit Sicherheitsupdates versorgt wird oder der Anbieter keine WPSplinter-Korrektur bereitstellen kann.
Bei einem gemieteten oder vom Provider bereitgestellten Router sollte zunächst der zuständige Internetanbieter kontaktiert werden. Ob ein Austausch kostenlos erfolgt, hängt von den vertraglichen Vereinbarungen und den jeweiligen Anbieterbedingungen ab. Für selbst gekaufte Router können andere Regelungen gelten. Ein genereller Anspruch auf einen kostenlosen Austausch lässt sich aus der veröffentlichten Sicherheitsuntersuchung nicht ableiten.
Ein neues Gerät sollte zum vorhandenen Anschluss passen und regelmäßig mit Firmwareupdates versorgt werden. Wer einen DSL-Router ersetzen möchte, sollte neben der WLAN-Ausstattung auch DSL-Kompatibilität, Telefoniefunktionen, Anschlussmöglichkeiten und den erwarteten Supportzeitraum prüfen. Die offiziell bestätigte WPSplinter-Entwarnung für aktuell unterstützte FRITZ!-Geräte kann dabei ein relevantes Auswahlkriterium sein, ersetzt aber keinen vollständigen Produktvergleich.
Ein Sicherheitsproblem macht nicht automatisch einen neuen Internettarif erforderlich. Wer ohnehin über einen Anbieterwechsel nachdenkt, findet im DSL-Anbietervergleich für Oktober 2026 eine Einordnung aktueller Tarifkosten. Dabei sollten Routermiete, Hardwarebereitstellung und Vertragslaufzeit getrennt betrachtet werden.
Auch die Tarifübersicht von Telefontarifrechner.de bietet Orientierung, wenn neben dem Router auch der Internetanschluss überprüft werden soll. Für die unmittelbare Behebung von WPSplinter bleibt jedoch zunächst die Sicherheitsinformation des Geräteherstellers oder Internetanbieters entscheidend.
FAQ: Häufige Fragen zu WPSplinter und betroffenen Routern
Welche Speedport-Router stehen auf der WPSplinter-Liste?
In der veröffentlichten Untersuchung werden unter anderem der Speedport W 723V Typ A, der Speedport W 724V Typ A und der Speedport Hybrid mit bestätigtem Nachweis aufgeführt. Der Speedport W 724V Typ C gilt dagegen als wahrscheinlich betroffen. Ausschlaggebend für die konkrete Einschätzung sind Hardwareversion und Firmware.
Ist die Vodafone EasyBox 804 von WPSplinter betroffen?
Ja. Die Vodafone EasyBox 804 wird in der Forschungsliste mit bestätigter Betroffenheit geführt. Dokumentiert sind mehrere Firmwareversionen, darunter Stände bis mindestens 05.02_5_4_8_1_325_1_21_1_8. Nutzer sollten den eigenen Firmwarestand prüfen und bei Vodafone nach einer ausdrücklich bestätigten Sicherheitskorrektur fragen.
Reicht es aus, WPS am Router zu deaktivieren?
Nein, darauf sollte man sich nicht verlassen. Nach Angaben des Sicherheitsforschers kann der verwundbare WPS-Parser auch dann weiterhin erreichbar sein, wenn WPS im Routermenü ausgeschaltet wurde. Entscheidend ist ein wirksames Sicherheitsupdate oder eine vom Hersteller bestätigte Schutzmaßnahme.
Sind FRITZ!-Router von WPSplinter betroffen?
Nach einer offiziellen Stellungnahme vom 22. Oktober 2026 sind alle aktuell unterstützten FRITZ!-Produkte nicht von WPSplinter betroffen. Die Aussage bezieht sich ausdrücklich auf aktuell unterstützte Geräte. Für ältere Modelle außerhalb des Supports lässt sich daraus keine allgemeine Entwarnung ableiten.
Was tun, wenn der Router kein Sicherheitsupdate mehr erhält?
Besitzer eines betroffenen Routers sollten zuerst den Hersteller oder Internetanbieter kontaktieren und nach einer korrigierten Firmware beziehungsweise einem Ersatzgerät fragen. Gibt es keine unterstützte und nachweislich sichere Lösung mehr, ist der Austausch gegen einen aktuellen Router mit laufender Sicherheitsversorgung die sinnvollere Option.
Weitere Informationen zu verfügbaren FRITZ!-Routern und möglichen Ersatzgeräten erhalten Sie über Amazon-FRITZ!Box-Angebote. Ein Neukauf sollte erst erfolgen, nachdem die Kompatibilität mit dem vorhandenen Internetanschluss und mögliche Ersatzleistungen des bisherigen Anbieters geklärt wurden.
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