FRITZ!Box blockiert Werbung: Neuer DNS-Filter fürs ganze Heimnetz
• 14.09.26 Eine neue Funktion macht die FRITZ!Box zum zentralen DNS-Filter für das Heimnetz. Mit aktuellen Labor-Versionen lassen sich Filterlisten direkt im Router hinterlegen. Damit können bekannte Werbe-, Tracking- oder Malware-Domains für viele verbundene Geräte gleichzeitig gesperrt werden. Das ist besonders bei Smart-TVs und anderen Geräten interessant, auf denen sich klassische Browser-Erweiterungen nicht installieren|
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FRITZ!Box blockiert Werbung: Neuer DNS-Filter fürs ganze Heimnetz
Der neue DNS-Filter setzt nicht bei einzelnen Browsern an, sondern direkt bei der Namensauflösung im Heimnetz. Ruft ein Gerät eine Domain auf, die auf einer hinterlegten Filterliste steht, kann die FRITZ!Box die entsprechende DNS-Anfrage blockieren. Dadurch muss die Sperre nicht auf jedem Smartphone, Notebook oder Fernseher einzeln eingerichtet werden.
FRITZ! nennt ausdrücklich Werbung, Tracker und Malware als mögliche Einsatzgebiete öffentlicher DNS-Filterlisten. Die Listen lassen sich über die Benutzeroberfläche der FRITZ!Box hinzufügen und anschließend manuell oder periodisch aktualisieren. Die Funktion befindet sich derzeit allerdings noch im FRITZ! Labor und besitzt damit Betastatus.
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FRITZ!Box filtert Werbung und Tracker zentral im Heimnetz -Bild: © TelefonTarifrechner.de |
DNS-Filter arbeitet für viele Geräte gleichzeitig
Der entscheidende Unterschied zu einem klassischen Werbeblocker im Browser liegt im Ansatz. Browser-Erweiterungen wirken normalerweise nur in dem Programm, in dem sie installiert wurden. Ein DNS-Filter im Router sitzt dagegen an einer zentralen Stelle des Heimnetzes.
Davon können beispielsweise Smartphones, Tablets, Computer, Smart-TVs und Smart-Home-Geräte profitieren. FRITZ! beschreibt die Funktion sogar für Geräte wie smarte Lampen oder Kühlschränke. Voraussetzung ist allerdings, dass die betreffenden Geräte die für die Filterung relevanten Netzwerkeinstellungen der FRITZ!Box verwenden.
Die offizielle Mitteilung von FRITZ! nennt den DNS-Filter als eine der neuen Funktionen des kommenden FRITZ!OS 8.50. FRITZ! spricht dabei ausdrücklich vom gleichzeitigen Blockieren unerwünschter Webseiten für Geräte im Heimnetz.
FRITZ!OS 8.40 und FRITZ!OS 8.50: Das steckt hinter den Versionsnummern
Bei der Versionsbezeichnung ist eine Unterscheidung wichtig. Die aktuell angebotenen Labor-Pakete tragen weiterhin Nummern wie 8.40-136400 oder 8.40-136354. Auf seiner Labor-Seite bezeichnet FRITZ! diese Testversionen jedoch ausdrücklich als Ausblick auf das kommende FRITZ!OS 8.50.
Wer die Funktion bereits ausprobiert, verwendet damit technisch einen Labor-Build aus dem 8.40-Entwicklungszweig. Die darin getesteten Neuerungen sind für FRITZ!OS 8.50 vorgesehen. Deshalb können sowohl die Bezeichnung FRITZ!OS 8.40 als auch FRITZ!OS 8.50 im Zusammenhang mit dem DNS-Filter auftauchen, obwohl damit nicht zwei unabhängig voneinander entwickelte Werbefilter gemeint sind.
Am 10. September 2026 führte FRITZ! beispielsweise aktuelle Labor-Versionen für die FRITZ!Box 5690 Pro, 5690 XGS, 5590 Fiber, 7590 AX, 7590 sowie mehrere Cable-Modelle. Weitere Geräte werden ebenfalls im Labor angeboten. Die jeweils aktuelle Liste sollte direkt auf der offiziellen FRITZ!-Labor-Seite geprüft werden, da sich unterstützte Modelle und Build-Nummern während der Testphase ändern können.
So wird der DNS-Filter in der FRITZ!Box eingerichtet
Nach Angaben von FRITZ! liegt die Einstellung in der Benutzeroberfläche unter "Heimnetz", "Netzwerk", "Netzwerkeinstellungen" und den erweiterten Netzwerkeinstellungen. Dort steht in einer unterstützten Labor-Version der Bereich "DNS-Filter" zur Verfügung.
Anwender können dort Filterlisten hinterlegen, die unerwünschte Domains enthalten. FRITZ! unterstützt dafür gängige Formate und erlaubt auch die Verwendung öffentlich verfügbarer Listen. Diese können anschließend regelmäßig aktualisiert werden, ohne dass jede einzelne Domain von Hand in der FRITZ!Box eingetragen werden muss.
| Funktion | FRITZ!Box DNS-Filter | Wichtig zu wissen |
|---|---|---|
| Werbedomains blockieren | Ja | Nur Domains, die von der verwendeten Liste erfasst werden |
| Tracker blockieren | Ja | Abhängig von der Qualität der Filterliste |
| Malware-Domains sperren | Ja | Filterliste muss entsprechende Domains enthalten |
| Mehrere Geräte schützen | Ja | Geräte müssen die relevante DNS-Konfiguration der FRITZ!Box nutzen |
| Filterlisten aktualisieren | Ja | Manuell oder periodisch möglich |
| Zusätzliche Hardware nötig | Nein | Eine unterstützte FRITZ!Box mit passender Software genügt |
Smart-TV ist ein besonders interessanter Anwendungsfall
Interessant wird die Router-Lösung dort, wo sich normale Browser-Adblocker gar nicht erst installieren lassen. Das betrifft insbesondere Smart-TVs, Streaming-Geräte und viele vernetzte Haushaltsgeräte. Ein DNS-Filter kann Verbindungen zu bekannten Werbe- oder Tracking-Domains bereits unterbinden, bevor das jeweilige Gerät eine Verbindung zu diesen Servern aufbaut.
Auch t3n hat den neuen DNS-Filter auf einem Smart-TV ausprobiert. Das Beispiel zeigt den praktischen Vorteil einer zentralen Router-Lösung: Nutzer müssen auf dem Fernseher selbst keine zusätzliche Erweiterung installieren.
Der FRITZ!Box-Filter blockiert nicht jede Werbung
Aus dem DNS-Filter wird dadurch allerdings kein universeller Werbeblocker. Er kann vor allem Verbindungen zu Domains verhindern, die auf einer verwendeten Sperrliste stehen. Werden Werbung und eigentlicher Inhalt dagegen über dieselbe Domain ausgeliefert, lässt sich beides auf DNS-Ebene nicht ohne Weiteres voneinander trennen.
Ein typisches Beispiel sind Videoplattformen. DNS-Filter können zahlreiche Werbenetzwerke wirkungsvoll ausbremsen, sind aber keine Garantie dafür, dass etwa Videowerbung vollständig verschwindet. Auch GIGA berichtet bei einem Praxistest davon, dass nicht sämtliche Werbung beseitigt wurde.
Zu aggressive Filterlisten können zudem den gegenteiligen Effekt haben und gewünschte Inhalte oder einzelne Funktionen einer Webseite blockieren. Treten nach dem Aktivieren einer Liste Probleme auf, sollte daher zunächst geprüft werden, ob die betroffene Domain versehentlich auf der Sperrliste steht.
FRITZ!Box DNS-Filter oder Pi-hole?
Die neue Funktion erinnert an Lösungen wie Pi-hole oder AdGuard Home, verfolgt jedoch einen einfacheren Ansatz. Wer nur bekannte Werbe-, Tracking- und Malware-Domains zentral blockieren möchte, benötigt mit der FRITZ!Box keine zusätzliche Hardware.
Ein vollständiger Ersatz für spezialisierte DNS-Filterplattformen ist die Funktion deshalb nicht automatisch. Pi-hole richtet sich stärker an Nutzer, die detaillierte Statistiken, umfangreiche Auswertungen und eine besonders feine Kontrolle über einzelne Clients und Regeln wünschen.
| Merkmal | FRITZ!Box DNS-Filter | Pi-hole |
|---|---|---|
| Zusätzliche Hardware | Nicht erforderlich | In der Regel erforderlich |
| Zentrale DNS-Filterung | Ja | Ja |
| Einrichtung | Direkt über die FRITZ!Box | Eigene Installation notwendig |
| Filterlisten | Ja | Ja |
| Detaillierte Statistiken | Begrenzter | Umfangreich |
| Feinkonfiguration | Auf einfache Nutzung ausgelegt | Deutlich umfangreicher |
Für wen die neue FRITZ!Box-Funktion interessant ist
Den größten Nutzen haben Haushalte mit mehreren Geräten, auf denen sich Werbung oder Tracking nicht komfortabel direkt kontrollieren lässt. Statt Smartphones, Computer und Fernseher einzeln zu konfigurieren, kann eine gemeinsame Filterliste bereits auf Routerebene greifen.
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• Haushalte mit mehreren Smartphones, Tablets und Computern
• Nutzer von Smart-TVs und Streaming-Geräten
• Smart-Home-Nutzer mit vielen vernetzten Geräten
• Anwender, denen eine eigene Pi-hole-Installation zu aufwendig ist
• Nutzer, die bekannte Tracking- und Malware-Domains zentral sperren möchten
Wer ohnehin über einen neuen Router oder Internetanschluss nachdenkt, findet bei Telefontarifrechner.de auch einen Vergleich von DSL- und Internetanschlüssen. Der DNS-Filter selbst hängt jedoch von einer kompatiblen FRITZ!Box und der verfügbaren FRITZ!OS-Version ab und nicht vom gebuchten Internetanbieter.
Labor-Version bleibt eine Testsoftware
Trotz des praktischen Nutzens sollte der aktuelle Entwicklungsstand nicht übersehen werden. FRITZ! weist auf seiner Labor-Seite ausdrücklich darauf hin, dass die Software Betastatus besitzt. Sie ermöglicht einen frühen Zugriff auf neue Funktionen, kann aber noch Fehler enthalten und unterscheidet sich damit von einer regulär freigegebenen FRITZ!OS-Version.
Wer auf einen besonders stabilen Routerbetrieb angewiesen ist, kann deshalb auf die reguläre Veröffentlichung von FRITZ!OS 8.50 warten. Experimentierfreudige Nutzer können dagegen bereits mit einer unterstützten FRITZ!Box prüfen, welchen Effekt eine geeignete DNS-Filterliste im eigenen Heimnetz erzielt.
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FAQ zum DNS-Filter der FRITZ!Box
Kann eine FRITZ!Box Werbung blockieren?
Mit den aktuellen Labor-Versionen kann eine unterstützte FRITZ!Box DNS-Anfragen über Filterlisten prüfen. Dadurch lassen sich bekannte Werbedomains zentral für Geräte im Heimnetz sperren. Eine vollständige Entfernung jeder Form von Werbung ist damit aber nicht möglich.
Funktioniert der FRITZ!Box-DNS-Filter auch auf Smart-TVs?
Ja, grundsätzlich kann die DNS-Filterung auch für Smart-TVs greifen. Das ist gerade bei Geräten praktisch, auf denen sich kein klassischer Browser-Adblocker installieren lässt. Entscheidend ist unter anderem, dass das Gerät die relevante DNS-Konfiguration der FRITZ!Box verwendet.
Kann die FRITZ!Box damit auch YouTube-Werbung blockieren?
Nicht zuverlässig. DNS-Filter können Domains blockieren, aber nicht ohne Weiteres zwischen Werbung und gewünschten Inhalten unterscheiden, wenn beide über dieselben oder technisch eng verbundenen Serverstrukturen ausgeliefert werden.
Ist der neue DNS-Filter ein Ersatz für Pi-hole?
Für Nutzer, die lediglich Filterlisten zentral im Heimnetz einsetzen möchten, kann die FRITZ!Box eine einfachere Alternative sein. Wer umfangreiche Statistiken, detaillierte Client-Auswertungen und besonders viele Konfigurationsmöglichkeiten benötigt, erhält mit Pi-hole weiterhin mehr Kontrolle.
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