Vodafone-Sammelklage: EuGH stärkt über 116.000 Kunden nach 5-Euro-Erhöhung
• 11.09.26 Für mehr als 116.000 Teilnehmer der Vodafone-Sammelklage gibt es eine wichtige Entwicklung. Der Europäische Gerichtshof hat am 10. September 2026 entschieden, dass das europäische Telekommunikationsrecht Anbietern kein eigenständiges Recht gibt, laufende Verträge einseitig zu ändern. Für Vodafone-Kunden, deren Festnetz-Internetvertrag ab 2023 um häufig fünf Euro pro Monat teurer wurde,|
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Vodafone-Sammelklage: EuGH stärkt über 116.000 Kunden nach 5-Euro-Erhöhung
Im Mittelpunkt steht das EuGH-Urteil in der Rechtssache C-669/24. Der Gerichtshof stellte klar, dass Art. 105 Abs. 4 der EU-Richtlinie 2018/1972 Telekommunikationsanbietern nicht selbst das Recht verleiht, Vertragsbedingungen einseitig zu verändern. Ein solches Recht müsste sich aus anderen anwendbaren Vorschriften ergeben.
Für die laufenden Verfahren gegen Vodafone ist diese Auslegung wichtig. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hält eine von Vodafone verwendete Änderungsklausel für unzulässig. Nach Angaben des vzbv wurden ab dem Frühjahr 2023 bei zahlreichen Festnetz-Internetverträgen die Preise erhöht. Viele Betroffene zahlen seitdem fünf Euro mehr im Monat.
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EuGH stärkt Vodafone-Kunden im Streit um die 5-Euro-Preiserhöhung -Bild: © TelefonTarifrechner.de |
Was der EuGH bei Vodafone tatsächlich entschieden hat
Das Urteil aus Luxemburg ist für Verbraucher ein wichtiges Signal, sollte aber nicht mit einer abschließenden Entscheidung über die Vodafone-Preiserhöhungen verwechselt werden. Der EuGH beantwortete eine europarechtliche Frage zur einseitigen Änderung von Telekommunikationsverträgen. Nach seiner Auslegung regelt Art. 105 Abs. 4 vor allem das Kündigungsrecht der Kunden, wenn ein Anbieter auf anderer Rechtsgrundlage zu einer Vertragsänderung berechtigt ist.
Damit reicht die Vorschrift allein nicht aus, um einem Anbieter ein allgemeines Recht auf Preis- oder Vertragsänderungen einzuräumen. Die deutschen Gerichte müssen diese Auslegung nun ihren Entscheidungen zugrunde legen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband ordnet das EuGH-Urteil deshalb als Stärkung der Sammelklage ein.
Darum geht es bei der Vodafone-Sammelklage
Vodafone erhöhte ab dem Frühjahr 2023 die Preise zahlreicher laufender Festnetz-Internetverträge. Nach Angaben der Verbraucherzentrale betrug die Erhöhung bei vielen Kunden fünf Euro monatlich. Der vzbv will mit seiner Sammelklage erreichen, dass unzulässig gezahlte Beträge erstattet werden. Zusätzlich verlangt der Verband Zinsen auf die betroffenen Zahlungen.
| Merkmal | Stand September 2026 |
|---|---|
| Preiserhöhung | bei vielen Verträgen 5 Euro pro Monat |
| Betroffene Verträge | zahlreiche Festnetz-Internetverträge von Vodafone |
| Beginn der Erhöhungen | ab Frühjahr 2023 |
| Sammelklage | OLG Hamm, I-12 VKl 1/23 |
| EuGH-Verfahren | C-669/24, Urteil vom 10. September 2026 |
| Registrierte Teilnehmer | mehr als 116.000 |
| Anmeldung | weiterhin möglich und kostenlos |
| Rückzahlung bereits sicher? | Nein |
Telefontarifrechner.de hatte bereits über das Verfahren berichtet, nachdem eine für Dezember 2025 vorgesehene Verhandlung vor dem OLG Hamm abgesagt worden war. Weitere Hintergründe finden sich im früheren Bericht zur Vodafone-Sammelklage vor dem OLG Hamm.
Wie viel Geld könnte eine Rückzahlung ausmachen?
Bei einer Erhöhung um fünf Euro im Monat summiert sich der Unterschied relativ schnell. Nach zwölf Monaten sind 60 Euro zusätzlich gezahlt, nach zwei Jahren 120 Euro und nach drei Jahren 180 Euro. Diese Beträge sind nur Rechenbeispiele. Wie hoch ein möglicher individueller Anspruch tatsächlich ausfällt, hängt davon ab, wann der jeweilige Preis erhöht wurde und wie das Gerichtsverfahren endet.
| Zeitraum mit 5 Euro Mehrpreis | Rechnerische Mehrkosten |
|---|---|
| 12 Monate | 60 Euro |
| 24 Monate | 120 Euro |
| 36 Monate | 180 Euro |
Die Sammelklage zielt darauf, zu viel gezahltes Geld zurückzuholen. Eine Garantie auf diese Beträge gibt es derzeit jedoch nicht. Das Oberlandesgericht Hamm muss unter Berücksichtigung der EuGH-Auslegung noch über die angegriffenen Preiserhöhungen entscheiden.
Mehr als 116.000 Vodafone-Kunden sind bereits registriert
Nach Angaben des vzbv haben sich bis September 2026 bereits mehr als 116.000 Menschen der Sammelklage angeschlossen. Betroffen sein können Kunden mit Festnetz-Internetverträgen von Vodafone, deren Preis während eines laufenden Vertrags erhöht wurde. Nach Angaben der Verbraucherzentrale ist es dabei nicht entscheidend, ob der betreffende Vertrag heute noch besteht.
Wer prüfen möchte, ob der eigene Vertrag unter die Klage fällt, kann den Klagecheck der Verbraucherzentrale nutzen. Die eigentliche Anmeldung erfolgt über das Klageregister beim Bundesamt für Justiz.
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DSL Tarife : Die besten DSL- und VDSL Tarife unter 25 Euro -Bild: © TelefonTarifrechner.de/KI |
Die Anmeldung ist kostenlos
Die Teilnahme an der Sammelklage kostet nach den offiziellen Angaben nichts. Für die Registrierung müssen auch keine Vertragsunterlagen an das Bundesamt für Justiz geschickt werden. Das Bundesamt für Justiz führt das Verfahren unter dem Aktenzeichen I-12 VKl 1/23.
Eine wirksame Eintragung ist wichtig, weil nur registrierte Betroffene an der Sammelklage teilnehmen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale werden die angemeldeten Ansprüche während des Verfahrens zudem vor Verjährung geschützt. Die Anmeldung ist nach aktuellem Stand weiterhin möglich.
Warum das Urteil auch über Vodafone hinaus wichtig ist
Die Entscheidung des EuGH betrifft die Auslegung einer europäischen Regel für Verträge über elektronische Kommunikationsdienste. Sie bedeutet nicht, dass jede Preiserhöhung eines Telekommunikationsanbieters automatisch unwirksam ist. Sie stellt aber klar, dass das in der Richtlinie vorgesehene Sonderkündigungsrecht nicht gleichzeitig eine allgemeine Erlaubnis für einseitige Vertragsänderungen darstellt.
Für Verbraucher ist deshalb die konkrete Vertragsgrundlage entscheidend. Unternehmen müssen sich bei Änderungen auf eine wirksame rechtliche Grundlage stützen. Ob die bei Vodafone verwendete Klausel diese Voraussetzungen erfüllt und ob die daraus folgenden Preiserhöhungen zurückgezahlt werden müssen, bleibt Gegenstand der Verfahren vor den deutschen Gerichten.
Was betroffene Vodafone-Kunden jetzt prüfen sollten
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• Wurde der Preis eines laufenden Vodafone-Festnetz-Internetvertrags ab 2023 erhöht?
• Betrug der Aufschlag fünf Euro im Monat?
• Ab welchem Monat wurde der höhere Preis tatsächlich berechnet?
• Ist bereits eine wirksame Anmeldung im Klageregister erfolgt?
• Passt der eigene Vertrag laut Klagecheck der Verbraucherzentrale zum Verfahren?
Wer diese Punkte nachvollzieht, kann zugleich abschätzen, um welchen Betrag es im eigenen Fall gehen könnte. Rechnungen und Vertragsunterlagen sollten aufbewahrt werden, auch wenn sie für die reine Anmeldung im Klageregister nicht mitgeschickt werden müssen.
FAQ zur Vodafone-Sammelklage
Hat der EuGH entschieden, dass Vodafone Geld zurückzahlen muss?
Nein. Der EuGH hat eine europarechtliche Frage zur einseitigen Änderung von Telekommunikationsverträgen beantwortet. Über die konkrete Sammelklage und mögliche Rückzahlungen entscheidet weiterhin das OLG Hamm.
Wie viel Geld könnten Vodafone-Kunden zurückbekommen?
Bei fünf Euro Mehrpreis ergeben sich rechnerisch 60 Euro pro Jahr. Der tatsächliche mögliche Rückzahlungsbetrag hängt vom Beginn der jeweiligen Preiserhöhung und vom Ausgang des Verfahrens ab.
Kann man sich im September 2026 noch zur Sammelklage anmelden?
Ja. Nach aktuellem Stand ist eine Anmeldung weiterhin möglich. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, zunächst mit ihrem Klagecheck zu prüfen, ob der eigene Vertrag die Voraussetzungen erfüllt.
Können auch ehemalige Vodafone-Kunden teilnehmen?
Nach Angaben des vzbv spielt es keine Rolle, ob der betroffene Festnetz-Internetvertrag heute noch besteht. Entscheidend ist, ob der Vertrag und die damalige Preiserhöhung die Voraussetzungen der Sammelklage erfüllen.
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