Regierung schiesst gegen O2s Datenhandel mit Bewegungsprofilen• 01.11.12 Die Aufregung um den Verkauf von Bewegungsprofilen bei O2 ist groß.
Der Movilfunkanbieter O2 ist am Dienstag durch die spanische Telefonica
an die deutsche Börse platziert worden. Dabei war der Börsengang ein
voller Erfolg. Wer die Papiere gezeichnet hatte, konnte gleich einen
Kursgewinn von 4,2 Prozent verzeichnen.
Allerdings versuchte Telefonica auch mit seinem Datenhandel von
Bewegungsprofilen von den O2 Nutzern zu werben. Damit können die Daten-Käufer dann sehen,
in welchen Läden die Kunden verkehren, wie lange die Verweildauer ist und so weiter.
Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hatte dann am Mittwoch auch von
einem gefährlichen Trend geredet. und vor einer Verletzung der Privatsphäre durch Mobilfunkanbieter gegenüber der
"Berliner Zeitung" gewarnt. Die Verbraucherministerin Ilse Aigner von der CSU hat nun sogar den Nutzern zu
einem Anbieterwechsel geraten und das Bundeswirtschaftsministerium hält den
Datenhandel sogar schlicht für unzulässig.
Ein Sprecher von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler teilte in
Berlin mit, dass das Ministerium nach einer Prüfung des Telekommunikationsgesetzes zu dem Schluss gekommen sei, dass der Handel mit
Standortdaten verboten sei. Es handele sich nicht um einen Dienst mit
Zusatznutzen. Dies gelte auch für anonymisierte Daten. Das Ministerium gehe
davon aus, "dass die Bundesnetzagentur entsprechende Schritte einleiten wird".
Die Pressesprecherin von O2 räumte daher gegenüber den Medien ein, dass die
Daten anonymisiert weiter gegeben werden, und das deutsche Nutzer davon nicht
betroffen sind. Allerdings haben in der Regel die deutschen Kunden noch nicht mal der
Speicherung von Bewegungsprofilen schriftlich zugestimmt.
Immerhin hat der Bundesdatenschutzbeauftragte für den Datenschutz, Peter
Schaar, schnell reagiert und beim unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz
Schleswig Holstein (www.datenschutzzentrum.de) ein
Musterformular
für den Widerspruch gegen die Speicherung von Bewegungsprofilen von O2
hinterlegt. O2 hat dann 3 Wochen Zeit die Forderung zu erfüllen und schriftlich zu bestätigen.
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