Telekom lässt 5G-Mobilfunkmast fliegen: Netz aus 3.000 Metern
• 11.08.26 Mobilfunkmasten stehen normalerweise auf Gebäuden, an Straßen oder auf eigens errichteten Funkstandorten. Die Deutsche Telekom erprobt nun eine andere Lösung: Der Mobilfunkmast hebt ab.Telekom lässt 5G-Mobilfunkmast fliegen: Netz aus 3.000 Metern
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Zwei Flugzeuge wechseln sich in der Luft ab: Die Telekom hat ein LTE- und 5G-Netz getestet, das bis zu 20 Quadratkilometer versorgen und per Satellit mit dem Mobilfunkkernnetz verbunden werden kann.
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Telekom lässt 5G-Mobilfunkmast fliegen: Netz aus 3.000 Metern -Bild: © TelefonTarifrechner.de |
Gemeinsam mit T-Mobile Tschechien und Primoco UAV hat der Konzern zwei unbemannte Flugzeuge des Typs Primoco One 150 als fliegende Mobilfunkantennen eingesetzt. Die Maschinen kreisten in zwei bis drei Kilometern Höhe und versorgten ein Veranstaltungsgebiet mit LTE und 5G.
Das eigentlich Neue an dem Versuch ist allerdings nicht allein der Mobilfunk aus der Luft. Erstmals wurde getestet, wie sich zwei Fluggeräte bei der Netzversorgung nahtlos ablösen können. Muss eine Maschine landen, übernimmt die zweite. Smartphones wechseln dabei automatisch zur aktiven Funkzelle. Telefonate und Datenverbindungen sollen ohne Unterbrechung weiterlaufen.
Damit rückt eine Technik näher an die Praxis, die vor allem dort interessant sein könnte, wo klassische Infrastruktur fehlt, beschädigt wurde oder kurzfristig nicht genügend Kapazität bietet.
Telekom testet unterbrechungsfreien Mobilfunk aus der Luft
Der Feldversuch fand bei der Trailrunning-Veranstaltung Behej lesy im Landschaftsschutzgebiet der Brdy-Berge in Tschechien statt. Die Region verfügt nur über eine eingeschränkte Mobilfunkversorgung und bot damit geeignete Bedingungen für einen Praxistest.
Rund 1.900 Läuferinnen und Läufer nahmen an der Veranstaltung teil. Start und Ziel wurden durch einen kompakten Mobilfunkstandort am Boden versorgt. Entlang der Laufstrecke übernahmen dagegen die beiden Flugzeuge.
Die Deutsche Telekom beschreibt den Feldversuch als weiteren Schritt auf dem Weg zu einer widerstandsfähigeren Mobilfunkversorgung für besondere Einsatzlagen.
| Merkmal | Wert im Feldversuch |
|---|---|
| Fluggeräte | 2 Primoco One 150 |
| Flughöhe | 2 bis 3 Kilometer |
| Mobilfunkstandard | LTE und 5G |
| Versorgtes Gebiet | bis zu 20 km² |
| Datenrate | bis zu 100 Mbit/s |
| Funkkanal | 10 MHz |
| Backhaul | unter anderem per Satellit |
| Teilnehmer beim Praxistest | rund 1.900 |
So funktioniert der fliegende Mobilfunkmast
Technisch übernimmt das Flugzeug eine Aufgabe, die normalerweise eine stationäre Mobilfunk-Basisstation erfüllt. An Bord befindet sich Funktechnik, über die sich Smartphones mit dem Netz verbinden können.
Dabei wurden Standardfrequenzen genutzt, wie sie auch in klassischen terrestrischen Mobilfunknetzen eingesetzt werden. Für den Nutzer fühlt sich die Verbindung daher grundsätzlich wie gewöhnlicher Mobilfunk an.
Wichtig ist die Abgrenzung zu direkten Satellitenverbindungen: Das Smartphone funkt bei diesem System nicht unmittelbar zu einem Satelliten. Es verbindet sich zunächst mit der fliegenden Mobilfunkzelle. Erst die Technik an Bord stellt anschließend die Verbindung zum restlichen Mobilfunknetz her.
Warum zwei Primoco One 150 eingesetzt werden
Eine einzelne Maschine kann nicht dauerhaft in der Luft bleiben. Irgendwann muss sie landen, betankt, kontrolliert oder für den nächsten Flug vorbereitet werden. Genau hier setzt der neue Wechselbetrieb an.
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• Flugzeug A stellt zunächst die Mobilfunkversorgung bereit.
• Flugzeug B steht für die Übernahme zur Verfügung.
• Bevor Flugzeug A landet, wird die Versorgung auf Flugzeug B übertragen.
• Smartphones verbinden sich automatisch mit der jeweils aktiven Funkzelle.
• Das gelandete Flugzeug kann anschließend für einen erneuten Einsatz vorbereitet werden.
Damit lässt sich eine der größten praktischen Einschränkungen einer einzelnen Mobilfunkdrohne umgehen. Die notwendige Landung eines Fluggeräts muss nicht automatisch bedeuten, dass gleichzeitig das Mobilfunknetz verschwindet.
Der Wechsel ist wichtiger als ein neuer Geschwindigkeitsrekord
Die gemeldeten Datenraten von bis zu 100 Mbit/s sind für eine temporäre Funkzelle durchaus beachtlich. Der entscheidende Fortschritt des Tests liegt jedoch an anderer Stelle: Die Netzversorgung konnte von einem Flugzeug auf das nächste übertragen werden, ohne dass laufende Verbindungen abbrechen sollten.
Genau diese Fähigkeit ist für spätere Einsätze bei Katastrophen, Veranstaltungen oder Infrastrukturausfällen wichtiger als ein möglichst hoher Spitzenwert im Speedtest.
Satellit verbindet die fliegende Antenne mit dem Kernnetz
Ein weiterer Bestandteil des Tests war eine Satellitenanbindung direkt an Bord der Flugzeuge. Dadurch kann die fliegende Basisstation mit dem Mobilfunkkernnetz verbunden werden, ohne dass dafür zwingend eine zusätzliche Bodenstation benötigt wird.
Das ist insbesondere dann relevant, wenn nicht nur ein Mobilfunkmast fehlt, sondern auch dessen übliche Datenanbindung beschädigt oder nicht verfügbar ist.
Vereinfacht läuft die Verbindung in drei Schritten ab:
- Das Smartphone verbindet sich über LTE oder 5G mit dem Flugzeug.
- Die Mobilfunktechnik an Bord arbeitet wie eine normale Funkzelle.
- Die Verbindung zum Mobilfunkkernnetz wird über die Satellitenanbindung hergestellt.
Das Konzept unterscheidet sich damit deutlich von Diensten, bei denen Smartphones selbst direkt mit einem Satelliten kommunizieren. Hier übernimmt das Flugzeug die Rolle eines Mobilfunkmasts in der Luft.
Bis zu 20 Quadratkilometer LTE und 5G aus der Luft
Während des Tests flogen die beiden Primoco-Maschinen in einer Höhe von rund zwei bis drei Kilometern. Von dort aus konnten sie nach Angaben der Telekom ein Gebiet von bis zu 20 Quadratkilometern mit LTE und 5G versorgen.
Über einen 10-MHz-Kanal wurden Datenraten von bis zu 100 Mbit/s erreicht.
Für einen Notfall- oder Übergangseinsatz ist allerdings nicht nur die maximale Geschwindigkeit entscheidend. Oft geht es zunächst darum, überhaupt wieder Telefonie und mobile Datenkommunikation verfügbar zu machen.
Wie unterschiedlich die Mobilfunkversorgung trotz des weit fortgeschrittenen Netzausbaus ausfallen kann, zeigt auch die Analyse zur 5G-Netzabdeckung von Telekom, Vodafone und O2. Gerade dünn besiedelte oder schwer zugängliche Regionen bleiben für klassische Mobilfunknetze anspruchsvoll.
Warum 5G aus der Luft bei Katastrophen interessant wird
Besonders interessant wird die Technik bei außergewöhnlichen Einsatzlagen. Hochwasser, Waldbrände oder andere Naturkatastrophen können Mobilfunkstandorte beschädigen, Stromversorgungen unterbrechen und Zufahrtswege blockieren.
Ausgerechnet in solchen Situationen steigt der Bedarf an Kommunikation deutlich. Einsatzkräfte müssen sich koordinieren, Behörden Informationen austauschen und Betroffene ihre Angehörigen erreichen können.
Eine Mobilfunkdrohne könnte hier zusätzliche Versorgung bereitstellen, ohne dass am Einsatzort zuerst ein neuer Funkmast errichtet werden muss. Dank Satellitenanbindung wäre zudem eine Verbindung zum Kernnetz möglich, selbst wenn terrestrische Leitungen fehlen.
| Einsatzlage | Möglicher Vorteil |
|---|---|
| Überschwemmungen | Netzversorgung trotz beschädigter Infrastruktur |
| Waldbrände | Kommunikation in schwer zugänglichen Gebieten |
| Netzausfälle | Temporäre zusätzliche Mobilfunkzelle |
| Großveranstaltungen | Zusätzliche Netzabdeckung oder Kapazität |
| Gebirge und Wälder | Versorgung ohne dauerhaft errichteten Funkmast |
| Einsatzkräfte | Priorisierung bestimmter Netzkapazitäten möglich |
Nach Angaben der Telekom können Netzkapazitäten bei Bedarf gezielt priorisiert werden. Das könnte beispielsweise dafür sorgen, dass Einsatzkräfte auch dann zuverlässig kommunizieren können, wenn viele Menschen gleichzeitig auf die temporäre Funkzelle zugreifen.
Mobilfunkabdeckung bleibt vor allem in der Fläche eine Herausforderung
Deutschland verfügt inzwischen über eine sehr weit ausgebaute Mobilfunkinfrastruktur. Die Bundesnetzagentur berichtete Ende 2025, dass große Teile der Fläche Deutschlands bereits mit 5G versorgt werden.
Eine hohe bundesweite Abdeckungsquote bedeutet jedoch nicht, dass jedes Netz an jedem Ort verfügbar ist. Hinzu kommt: Auch ein gut ausgebautes Netz kann bei Naturkatastrophen, Stromausfällen oder technischen Schäden kurzfristig ausfallen.
Genau dort könnte 5G aus der Luft künftig als Ergänzung dienen.
Vom ersten Flug 2025 zum Wechselbetrieb mit zwei Maschinen
Der aktuelle Feldversuch baut auf früheren Tests auf. Bereits im Februar 2025 setzte die Telekom gemeinsam mit T-Mobile Tschechien und Primoco UAV eine Primoco One 150 beim Skilanglaufrennen Jizerská 50 ein.
Damals flog eine einzelne Maschine in rund 2,3 Kilometern Höhe und versorgte bei geeigneten Wetterbedingungen für etwa vier Stunden einen rund sechs Kilometer langen Streckenabschnitt mit Mobilfunk.
Die Telekom meldete bei diesem Einsatz Geschwindigkeiten von bis zu 95 Mbit/s im Download und bis zu 34 Mbit/s im Upload.
Laut der damaligen Beschreibung des ersten Live-Einsatzes einer Mobilfunkdrohne kann das verwendete System bis zu 1.200 Nutzer gleichzeitig versorgen.
Mit einer Spannweite von 4,85 Metern ist die Primoco One 150 zudem deutlich größer als eine gewöhnliche Foto- oder Freizeitdrohne.
| Merkmal | Test 2025 | Test 2026 |
|---|---|---|
| Fluggeräte | eine Primoco One 150 | zwei Primoco One 150 |
| Schwerpunkt | Mobilfunkzelle im kommerziellen Live-Netz | nahtloser Wechselbetrieb |
| Flughöhe | rund 2,3 km | 2 bis 3 km |
| Maximale gemeldete Datenrate | bis zu 95 Mbit/s Download | bis zu 100 Mbit/s |
| Satellitenanbindung | als technisches Einsatzszenario vorgesehen | Bestandteil des Feldversuchs |
Braucht man dafür ein spezielles Satellitenhandy?
Ein wesentlicher Vorteil des Konzepts besteht darin, dass Nutzer nicht direkt mit einem Satelliten kommunizieren müssen.
Während des Feldversuchs verbanden sich Smartphones automatisch mit der jeweils aktiven Mobilfunkzelle. Die Flugzeuge nutzten Standardfrequenzen, wie sie auch in terrestrischen Mobilfunknetzen verwendet werden.
Das System ist damit grundsätzlich auf gewöhnliche LTE- und 5G-Verbindungen zwischen Smartphone und Basisstation ausgelegt.
Welche Smartphones, Frequenzbänder und Tarife bei einem späteren kommerziellen Einsatz tatsächlich unterstützt würden, hängt jedoch von der konkreten Netzkonfiguration ab. Der Feldversuch ist deshalb noch keine allgemeine Kompatibilitätsgarantie für jedes Gerät und jeden Mobilfunkanbieter.
Kann die Mobilfunkdrohne normale Funkmasten ersetzen?
Für den dauerhaften Betrieb eines normalen Mobilfunknetzes bleiben klassische Funkstandorte die sinnvollere Lösung. Sie können große Kapazitäten zuverlässig bereitstellen und müssen weder landen noch betankt werden.
Die eigentliche Stärke der fliegenden Technik liegt deshalb nicht darin, bestehende Mobilfunkmasten komplett zu ersetzen.
Interessant wird sie dort, wo ein stationärer Standort fehlt, ausgefallen ist oder kurzfristig zusätzliche Versorgung benötigt wird.
Auch die Aussicht auf eine Versorgung rund um die Uhr sollte dabei realistisch eingeordnet werden. Der erfolgreiche Wechsel zweier Flugzeuge zeigt, dass eine Landung nicht zwangsläufig einen Netzausfall verursachen muss.
Wetterbedingungen, Wartungsarbeiten, Luftraumfreigaben, Satellitenkapazitäten und andere betriebliche Faktoren bleiben jedoch bestehen.
Fazit: Aus der Mobilfunkdrohne wird ein belastbares Netzkonzept
Eine einzelne fliegende Mobilfunkantenne ist technisch beeindruckend, hat aber einen offensichtlichen Nachteil: Irgendwann muss sie zurück auf den Boden.
Genau dieses Problem adressiert der aktuelle Feldversuch. Zwei Primoco One 150 können sich bei der Versorgung ablösen, während Smartphones automatisch mit der aktiven Funkzelle verbunden bleiben.
Zusammen mit der Satellitenanbindung entsteht daraus mehr als nur eine technische Demonstration. Die Kombination aus LTE und 5G aus der Luft, automatischem Zellwechsel und direkter Verbindung zum Kernnetz könnte insbesondere beim Katastrophenschutz, für Einsatzkräfte und bei Veranstaltungen in abgelegenen Regionen interessant werden.
Der klassische Mobilfunkmast wird dadurch nicht überflüssig. Für außergewöhnliche Situationen könnte künftig aber eine zusätzliche Option bereitstehen: Wenn die Infrastruktur am Boden fehlt oder ausfällt, kommt die Funkzelle aus mehreren Kilometern Höhe.
FAQ zu Telekom Mobilfunk aus der Luft
Wie hoch fliegt die Telekom Mobilfunkdrohne?
Beim aktuellen Feldversuch flogen die Primoco One 150 in einer Höhe von etwa zwei bis drei Kilometern. Von dort aus konnten sie laut Telekom ein Gebiet von bis zu 20 Quadratkilometern mit LTE und 5G versorgen.
Wie schnell ist 5G aus der Telekom Drohne?
Im Praxistest wurden über einen 10-MHz-Kanal Datenraten von bis zu 100 Mbit/s erreicht. Die tatsächlich verfügbare Geschwindigkeit hängt wie bei einem normalen Mobilfunknetz unter anderem von Funkbedingungen, Kapazität und Anzahl der Nutzer ab.
Braucht man für Mobilfunk aus der Luft ein spezielles Smartphone?
Im Feldversuch verbanden sich Smartphones automatisch mit den fliegenden Mobilfunkzellen. Die Antennen nutzten Standardfrequenzen terrestrischer Mobilfunknetze. Eine direkte Satellitenverbindung des Smartphones ist bei diesem Konzept nicht erforderlich.
Wann könnte eine fliegende Mobilfunkantenne eingesetzt werden?
Als mögliche Einsatzgebiete nennt die Telekom unter anderem Überschwemmungen, Waldbrände, abgelegene Großveranstaltungen und andere Situationen, in denen klassische Mobilfunkinfrastruktur fehlt, ausgefallen ist oder kurzfristig zusätzliche Kapazität benötigt.
Weitere Infos zu den derzeitigen Angeboten erhalten Sie bei der Telekom und in unsereTelekom Tarife Übersicht.
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