UMTS-Markt Deutschland: Unsicherheit für 55 Mio. Kunden
• 15.11.01 Vor allem unsicher sind die Aussichten derzeit für die
deutsche Mobilfunkbranche, so der Tenor der Diskussionen heute morgen
auf der Euroforum-Jahrestagung "Telecom Trends" in Königswinter bei
Bonn. Die Technik (Netz und Geräte) lässt auf sich warten, politische
Unsicherheiten, Terror und Krisen lähmen die wirtschaftliche Effizienz
und die Konsum- und Investitionstätigkeit, die Anlaufkosten sind durch
die Lizenzen immens und all das bei zunehmend gesättigtem Markt.
Eine nachhaltige Neuausrichtung der Geschäftsmodelle im Mobilfunk hält
daher Martin Gutberlet, Leiter des Bereiches Mobile Stratey für
Telekommunikation bei der KPMG Consulting AG für angebracht. Der
Unternehmensberater erwartet eine vermehrte Aufspaltung der
Geschäftsbereiche der Anbieter und Konzentration auf die drei
Kernkompetenzen Content (kreative Erstellung, Aggregation und Management
von Inhalten und Durchführung von Transaktionen), Service
(Bereitstellung innovativer Dienste oder Service-Bündel und deren
Abrechnung über das Netz) sowie Netze (Aufbau, Wartung, Betrieb und
Steuerung von TK-Netzen für Daten und Sprache).
Eine neue von Oracle auf der Euroforum-Tagung erstmals
veröffentlichte Studie zur Nutzung neuer Dienste im Mobilfunk
spiegelte dabei sehr wohl die Bereitschaft der Mobiltelefonierer
wieder, für neue Dienste auch mehr zu bezahlen. "Das Spektrum reicht
von 20 Mark zusätzlich im privaten Bereich bis zu 500 Mark und mehr
im beruflichen Bereich", erklärte Harald Wulfken, Marketing Manager
Telecommunications Industry bei der Oracle Deutschland GmbH. Als
Voraussetzung für eine vermehrte Nutzung nannten die Probanten
insbesondere Angebote zu E-Mail und Portal-Abfrage, höhere Sicherheit
bei der Nutzung, großes Display sowie eine standardisierte
Schnittstelle für die verschiedenen mobilen Geräte.
Nach Ansicht von Dietrich Beese, Vorstand Finanzen und Administration
(CFO) bei Viag Interkom GmbH & Co. KG, werden in 2010 mehr als 70
Prozent der Bevölkerung UMTS nutzen. Die Penetration wird dabei 100
Prozent deutlich übersteigen (125%), da der Kunde künftig über mehrere
SIM-Karten für verschiedene Endgeräte verfügen wird. Erste Angebote zu
UMTS wird es von Viag Interkom aber frühestens 2002 bzw. Anfang 2003
geben. 2001 rechnet Interkom mit rund 55 Mio. Kunden deren
durchschnittlicher Umsatz (ARPU Average Revenue per User) etwa 80 bis
100 DM mtl. (265 Mb) betragen soll.
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