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Kontaktloses Bezahlen: Bürger fordern gesetzliches Recht für kontaktloses Bezahlen

• 22.04.22 Während der Corona Wellen waren die Deutschen bemüht, möglichst wenige Kontakt zu haben. Das galt dann auch für den Bezahlvorgang an den Kassen. So haben fast alle zumindest hin und wieder kontaktlos im Geschäft laut einer Branchenumfrage bezahlt, zwei Drittel fordern ferner ein gesetzliches Recht auf Wahlfreiheit beim Bezahlen ein.

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Kontaktloses Bezahlen: Bürger fordern gesetzliches Recht für kontaktloses Bezahlen

Durch die Corona-Pandemie gab es einen verstärkten Trend zum kontaktlosen Bezahlen an den Ladenkassen. So haben vom Januar bis März 2022 93 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger mindestens einmal mit Karte, Smartphone oder Smartwatch kontaktlos bezahlt. Vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 85 Prozent, Ende 2020 waren es erst 79 Prozent, so der Branchenverband Bitkom.

Kontaktloses Bezahlen: Bürger fordern gesetzliches Recht für kontaktloses Bezahlen
Kontaktloses Bezahlen: Bürger fordern gesetzliches Recht
für kontaktloses Bezahlen -Bild: pixabay.com

33 Prozent bezahlten dabei täglich oder mehrmals täglich kontaktlos im Geschäft. Jeweils rund ein Viertel nutzt diese Möglichkeit mehrmals oder einmal mit 23 Prozent pro Woche, weitere 13 Prozent seltener.

"Corona hat dem kontaktlosen Bezahlen einen Schub gegeben - und dieser Schub wirkt nach.", sagt Kevin Hackl, Referent Digital Banking & Financial Services beim Bitkom.

Auch haben 49 Prozent im ersten Quartal dieses Jahres an der Kasse zu Smartphone oder Smartwatch gegriffen. Vor einem Jahr lag der Anteil nur bei 38 Prozent. Täglich oder sogar mehrmals täglich nutzen 14 Prozent Smartphone oder Smartwatch zum Bezahlen, 13 Prozent mehrmals die Woche. Etwa einmal pro Woche nutzen 9 Prozent Smartphone oder Smartwatch zum Bezahlen im Geschäft, 13 Prozent tun dies seltener.

"Smartwatch und Smartphone sind ideale Begleiter beim Einkauf. Die meisten Menschen gehen ohnehin nur selten ohne diese Geräte aus dem Haus und dank biometrischer Schutzmechanismen wie Fingerabdruck sind sie beim Bezahlen besonders sicher.", so die Experten weiter.

Der Trend zum elektronischen Bezahlen an der Kasse dürfte sich weiter fortsetzen. 71 Prozent nutzen seit der Corona-Pandemie seltener Bargeld, die Hälfte empfindet seit Pandemie-Beginn Bargeld ans unhygienisch. Und 64 Prozent geben an, dass sie künftig seltener Bargeld verwenden werden.

Auch stört es 67 Prozent, wenn sie im Geschäft nicht bargeldlos mit Karte oder Smartphone bezahlen können. Im Jahr 2021 waren es 60 Prozent gewesen.

Politiker sollen kontaktloses Bezahlen unterstützen

Damit werden auch die Rufe nach einem Eingreifen der Politik lauter. Ebenfalls rund zwei Drittel der Befragten unterstützen die Forderung, dass alle Geschäfte gesetzlich dazu verpflichtet sein sollten, neben Bargeld-Zahlungen auch mindestens eine elektronische Bezahlmöglichkeit anzubieten. Vor einem Jahr wollten dies erst 57 Prozent.

"Der Handel sollte auf die Wünsche der Kundschaft hören und zumindest eine europaweit nutzbare digitale Bezahlmöglichkeit anbieten. Es gibt inzwischen eine Vielzahl an Lösungen, um an der Kasse elektronisches Bezahlen neben Bargeldzahlungen zu ermöglichen. Echte Wahlfreiheit beim Bezahlen ist mehr als überfällig", so Hackl.

Digitales Bezahlen: Verbraucher fordern ein Recht auf digitales Bezahlen ein

Derzeit wird das kontaktlose Bezahlen in Deutschlands Großstädten sehr unterschiedlich eingesetzt. Das zeigte zuletzt eine Auswertung des Smart City Index des Digitalverbands Bitkom. Aber in der Corona-Pandemie finden die Bundesbürger Gefallen am digitalen Bezahlen. Besonders die jungen Leute wollen gerne Digital Bezahlen.

Wenn es nach dem Willen einer breiten Mehrheit der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger geht, sollten viele Verkaufstellen auch die Möglichkeit bieten, Digital, und damit bargeldlos zu bezahlen. Diese Forderung unterstützen laut einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom 74 Prozent.

Digitales Bezahlen: Verbraucher fordern ein Recht auf digitales Bezahlen ein
Bezahlen mit dem Smartphone wird einfacher -Bild: pixabay.com

"Wir brauchen echte Wahlfreiheit beim Bezahlen. Es geht nicht darum, das Bargeld abzuschaffen, sondern den Kundinnen und Kunden an jedem Ort die freie Entscheidung zu überlassen, wie sie bezahlen möchten", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Vor allem Jüngere fordern, dass alle Geschäfte, Restaurants oder andere Verkaufsstellen mindestens eine digitale Bezahlmöglichkeit anbieten müssen. So unterstützen besonders die jüngeren Verbraucher im Alter von 18- bis 29-Jährigen unterstützen das mit einer Mehrheit von 89 Prozent.

Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 75 Prozent, bei den 50- bis 64-Jährigen 76 Prozent. Und selbst unter den Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahre spricht sich eine deutliche Mehrheit von 64 Prozent dafür aus.

Forderungen an die Bundesregierung

Eine solche Forderung an die künftige Bundesregierung unterstützen mehrheitlich auch die Anhängerinnen und Anhänger aller derzeit im Bundestag vertretenen Parteien. Unter denen der AfD fordern 82 Prozent ein Recht auf digitales Bezahlen, bei Bündnis 90 / Die Grünen und FDP sind es jeweils 77 Prozent, bei SPD und CDU/CSU jeweils 74 Prozent. Unter denjenigen, die mit der Linken sympathisieren, wollen nur 64 Prozent überall bargeldlos bezahlen können.

Kontaktloses Bezahlen: Während Corona wird kontaktloses Bezahlen beliebter

So haben 54 Prozent allein im August beim Einkaufen vor Ort mindestens einmal kontaktlos bezahlt. Immerhin bezahlen 26 Prozent der Bürger sogar regelmäßig kontaktlos mehrmals pro Woche. Aber auch die kontaktlose Bezahlung mit dem Smartphone oder der Smartwatch, wie sie unter anderem Dienste wie Apple Pay oder Google Pay ermöglichen, sind beliebt. 33 Prozent haben im selben Zeitraum mindestens einmal auf diese Weise bezahlt, 16 Prozent nutzen Smartphone oder Smartwatch regelmäßig mehrmals pro Woche zum Bezahlen, so dass Ergebnis eine Umfrage des Branchenverbandes Bitkom.

"Digitale Bezahlverfahren sind nicht nur in der Pandemie eine sinnvolle Ergänzung zum Bargeld. Gerade das Smartphone eignet sich ideal zum Bezahlen: Wir haben es immer dabei und dank biometrischer Schutzmechanismen wie etwa dem Fingerabdruckscan ist es auch besonders sicher", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Auch die EU-Kommission spricht sich in der gerade veröffentlichten "Retail Payments Strategy" für die Förderung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs aus und will die Notwendigkeit regulatorischer Schritte prüfen.

Zunehmende Verbreitung findet auch Online-Banking. Alleine im August haben 71 Prozent mindestens einmal digitale Banking-Dienste wie Online-Überweisung oder den Online-Abruf des Kontostandes genutzt. Mehr als jeder Vierte hat sogar mehrmals pro Woche auf Online-Banking zurückgegriffen.

Im Bürgeramt machen es die meisten Städte möglich, Gebühren auch bargeldlos zu bezahlen. Während EC-Karten mit 79 Prozent Standard sind, werden Kreditkarten mit 7 Prozent bislang kaum akzeptiert. Auch mobiles Bezahlen ist noch die absolute Ausnahme. Nur drei der 81 Städte bieten dies an oder planen es.

Kommunen in Baden-Württemberg und Hessen schneiden gut ab

Die Kommunen in Baden-Württemberg und Hessen schneiden im Durchschnitt besonders gut ab. Erstmals gibt es dabei vom Branchenverband Platzierungen. So liegt Karlsruhe (Platz 2), Stuttgart (3), Heidelberg (6), Darmstadt (10) und Frankfurt am Main (12). Städte in Nordrhein-Westfalen sind im Schnitt weniger smart als im Rest Deutschlands. Auch innerhalb der Bundesländer gibt es regionale Unterschiede, wie das Beispiel Nordrhein-Westfalen ebenfalls zeigt.

Städte in den nördlichen Regionen Münsterland und Ostwestfalen-Lippe wie Bielefeld (Platz 19) und Münster (27) können vor allem im Bereich Verwaltung punkten. Gute Platzierungen erreichen außerdem Bonn (Platz 7), Köln (8) und Aachen (11) im Rheinland. Lediglich das Ruhrgebiet als Region schneidet in allen Kategorien unterdurchschnittlich ab, mit Ausnahme Dortmunds auf Gesamtrang 9.

Ein Gefälle zwischen West und Ost zeichnet sich nicht ab. In der Gesamtwertung gibt es keine Unterschiede zwischen den Städten aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und dem Rest der deutschen Städte.

Große Städte sind im Vorteil

Besonders größere Städte ab 300.000 Einwohnern schneiden überdurchschnittlich gut ab. Am schwersten haben es kleinere Großstädte mit weniger als 150.000 Einwohnern. Die besten unter ihnen sind Ingolstadt (Platz 21) und Ulm (29). Eine hohe Einwohnerzahl allein garantiert allerdings noch keine gute Platzierung. Für Essen reicht es trotz mehr als 580.000 Einwohnern nur für Platz 52.

Den größten Vorsprung haben bevölkerungsreiche Städte im Bereich Mobilität, bei den Millionenstädten ist es auch der Bereich IT und Kommunikation. In den Kategorien Energie und Umwelt, Verwaltung und Gesellschaft können dagegen auch viele kleinere Städte punkten.

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