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NSA Skandal: Internet Nutzer mit Verschlüsselungstechnik werden verfolgt

• 03.07.14 Jeder Internet Nutzer, der seine Kommunikation mittels dem Tor-Netzwerk durch Verschlüsselung verschleiert, wird bei der NSA neben den Terroristen und feindlichen Zielen abgespeichert. Was wie eine Phrase aus einem schlechten Spionage-Roman erscheint, ist nun laut den Edward Snowden Dokumenten, die der ARD und dem NDR vorliegen, Realität geworden.

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Laut den Snowden Dokumenten werden dabei mittlerweile auch gezielt Deutsche bespitzelt, die sich mit Verschlüsselung im Internet beschäftigen. Das geht aus einem geheimen Quellcode hervor, der NDR und dem WDR vorliegt. Ein NSA-Opfer läßt sich sogar namentlich identifizieren. Einer von ihnen ist ein Student aus Erlangen.

Dabei sind die Schnüffler der NSA primitiv vorgegangen, und loggen alle Daten mit, welche auf eine IP Adresse Zugreifen. Diese IP Adressen stehen im Quelltext des Schnüffelprogramms XKeyscore, dem umfassendsten Ausspähprogramm des US-Auslandsgeheimdiensts. Auszüge des Quellcodes liegen der ARD und dem NDR vor.

Damit geraten aber auch alle Nutzer ins Visier der NSA und Überwachungseinrichtung, welche das Tor-Netzwerk zwecks Verschlüsselung ihrer Daten beim Surfen nutzen. Der Erlanger Student unterhält dabei einen von 9 Verzeichnis-Server weltweit, wo die rund 5000 Tor-Server gelistet sind. Jeder Client greift dabei auf solch einen Verzeichnis Server zu, um mit dem Internet zu kommunizieren. Dabei belauschen die Geheimdienste wichtige Knotenpunkte des Internets weltweit, um dann vom dem Zugriff auf die deutsche IP Adresse zu erfahren.

Die ARD bezeichnet dieses Verfahren als die moderne "Rasterfahndung des 21. Jahrhunderts".

Auch werden Zugriffe auf Suchmaschinen protokolliert, wenn man bestimmte Schlüsselwörter wie "Tor" oder die Suche nach der Verschlüsselungssoftware "Tails" macht. Damit gerät man gleich in die Rasterfahndung der NSA.

Bei dem Tor-Netzwerk sind rund 5000 Server weltweit involviert, die von Freiwilligen betrieben werden. Die Kommunikation erfolgt erfolgt verschlüsselt, Anfragen nach Internet-Seiten werden dabei weltweit auf die Tor-Server verteilt, so dass die Nutzer anonym bleiben. Die Anonymisierungsinfrastruktur wird vielfach gerade in Ländern gebraucht, in denen es gefährlich ist, dem Regime preiszugeben, welche Webseiten man besucht oder von wo man sie abruft. Im Iran und in Syrien zum Beispiel. Tor wird auch gerne von Journalisten, Menschenrechtsaktivisten und Anwälten weltweit verwendet.

Anhand der Berichterstattung des "Guardian", konnte man im letztem Jahr ersehen, dass das Tor-Netzwerk der NSA ein besonderer Dorn im Auge ist. Die Dokumente zeigen nun, dass man bei den Geheimdiensten versucht, die Anonymität der Nutzer aufzudecken.


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