Blackbox-Pflicht im Auto: Müssen Autofahrer nun nachrüsten?
• 08.07.24 Seit dem gestrigen Sonntag, dem 7.Juli 2024, gibt es eine Blackbox-Pflicht für das Auto. Diese Neuregelung gilt allerdings erst für Neufahrzeuge. Daher müssen Autobesitzer nicht ihre Fahrzeuge mit einer Blackbox nachrüsten, dieses sind derzeit daher auch nicht dazu verpflichtet. Auch hält der TÜV Süd dieses für eher unwahrscheinlich.
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Blackbox-Pflicht im Auto: Müssen Autofahrer nun nachrüsten?
In Deutschland gibt es nun am dem gestrigen Sonntag, dem 7. Juli 2024, eine Pflicht für neu zugelassene Pkw, mit einem sogenannten Event Data Recorder (EDR), auch bekannt als Blackbox, ausgestattet zu sein3. Diese Regelung gilt jedoch nicht für bereits zugelassene Fahrzeuge, sodass es keine Nachrüstpflicht für ältere Autos gibt.
Blackbox-Pflicht im Auto: Dieses kommt auf die Autofahrer zu -Bild: © tarifrechner.de |
Allerdings wurden in der Vergangenheit schon immer mehr Fahrzeige mit der Blackbox ausgestattet, so dass der Stichtag keine Probleme für die Hersteller darstellt.
Die Möglichkeit eines nachträglichen Einbaus von Blackboxen in Autos in Deutschland ist eher unwahrscheinlich. Der TÜV Süd hatte zuletzt erklärt, dass aufgrund der Komplexität der zur Speicherung notwendigen Messwerte und Fahrbedingungen eine Vielzahl von Sensoren erforderlich ist. Daher ist es nicht zu erwarten, dass es Nachrüstlösungen für die präzisen Messgeräte einer Blackbox geben wird.
Als Alternative zu einer Blackbox gibt es sogenannte Unfalldatenspeicher (UDS), die weniger präzise sind und nur auf wenige Fahrzeuginformationen zurückgreifen können. Diese Geräte erkennen Fahrdaten wie Schleudern oder abruptes Bremsen nur über eingebaute Beschleunigungssensoren und entsprechen nicht den Vorschriften einer Blackbox.
Bisherige Regelung in EU-Ländern
Es gibt ähnliche Regelungen für Blackboxen in Autos auch in anderen Ländern. In der EU ist eine solche Blackbox ab Mitte 2022 für alle neuen Fahrzeuge, also sowohl Autos, Lastwagen als auch Busse, Pflicht. Diese Vorschrift soll ab dem 6. Juli zunächst für Fahrzeuge gelten, die neu auf den Markt kommen. Ab dem Jahr 2024 müssen aber alle Neuwagen eine solche Technik einsetzen.In den USA sind Event Data Recorder (EDR) bereits seit einiger Zeit als Pflichtausstattung deklariert, wodurch zahlreiche Exportmodelle, die ihren Weg nach Europa finden, schon von Haus aus mit diesem Speicherinstrument versehen sind.
Auch etablierte Größen der Automobilbranche wie VW, BMW oder Audi haben seit einiger Zeit den sogenannten "Black Box" in ihren Fahrzeugen integriert. Selbst internationale Marken wie Tesla und Toyota haben diesen Datenrekorder bereits in ihre Modelle eingebaut.
Blackbox-Pflicht im Auto: Dieses kommt auf die Autofahrer zu
Blackbox-Pflicht im Auto: Dieses kommt auf die Autofahrer zu -Bild: © tarifrechner.de |
Ab dem 7. Juli 2024 ist es in Deutschland Pflicht, dass alle neu zugelassenen PKWs mit einem sogenannten Event Data Recorder (EDR), auch bekannt als Blackbox, ausgestattet sein müssen.
Die Blackbox ist ein Gerät, das kontinuierlich Daten über das Fahrzeug aufzeichnet, wie z.B. Geschwindigkeit, Motordrehzahl, Lenkwinkel oder ob der Airbag ausgelöst wurde24. Bei einem Unfall wird die Datenaufzeichnung automatisch gestartet und dauert fünf Sekunden vor und 300 Millisekunden nach dem Crash an.
Die Daten werden lokal im Fahrzeug gespeichert und verbleiben dort. Mit Hilfe von bestimmten Tools können sie über die OBD-Schnittstelle oder direkt am Airbag-Steuergerät ausgelesen werden2. Datenschutzrechtlich liegt die Hoheit der Daten aus dem EDR beim Fahrer bzw. Halter.
Die Blackbox-Pflicht gilt nur für neu zugelassene PKWs. Eine Nachrüstung älterer PKWs oder LKWs ist derzeit nicht erforderlich und wäre technisch wohl auch zu komplex und kaum ohne großen Aufwand durchführbar.
So funktioniert das Blackbox Auslesen
Nach einem Unfall speichert die Blackbox im Auto die Daten von 5 Sekunden vor bis 300 Millisekunden nach dem Zusammenstoß. Diese Daten können zur Aufklärung des genauen Unfallhergangs beitragen und sind Bestandteil der Unfallrekonstruktion.Die Daten der Blackbox verbleiben im Fahrzeug und können mit speziellen Tools ausgelesen werden. Allerdings benötigt die Polizei einen richterlichen Beschluss, um die Daten aus der Blackbox auslesen zu dürfen. In zivil- oder strafrechtlichen Verfahren kann ein Gericht oder die Staatsanwaltschaft einen Sachverständigen beauftragen, die Daten aus dem EDR auszulesen - zur Beweissicherung.
Dabei liegt die Datenhoheit aus der Blackbox beim Fahrer bzw. Halter. Die Daten, die von der Blackbox aufgezeichnet werden, gehören dem Fahrer bzw. dem Halter des Fahrzeugs. Die Daten können theoretisch bei einem Werkstattbesuch oder einer Hauptuntersuchung ausgelesen werden.
Was passiert bei der Verschrottung des Autos mit der Blackbox?
Wenn ein Auto verschrottet wird, werden die Daten in der Regel zusammen mit dem Fahrzeug zerstört. Es gibt keine Vorschriften oder Verfahren, die vorschreiben, dass die Daten vor der Verschrottung eines Autos gelöscht oder extrahiert werden müssen.Ferner wäre es theoretisch möglich, die Daten vor der Verschrottung des Autos auszulesen, wenn der Fahrer oder Halter dies wünscht. Allerdings würde dies spezielle Werkzeuge und Kenntnisse erfordern.
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