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Glasfaserausbau Deutschland: 2 Milliarden Euro Fördermittel für Telekom Glasfaserausbau

• 12.10.20 Die Telekom rühmt sich immer, als alleiniges Unternehmen den Glasfaserausbau in Deutschland voran zu treiben. Dabei verlegen die Mitkonkurrenten mehr Kilometer an Glasfaserkabel. Zuletzt ging die Öffentlichkeit sogar von einer Förderung von fast 1 Milliarden Euro für die Telekom aus. Dieses hatte Frederic Ufer, Leiter Recht & Regulierung beim VATM
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am 29. September 2020 auf dem Breitbandkongresses des FRK in Leipzig mitgeteilt. Das Nachfragen von Journalisten erbrachte sogar höhere Zahlen.

Glasfaserausbau Deutschland: 2 Milliarden Euro Fördermittel für Telekom Glasfaserausbau

Auf dem letzten Breitbandkongress sagte Frederic Ufer, Leiter Recht & Regulierung beim Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten, dass rund 1,2 Milliarden Euro an Fördermittel für den Glasfaserausbau vergeben worden sind. Davon würden rund 80 Prozent auf die Telekom entfallen, womit es 0,96 Milliarden Euro sind.

Glasfaserausbau Deutschland: 2 Milliarden Euro Fördermittel für Telekom Glasfaserausbau
2 Milliarden Euro Fördermittel für Telekom Glasfaserausbau -Bild: Telekom

Durch eine Recherche von dem Online Portal Golem.de, ergab eine Nachfrage bei der Telekom Unternehmenssprecherin Sandra Rohrbach, dass dieses sogar 2 Milliarden Euro sind.

Dabei geht es dann um einen Topf von 2 Milliarden Euro an Fördergeldern, welche nicht nur durch den Bund bezahlt worden sind, sondern auch vom Land und den Kommunen bewilligt worden sind.

Bei der Förderung sei es um Glasfaser gegangen, betonte Unternehmenssprecherin Rohrbach. "Gefördert wurde und wird immer nur der Glasfaserausbau, entweder bis zum Multifunktionsgehäuse (VDSL) oder bis zum Haus (FTTH/FTTB).".

So würden von der Fördersumme rund 1 Million Haushalte mit schnellem Internet ausgebaut, dabei aber auch schwer erschließbaren Regionen auf dem Land, so Rohrbach weiter.

Beim schnellen Glasfaserausbau geht es auch in diesem Jahr weiter voran. Nachdem sich die Telekom nun ebenfalls zum Glasfaseranschluss bis in Haus bekannt hatte, haben die Mitkonkurrenten schon voll und ganz auf dieses Anschlusssystem gesetzt. So steigt aktuell die Glasfaserquote auf 13,5 Prozent und der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) erwartet einen deutlichen Anstieg bis 2023.

Glasfaser Ausbau Deutschland: Glasfaserquote steigt auf 13,5 Prozent

Immerhin erfolgen 75 Prozent aller Ausbauprojekte eigenwirtschaftlich, statt sich über ein Förderprogramm der Bundesregierung zu finanzieren, so der Verband Breko. Durch den eigenwirtschaftlichen Ausbau gehen die Verantwortlichen eher von einem effizienteren und marktorientierten Ausbau aus.

Auch kommt immer wieder Kritik an diese Förderprojekte. Diese Projekte sollen von Natur aus langwierig und mit vielen Herausforderungen verbunden sein, so Norbert Westfal von der Breko.

Die aktuellen Ergebnisse zeigen eine positive Entwicklung des Glasfaserausbaus in Deutschland. Die Anzahl der verfügbaren Glasfaseranschlüsse, die Nachfrage nach schnellem Internet sowie die Investitionen in den Ausbau steigen. Die Treiber dieser Entwicklung sind weiterhin die alternativen Netzbetreiber, so Breko.

Zuwachs von 1,1 Millionen Glasfaseranschlüssen, Investitionen auf 9,6 Milliarden Euro gestiegen

Der Anteil der Glasfaseranschlüsse bis in die Gebäude und Wohnungen im Verhältnis zur Gesamtzahl aller Haushalte und Unternehmen ist auf 13,5 Prozent gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von 1,1 Millionen auf insgesamt 6,1 Millionen Glasfaseranschlüsse deutschlandweit.

Den größten Teil dieser Anschlüsse realisieren mit 4,9 Mio. die Mitbewerber von der Telekom. Für das Jahr 2023 prognostiziert die Breko Marktanalyse einen Anstieg auf insgesamt 22 Millionen Glasfaseranschlüsse. Davon sollten 4,1 Millionen durch alternative Netzbetreiber realisiert werden.

Die Investitionen in die digitale Infrastruktur sind im Jahr 2019 auf insgesamt 9,6 Milliarden Euro gestiegen. Hier dominieren ebenfalls die alternativen Netzbetreiber. Mit 5,2 Milliarden oder 54,1 Prozent finanzieren sie über die Hälfe des Ausbaus.

Telekom Quartalszahlen: 13 Millionen Breitbandanschlüsse

Die stärken bei der Telekom liegen im schnellen und gut ausgebauten LTE Netz mit einem Speed von bis zu 300 Mbit/s, mit 5G sind es dann bis zu 1 Gigabit an Speed. Allerdings verärgert die Telekom nun die LTE Kunden bundesweit, da auf dem Lande nur ein maximaler Speed von 225 Mbit/s angeboten wird.

Telekom Quartalszahlen: 46,960 Millionen Mobilfunkkunden --13 Millionen Breitbandanschlüsse
Telekom Zentrale bei Nacht -Bild: Telekom

Mit 87.000 neuen Breitbandkunden erreichte die Telekom in Deutschland den besten Wert seit Jahren. Ende März 2020 konnten im Telekom Netz 32,4 Millionen Haushalte einen Tarif mit Internet- Geschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) oder mehr, 22,9 Millionen Haushalte einen Tarif mit bis zu 250 MBit/s oder mehr buchen.

Die Zahl der Haushalte, die mit reinen Glasfaser-Anschlüssen (FTTH/FTTB) angebunden sind, werden im neuen Quartalsbericht nicht explizit angegeben.

Im letzten Jahr wurden 14,4 Millionen glasfaserbasierte Anschlüsse aufgeführt. Wir haben dieses damals kritisiert. Es handelte sich bei der Telekomzählweise nicht um Fibre to the Home(FTTH) Anschlüsse, da diese nicht beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Kurzbericht zum Breitbandatlas auftauchen.

Im ersten Quartalsbericht diesen Jahres sind exakt 9,012 Millionen Glasfaseranschlüsse aufgeführt, davon waren gegen Ende März reine Glasfaser-Anschlüsse (FTTH/FTTB) 1,7 Millionen. Zum Juni 2020 ist diese Zahl nicht mehr in dem uns vorliegendem Quartals Bericht ausgewiesen worden. Dieses dürfte aber sicherlich viele Aktionäre der Telekom interessieren.

Diese Zahl ist dann auch schon realistischer und deckt sich mit den Angaben im Breitbandatlas der Bundesnetzagentur von zuletzt 14,4 Millionen Haushalte mit Zugang zu Gigabit-Anschlüssen. Dabei hatte Vodafone durch den Aufkauf von Unitymedia und Kabel-Deutschland die Kabel-Leitungen auf Gigabit Tauglichkeit aufgerüstet und dominiert nun den Breitbandmarkt, so dass 4 von 5 Gigabit Anschlüsse von Vodafone kommen. Seit dem Februar gab es dann nochmals, laut Bericht, gute 5 Millionen Gigabit Anschlüsse auf Basis von Kabelnetzen von Vodafone hinzu, so dass fast 19 Millionen Gigabit Anschlüsse in Deutschland vorhanden sein müssten, wovon nun rund 17 Millionen Anschlüsse von Vodafone kommen.

Wir hatten damals vermutet, dass ein Großteil der glasfaserbasierten Anschlüsse der Telekom an den Schaltverteilern an der Strasse mitgezählt wurden, wohin das Glasfaserkabel führt. Nur durch kostenintensivere Maßnahmen gibt es einen FTTH Anschluss bis ins Gebäude der Kunden.

Wie sich nun heraus stellt, gab es hier einen grossen Steuer-Topf von 2 Milliarden Euro für die Schaltverteiler und den FTTH Anschluss. Dieses wird sicherlich alle Bürger ärgern, welche Glasfaser zum Beispiel durch einen Zweckverband nutzen, dafür direkt und durch Umlagen indirekt bezahlen, und die Steuergelder liegen nochmals am Schaltverteiler der Telekom.

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