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Gasspeicher Deutschland: 244 Terawattstunden sind im Gaspeicher oder 99,89 Prozent gefüllt

• 14.11.22 Zum Stichtag 1.November lagen laut dem europäischen Gasspeicherverbandes GIE die Gasspeicher im Durchschnitt bei 99,18 Prozent. Anhand der Datenbasis vom GIE sind die Gasspeicher aber im November im gut gefüllt gewesen. Nur im letzten Jahr, drei Monate vor dem Ukraine Krieg, gab es weniger Gas in den deutschen Gasspeichern. Daher befinden sich
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nun 244 Terawattstunden (TWh) in den Speichern, soviel wie nie zuvor.

Gasspeicher Deutschland: 244 Terawattstunden sind im Gaspeicher oder 99,89 Prozent gefüllt

So sind laut dem europäischen Gasspeicherverbandes GIE die Gasspeicher im Durchschnitt mit 99,89 Prozent (Stand 12.11.2022) sehr gut gefüllt. Dabei hat die Heizperiode in den Haushalten schon längst begonnen. So scheint es wohl, dass die Appelle vom Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, in den vergangenen Wochen gefruchtet haben. So gab es schon in diesem Jahr einen grossen Nachfrage-Boom an Wärmepumpenheizungen und auch Klimageräte, welche man zum Heizen nutzen kann.

Gasspeicher Deutschland: 244 Terrawattstunden sind im Gaspeicher oder 99,89 Prozent gefüllt
Gasspeicher Deutschland: 244 Terawattstunden sind im Gaspeicher
oder 99,89 Prozent gefüllt -Bild: Screenshot

So gilt seit dem 23.06.2022 die Alarmstufe des Notfallplans, welche die Bundesnetzagentur aufgerufen hatte. So ist "Die Lage ist angespannt und eine weitere Verschlechterung der Situation kann nicht ausgeschlossen werden. Die Gasversorgung in Deutschland ist im Moment aber stabil. Die Versorgungssicherheit in Deutschland ist derzeit weiter gewährleistet. Die Bundesnetzagentur beobachtet die Lage genau und steht in engem Kontakt zu den Netzbetreibern.", so die Bundesnetzagentur.

Auch lag der Gasverbrauch in der 44. Kalenderwoche temperaturbedingt unter dem durchschnittlichen Verbrauch der letzten vier Jahre. Die Temperaturen waren 1,9 Grad wärmer als in den Vorjahren.

Die Großhandelspreise beim Gas schwanken stark und sind zuletzt stark gesunken. Unternehmen und private Verbraucher müssen sich dennoch auf deutlich gestiegene Gaspreise einstellen.

Die Bundesnetzagentur betont weiterhin die Bedeutung eines sparsamen Gasverbrauchs. Eine nationale Gasmangellage im Winter kann vermieden werden, wenn erstens das Sparziel von mindestens 20 Prozent weiterhin erreicht wird. Zweitens müssen die LNG-Terminals zum Jahresbeginn einspeisen und drittens der winterbedingte Rückgang der Importe sowie der Anstieg der aktuell besonders niedrigen Exporte eher moderat ausfallen.

Gasspeicher Stichtag 1. November: Gasspeicher liegen bei 99,18 Prozent zum Stichtag 1. November

Die Zielvorgabe der Bundesnetzagentur lag bei 95 Prozent, um gut durch den Winter zu kommen. Dabei war sogar der größte deutsche Speicher im niedersächsischen Rehden nur mit 92,5 Prozent gefüllt. Bei Uniper sind die Gasspeicher mit 99,87 Prozent ebenfalls gut gefüllt.

Die Gasspeicher gleichen Schwankungen beim Gasverbrauch aus und bilden damit ein Puffersystem für den deutschen Markt. . Bislang läuft aber alles nach Plan mit dem Einspeichern von Gas in die Gasspeicher in Deutschland. Laut der Gas Infrastructure Europe (GIE) liegen die Füllstände bei 99,18 Prozent, oder 0,29 Prozent mehr als am Vortag. Dabei könnte es dann am 20.Dezember eine weitere Unterstützung in Deutschland durch das erste Gas Terminal in Wilhelmshaven geben. Die Bauarbeiten laufen planmäßig und zügig.

Gasspeicher Stichtag 1. November: Gasspeicher liegen bei 99,18 Prozent zum Stichtag 1. November
Gasspeicher Stichtag 1. November: Gasspeicher liegen bei 99,18
Prozent zum Stichtag 1. November -Bild: Screenshot

Während Frankreich mit 100 Prozent bei den Gasspeichern sein soll schon erfüllt hat, liegt Deutschland gut im europäischen Vergleich. Immerhin war die Zielvorgabe von der Bundesnetzagentur am Stichtag, dem 1.November, 95 Prozent an Gasspeicherstände zu erreichen. Gegenüber dem Vortag gab es sogar ein Plus von 0,29 Prozent. Neben Frankreich hat auch Belgien als weiteres EU-Land die 100 Prozent Marke erreicht. Ebenfalls vor Deutschland ist Dänemark mit 99,27 Prozent bei den Gasspeicherfüllständen.

Bemerkenswert ist dabei, dass der private Konsum in den letzten Tagen durch das Heizen beim kalten Wetter eigentlich steigen sollte. Es bleiben wohl viele Heizungen aus. Auch haben vielleicht viele Bürger die Heizkörper runtergedreht, oder man ist auf Stromheizungen wie Wärmepumpen mit Split Klimaanlagen oder Monoblock Klimaanlagen zum heizen ausgewichen. Die Klimatechniker und Verkäufer verzeichneten in den letzten Monaten eine hohe Nachfrage, was schon zu Lieferengpässen und erhöhten Preisen führte.

Gaspreispreisbremse und Strompreisdeckel: Bis 80 Prozent der Kosten werden gedeckelt

Wenn es um Gaspreispreis- und Strompreiserhöhungen in den letzten Monaten geht, dann sind sicherlich viele Verbraucher geschockt über die hohen Forderungen und Rechnungen. Nun soll es eine Gaspreispreisbremse und Strompreisdeckel mit einer Deckung von 80 Prozent geben. Damit ufern die Kosten für die Verbraucher nicht mehr aus.

So will die Bundesregierung nun erstmal die "Winterlücke" bis zur Wirkung der geplanten Gaspreisbremse überbrücken, und die Kosten für die Dezember Abschlagsrechnung bei Gas will der Staat übernehmen. Im nächsten Jahr sollen dann weitere Massnahmen greifen. Erfreulicherweise gilt das auch für Mieter, welche über die Nebenkostenabrechnung entlastet werden sollen.

Gaspreispreisbremse und Strompreisdeckel: Bis 80 Prozent der Kosten werden gedeckelt
Gaspreispreisbremse und Strompreisdeckel: Bis 80 Prozent
der Kosten werden gedeckelt -Bild: Twitter

Die Gaspreisbremse soll ab März greifen oder auch vielleicht ab Februar: "Es wird darüber hinaus eine rückwirkende Entlastung zum 1. Februar angestrebt", so die Bundesregierung. Die neuen Energiepreisbremsen sollten dann bis zum 30. April 2024 gelten. Für den Winter 2023/24 sollen Verbraucher möglicherweise die geldwerten Vorteile ab einem Einkommen von 75.000 Euro versteuern.

80 Prozent Regelung

So sollen Haushalte und kleinere Unternehmen bis 80 Prozent ihres bisherigen Verbrauchs einen garantierten Gas-Bruttopreis von 12 Cent pro Kilowattstunde bekommen. Für die restlichen 20 Prozent des Verbrauchs soll der Vertragspreis gelten. Auch bei der Fernwärme gibt es mit einem garantierten Bruttopreis von 9,5 Cent einen Deckel.

Dabei wird der Vorjahresverbrauch als Jahresverbrauchsprognose gelten, die der Abschlagszahlung für den September zugrunde gelegt wurde. Derzeit liegen die Gaspreise laut den verschiedenen Preisverbrauchsportalen im Durchschnitt nach dem Auslaufen der Altverträge bei über 20 Cent pro kWh.

Erfreulicherweise soll die monatliche Entlastung durch die Preisbremse nicht zurückgezahlt werden müssen, auch wenn die tatsächliche Verbrauchsmenge deutlich unter den 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs liegt. So kann man Geld einbehalten.

Strompreisbremse ab Januar geplant

Ab dem kommenden Januar soll dann eine Strompreisbremse greifen. Auch hier gilt die 80 Prozent Marke des bisherigen Verbrauchs. Der Deckel liegt bei einem Brutto-Preis von 40 Cent je Kilowattstunden. Im Oktober hatte in Hamburg der Grundversorgung Vattenfall den Verbrauchspreis von 28,82 Cent/kWh auf 33,12 Cent/kWh angehoben. Trotzdem gehören die Vattenfall-Tarife weiterhin zu den günstigsten Tarifen im Norden Deutschlands und auch in Berlin.

Laut den Vergleichsportalen liegen die bundesweite Strompreis allerdings im Durchschnitt bei über 45 Cent je Kilowattstunde. Dabei sind eigentlich nur noch die Grundversorgertarife eine Alternative, wie auch unsere Strompreisvergleiche aufzeigen.

Zur Finanzierung der Strompreisbremse sollen dann endlich die Übergewinnsteuer eingeführt werden. Die FDP nennt diese "Zufallsgewinne".

Die Kosten beim Strom sollen sich laut der Bundesregierung zwischen 23 und 33 Milliarden Euro belaufen. Der Mittelbedarf für die industrielle Strompreisbremse werde auf weitere 30 bis 36 Milliarden Euro geschätzt. Für die Gaspreisbremse schätzt die Bundesregierung Kosten von über 30 Milliarden Euro ein.

Gaspreisentlastungen: Verbraucherschützer fordern Entlastung von Gas- und Fernwärmekunden

Zum einen bauen viele Stromkunden neue Photovoltaik Anlagen auf ihren Dächern auf und betreiben mit dem Strom ihre Wärmepumpen zum Heizen. Allerdings sind viele Kunden weiterhin aus Strom- und Gaslieferungen aus den öffentlichen Netzen angewiesen. Nun fordert die Verbraucherzentrale Bundesverband, dass die Gas- und Fernwärmekunden sofort entlastet werden sollen.

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) will aufgrund der besonders stark gestiegenen Gaspreise die Verbraucher, die leitungsgebundenes Erdgas oder Fernwärme beziehen, gesondert und kurzfristig finanziell entlasten. In seinem Entwurf geht das BMWK von einem aktuellen Gaspreis für Neukunden aus, der in Jahresfrist um 416 Prozent gestiegen ist. Etwa die Hälfte der deutschen Haushalte heizen mit Gas, etwa 14 Prozent der Haushalte werden mit Fernwärme versorgt, die ihrerseits zu einem wesentlichen Teil mit Gas erzeugt wird.

Gaspreisentlastungen: Verbraucherschützer fordern Entlastung von Gas- und Fernwärmekunden
Gaspreisentlastungen: Verbraucherschützer fordern Entlastung von
Gas- und Fernwärmekunden -Bild: © pixabay.com

Die Experten Kommission Gas und Wärme hat daher in ihrem Zwischenbericht am 10. Oktober 2022 vorgeschlagen, private Haushalte sowie Handel, Dienstleistung und Gewerbe (GDH) sowie Industrie kurzfristig zu entlasten. Für 2023 hat die Kommission einen Gaspreisdeckel vorgeschlagen, der ab dem 1. Januar umgesetzt werden soll. Da dies für Haushalts- und GDH-Kunden zeitlich nicht umsetzbar sei, soll für diese und für die Wohnungswirtschaft statt des Deckels in Januar und Februar die Abschlagszahlung für Dezember 2022 durch die Bundesregierung übernommen werden.

Daher kommen die Forderungen der Verbraucherzentrale, dass die Gas- und Fernwärmekunden kurzfristig mit einer Soforthilfe im Dezember entlastet werden sollten. Diese Soforthilfe soll eine einmalige Abschlagszahlung aller Gasstandardlastprofil (SLP)-Kunden und Wärmekunden sowie der mit Registrierender Leistungsmessung (RLM) abgerechneten Wohnungswirtschaft im Dezember 2022 enthalten. Damit sollen auch alle privaten Haushalte, sowohl Eigentümer als auch Mieterhaushalte, erfasst werden.

Die Abschlagszahlung soll aus dem Produkt eines Zwölftel des tatsächlichen Jahresverbrauchs 2022 einschließlich Dezember und dem Preis für Dezember 2022 bestehen, so die Verbraucherschützer weiter.

Für Mieter und Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs) sind insbesondere folgende Regelungen für Gas- und Fernwärmekunden geplant: Vermieter, die ihre Mieter mit Wärme und Warmwasser versorgen, sollen die Entlastung, die sie selbst erhalten, an die Mieter weitergeben müssen. Wenn Mieter bereits erhöhte Betriebskostenvorauszahlungen leisten, soll der entsprechende Erhöhungsbetrag für Dezember ebenfalls nicht geleistet werden müssen. WEGs sollen die Entlastung an die Wohnungseigentümer und diese im Falle der Vermietung an ihre Mieter weitergeben müssen.

Darüber hinaus bleibt offen, ob die Mietern, die Abschlagszahlung von ihren Vermieter bis zum 31.12.2022 erhalten müssen.

Bundesnetzagentur: Alte Stromzähler sollen die EEG Einspeisung nicht mehr verzögern

Besonders beliebt sind die 600 Watt Balkonanlagen, welche aber auch entsprechende Stromzähler im Verteilerschrank brauchen. Daher kommen die Messstellenbetreiber mit dem Umbau selten hinterher und der überschüssige Photovoltaik Strom kann nicht eingespeist werden, ohne das die Anlagenbesitzer Probleme mit dem Netzbetreiber bekommen.

Was im europäischen Ausland schon teilweise gilt, könnte bald auch in Deutschland legal werden. Immerhin dürfen dort die Zähler auch bei einer EEG Einspeisung rückwärts laufen, in Deutschland ist dieses nicht erlaubt. So haben daher viele Photovoltaik Besitzer über die Langsamkeit beim Zählerwechsel geklagt. Immerhin entgeht dem Netzbetreiber die Durchleitungsgebühr für den selbst genutzten Strom und der Stromanbieter verdient weniger. Daher gab es auch entsprechende Vorwürfe der Stromkunden, dass hier vielleicht mit Vorsatz verzögert wurde.

Bundesnetzagentur: Alte Stromzähler sollen die EEG Einspeisung nicht mehr verzögern
Bundesnetzagentur: Alte Stromzähler sollen die EEG Einspeisung
nicht mehr verzögern -Bild: © pixabay.com

Mit dem neuen Positionspapier der Bundesnetzagentur mit dem Umgang mit der verzögerten Bereitstellung von Messeinrichtungen im Zuge der Inbetriebnahme von Erneuerbare-Energien-Anlagen kommt Bewegung in den EEG Ausbau.

"Wir müssen sicherstellen, dass bereits fertiggestellte Erneuerbare-Energien-Anlagen auch tatsächlich und schnell die erzeugte Energie ins Netz einspeisen können und dürfen. Fehlende Zähler dürfen nicht der Grund für Verspätungen bei der Einspeisung von Strom sein. Hier sind pragmatische Lösungsansätze gefragt. Die zügige Einspeisung liegt im Interesse der Anlagenbetreiber und der Energiewende insgesamt", sagt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur.

Damit neu errichtete Erneuerbare-Energien-Anlagen Strommengen einspeisen können, bedarf es unter anderem des Einbaus der hierfür erforderlichen Messtechnik durch den zuständigen Messstellenbetreiber. Ohne diese Messtechnik ist eine ordnungsgemäße Energiemengenerfassung nicht möglich und eine Einspeisung infolge dessen nicht statthaft.

Gegenwärtig erreichen die Bundesnetzagentur vermehrt Beschwerden, dass sich der Einbau der Messeinrichtungen teilweise um mehrere Monate verzögere oder Messstellenbetreiber auf entsprechende Anfragen überhaupt nicht reagieren würden. Durch diese an sich erzeugungsbereiten Anlagen kann dann keine Einspeisung erfolgen.

Unter Berücksichtigung der angespannten Energieversorgungssituation, nimmt die Bundesnetzagentur über das Positionspapier verschiedene Klarstellungen vor und gibt einen Impuls für pragmatische Lösungen. So wird etwa klargestellt, dass der Messstellenbetreiber verpflichtet ist, notfalls auch andere als die sonst üblichen Messgerätetypen einzubauen. Stellt der Messstellenbetreiber innerhalb eines Monats keinen Zähler bereit, besteht nach dem Positionspapier ein Recht des Kunden auf Ersatzvornahme. Auf diesem Wege wird eine schnelle Ermöglichung der Einspeisung aus Erneuerbare-Energien-Anlagen gewährleistet.

Strompreiserhöhungen gestoppt: Verbraucherzentrale mit einstweilige Verfügung gegen Preiserhöhungen der BSE Strom und Erdgas GmbH

Wenn es nur noch Grundversorgertarife gibt, die vielleicht bezahlbar sind, dann weiss eigentlich jeder Verbraucher, dass es auch viel Wildwuchs gibt. So hat nun die Verbraucherzentrale Bundesverband einstweilige Verfügungen gegen die Preiserhöhungen der BSE Strom und Erdgas GmbH erwirkt.

"Die rechtliche Einschätzung des vzbv treffe zu", entschied das Landgericht Verden. Das Gericht gab dem Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen das Unternehmen in vollem Umfang statt.

Strompreiserhöhungen gestoppt: Verbraucherzentrale mit einstweilige Verfügung gegen BSE Strom und Erdgas GmbH
Strompreiserhöhungen gestoppt: Verbraucherzentrale mit einstweilige Verfügung
gegen BSE Strom und Erdgas GmbH -Bild: © pixabay.com

So hat nun laut der Verbraucherzentrale Bundesverband das Landgericht Verden der BSE Strom- und Erdgas GmbH per einstweiliger Verfügung verboten, Preiserhöhungen mit einer Frist von weniger als einem Monat anzukündigen. Der Stromversorger darf außerdem keine Preiserhöhungsschreiben mehr versenden, ohne darin die vor und nach der Anpassung geltenden Preise nach den einzelnen Preisbestandteilen aufzuschlüsseln.

Zuvor hatte die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) den Unternehmen Rechtsbruch vorgeworfen, weil es drastische Preiserhöhungen viel zu kurzfristig angekündigt und mangelhaft darüber informiert hatte.

"Die aktuelle Situation am Strommarkt berechtigt Anbieter noch lange nicht, gesetzliche und vertragliche Regelungen für Preiserhöhungen einfach zu missachten", sagt Kerstin Hoppe, Rechtsreferentin beim vzbv.

Und Frau Hoppe weiter: "Stromversorger müssen ihre Kundinnen und Kunden über geplante Preiserhöhungen so informieren, dass sie prüfen können, ob die Erhöhung berechtigt ist. Außerdem müssen sie ausreichend Zeit haben, zu einem möglicherweise günstigeren Anbieter zu wechseln, bevor die neuen Preise wirksam werden.".

So hatte der Stromanbieter BSE in einem Kundenanschreiben massive Preiserhöhungen wegen gestiegener Beschaffungskosten angekündigt. "So sollte ein Kunde künftig einen Arbeitspreis von 99,87 Cent pro Kilowattsunde zahlen". Dieses war eine Verdoppelung des Preises, so die Verbraucherschützer. "In einem andern Fall sollte der Preis sogar um mehr als das Vierfache von 21,66 auf 97,93 Cent pro Kilowattstunde steigen", so die weitere Kritik.

Dabei konnte man nachweisen, dass die neuen Preise schon ab dem 16. September 2022 gelten sollten, obwohl die Schreiben erst am 5. September 2022 versandt wurden. Ein Umstand, den die Verbraucherzentrale Niedersachsen ebenfalls gerügt hat. Darüber hinaus blieb unklar, wie sich der neue Arbeitspreis im Vergleich zum alten zusammensetzt.

Gesetzliche Ankündigungsfrist missachtet

Nach Auffassung des vzbv sind die Preiserhöhungen unwirksam und das Vorgehen des Unternehmens ein klarer Rechtsbruch. Nach dem Energiewirtschaftsgesetz sind Haushaltskunden über eine geplante Preisänderung spätestes einen Monat vorher zu unterrichten. Selbst die Geschäftsbedingungen des Stromversorgers sahen eine Frist von mindestens vier Wochen vor. Tatsächlich wurden die Kunden je nach Postlaufzeit nur etwa sieben bis zehn Tage im Voraus über die massiven Preiserhöhungen informiert.

Darüber hinaus wirft der vzbv dem Unternehmen vor, die gesetzlichen Transparenzanforderungen an Preiserhöhungen zu missachten. Nach dem Gesetz müssen Stromunternehmen über Preisänderungen einfach und verständlich informieren und dabei auf Anlass, Voraussetzungen und Umfang der Preisänderungen hinweisen.

"Das erfordert nach der Rechtsprechung, dass auch die einzelnen Kostenbestandteile des Strompreises vor und nach der Preisanpassung gegenüberzustellen sind", so die Begründung der Verbraucherschützer. Neben Beschaffungs- und Vertriebskosten sind das die verschiedenen Steuern und Umlagen sowie die Entgelte an die Netzbetreiber. Nur so lässt sich überprüfen, ob eine Preiserhöhung berechtigt ist.

Die Verbraucherschützer sehen die Gefahr, dass Kunden durch die kurzfristige Ankündigung und die intransparente Darstellung überrumpelt und dazu verleitet werden, eine möglicherweise unberechtigte Preiserhöhung ungeprüft zu akzeptieren.

Auch andere Energieanbieter fallen durch fragwürdige Preiserhöhungen auf. Der vzbv geht in der aktuellen Energiekrise verstärkt dagegen vor. Betroffene können im Rahmen einer Umfrage auf musterfeststellungsklagen.de Erfahrungen mit ihren Versorgern schildern. Nach Auswertung der Beschwerden können sich daraus weitere Verfahren ergeben.

Gasumlage Debakel: Erster Gasanbieter zieht Gasumlage zurück --Stadtwerke Neumünster erhöhen trotzdem

Die Gas- und Strompreise kannten in den letzten Wochen nur eine Richtung. Daher waren die Grundversorgertarife fast immer billiger als die Neukundentarife. Durch die Gasumlage wurden die Tarife nochmals verteuert. In dem der Redaktion vorliegen Fall waren es bei E.On gleich 59 Prozent. Aber die Stadtwerke Neumünster erhöhen die Gastarife weiter. Dabei liegt der Verdacht nahe, dass man sich an der Dezemberabschlagsrechnung bereichern will, welche der Bund ja bezahlen soll.

Mit E.On hat nun im Norden Deutschlands der Anbieter seinen Kunden mitgeteilt, die umstrittene Gasumlage nicht zu berechnen. So hatte der Energieanbieter wie der Grundversorger E.On im Norden Deutschlands die Gaskunden im September informiert, dass es eine Kostensteigerung durch die Gasumlage, Bilanzierungsumlage und Gasspeicherumlage von 3,76 Ct/kWh geben wird. Zuvor lagen die Bilanzierungsumlage und Gasspeicherumlage bei 0 Euro und tauchten bei den Rechnungen nicht auf.

Gasumlage Debakel: Erster Gasanbieter zieht Gasumlage zurück --Stadtwerke Neumünster erhöhen trotzdem
Gasumlage Debakel: Erster Gasanbieter zieht Gasumlage zurück
--Stadtwerke Neumünster erhöhen trotzdem -Bild: © pixabay.com

Dabei waren dann auch schon 19 Prozent Mehrwertsteuer inklusive. Dabei wollte die Ampelregierung erst 0 Prozent Mehrwertsteuer und dann 7 Prozent einführen. Nun sind es bekanntlich 7 Prozent geworden.

Dabei verzichtet E.On auch auf die umstrittene Bilanzierungsumlage von 0,57 Cent und eine Gasspeicherumlage von 0,059 Cent.

So schreibt E.On "Die Preiserhöhung zum 1.November 2020 ist gegenstandslos. Für Sie gelten unverändert ihre alten Preise". Und weiter "Dabei geben wir selbstverständlich die temporäre Mehrwertsteuersenkung auf den Gasverbrauch von 19 Prozent auf 7 Prozent in unserer Rechnung an Sie weiter".

Stadtwerke Neumünster mit Gaspreiserhöhungen, Bilanzierungsumlage und Gasspeicherumlage

Die Stadtwerke Neumünster erhöhen zum 1.Dezember ihre Gaspreise. Dabei ist dann auch die Bilanzierungsumlage von 0,57 Cent und eine Gasspeicherumlage von 0,059 Cent drin, neben der satten Preiserhöhung auf 16 Cent pro kWh. Die neuen Preise gelten dann für alle Tarife. Die neuen Gaspreise erhöhen damit die Gasrechnungen um 30 bis 50 Prozent, so die ersten Berechnungen in den Medien.

Dabei will der Bund noch in diesem Jahr für Dezember die Abschlagsrechnung übernehmen. Dabei liegt der Verdacht nahe, dass man sich an der Dezemberabschlagsrechnung bereichern will, welche der Bund ja bezahlen soll, so die erste Kritik in den sozialen Medien an der Gaspreiserhöhung von den Stadtwerken Neumünster.

Weiterhin gilt die Frage, ob die Bilanzierungsumlage von 0,57 Cent und eine Gasspeicherumlage von 0,059 Cent rechtmässig sind. Hier gilt der gleiche Grund, warum Habeck die umstrittene Gasumlage abgeschafft hatte. Daher sollten Verbraucher Widerspruch einlegen und diesen von der kostenlosen Schlichtungsstelle Energie/Gas bewerten lassen.

Besonders ärgerlich ist es für die Verbraucher, wenn man trotz Preisgarantie eine Preiserhöhung verpasst bekommt. Immerhin berichtet die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) von zwei Energieanbieter, welche nach ihrer Ansicht rechtswidrige Preiserhöhungen durchführten. Nun geht es vor Gericht im Rahmen einer Musterfeststellungsklage. Betroffene Kunden können sich daher der Klage anschliessen. Auch sucht die Verbraucherzentrale immer wieder neue Fälle von rechtswidrigen Gas- und Strompreiserhöhungen.

Verbraucherzentrale Musterfeststellungsklage: Energieanbieter haben trotz Preisgarantie ihre Preise erhöht

So haben die Energieanbieter Primastrom und Voxenergie trotz Preisgarantie ihre Preise erhöht, laut der Verbraucherzentrale ist dieses unzulässig. So hat die Verbraucherzentrale eine Musterfeststellungsklagen eingereicht, um die Unwirksamkeit der Preiserhöhungen gerichtlich feststellen zu lassen. Daher können sich auch Betroffene sich in einigen Wochen zur Klage anmelden. Wir werden dann darüber berichten, wenn dieses so weit ist.

Gegen unzulässige Preiserhöhungen trotz Preisgarantie hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) jetzt zwei Musterfeststellungsklagen eingereicht: "Verbraucher:innen sind in der aktuellen Energiekrise auf eine sichere und planbare Energieversorgung angewiesen. Unternehmen müssen daher die vereinbarten Preisgarantien einhalten", fordert Ronny Jahn, Leiter des Teams Musterfeststellungsklagen bei der Verbraucherzentrale.

"Primastrom und voxenergie haben mit Preisgarantien geworben. Trotzdem erhöhen sie ihre Preise teilweise um mehrere hundert Prozent. Der vzbv lässt vor Gericht feststellen, dass dieses Vorgehen rechtswidrig ist und die Verbraucher:innen lediglich die vereinbarten Preise zahlen müssen." Dabei haben die Anbieter laut den Verbraucherschützern ihre Strompreise mehr als verdreifacht. Die Gaspreise sind teilweise sogar auf das Neunfache gestiegen.

Dabei haben sich Im Vorfeld der Klage 1.100 Verbraucher mit ihren Fällen bei den Verbraucherzentralen gemeldet. So forderte Primastrom nach der Preiserhöhung von einer Verbraucherin monatlich ca. 280 Euro Abschlag für die Stromversorgung. Statt 29,59 ct/kWh soll sie inzwischen 105,79 ct/kWh zahlen . Dieses ist ein Preisanstieg um rund 258 Prozent.

Ein anderer Verbraucher sollte statt ursprünglich 6,45 ct/kWh nach der Preiserhöhung 55,09 ct/kWh für Gas an Voxenergie bezahlen. Dieses entspricht einen Anstieg um rund 754 Prozent. Als Abschlag forderte der Anbieter plötzlich mehr als 1.100 Euro monatlich.

Einseitige Preiserhöhungen unzulässig

Die Preiserhöhungen sind aus Sicht der Verbraucherschützer unzulässig, da diese einseitig vom Anbieter und ohne Zustimmung der Verbraucher vorgenommen wurden. In den Verträgen von primastrom und voxenergie sind keine Preisanpassungen vereinbart. Stattdessen liegt den Verträgen eine Preisgarantie von 24 Monaten zu Grunde.

Bei erfolgreichem Ausgang der Klage würde für die teilnehmenden Verbraucher verbindlich geklärt, dass sie nur die vereinbarten Preise zahlen müssen. Darüber hinaus kommt ein Schadensersatzanspruch in Betracht, falls Kunden aufgrund von Preiserhöhungsmitteilungen eine außerordentliche Kündigung erklärt haben. Ebenso könnten Kunden entschädigt werden, denen Primastrom oder Voxenergie außerordentlich gekündigt haben, weil sie die Zahlung der erhöhten Preise verweigert haben.

Viele Beschwerden gegen Primastrom und Voxenergie

Neben den Preiserhöhungen fallen Primastrom und Voxenergie den Verbraucherzentralen auch zu anderen Themen immer wieder negativ auf. Dabei listen die Verbraucherschützer Telefonwerbung, telefonisch untergeschobenen Verträgen und rechtswidrige Vertragsverlängerungen auf. Bei insgesamt annähernd 3.600 Beschwerden zum Thema Energie im Juni 2022 entfielen allein 44 Prozent auf Voxenergie und Primastrom.

Verbraucher können ihre Erlebnisse online schildern

Aber auch andere Energieanbieter fallen durch fragwürdige Preiserhöhungen auf. Betroffene können nun im Rahmen einer Umfrage auf musterfeststellungsklagen.de Erfahrungen mit ihren Versorgern schildern. Nach Auswertung der Beschwerden können sich daraus weitere Klagen ergeben.

In den kommenden Wochen wird das Klageregister beim Bundesamt für Justiz eröffnet. Dann können sich Betroffene eintragen und am Verfahren kostenlos teilnehmen. Wir werden daher weiter darüber berichten.

Gasverbrauch Deutschland: Europameister mit 905 TWh --Gasexporte halten weiterhin an

Mittlerweile schauen alle auf die Gasfüllstände in Deutschland, damit die Bürger und Unternehmen sicher durch den Winter kommen können. Dazu gibt es nun die erfreuliche Nachricht, dass die Gasfüllstände in Deutschland im Schnitt bei 99,18 Prozent liegen. Dabei ist aber Deutschland Europameister mit dem höchsten Gasverbrauch von 905 TWh. Hier wird die Leistung gemessen. Dafür hat Deutschland auch die grössten Gasspeicher mit einer Leistung von 233 TWh. Laut der Bundesnetzagentur wird aber trotz aller Sparappelle Gas immer noch exportiert.

Die Bundesnetzagentur predigt seit dem Sommer, dass Bürger und Unternehmen Gas sparen sollen. Dabei gibt es weiterhin Gasexporte in das benachbarte Ausland. Dieses geht aus der Datenbank der Bundesnetzagentur hervor. Und dieses geschieht, obwohl die Bundesnetzagentur zum sparen von Gas aufruft.

Ferner hat Deutschland in diesem Jahr mit 905 TWh auch den höchsten Gasverbrauch in Europa, danach folgt Italien mit 725 TWh und Frankreich hat einen Verbrauch von 430 TWh in diesem Jahr. Dieses geht aus den Zahlen von Europas Gasinfrastruktur-Betreiber (GIE) hervor.

Hohe Gasexporte beim knappen Gas in Deutschland

"Gas ist von nun an ein knappes Gut in Deutschland", sagte Wirtschaftsminister Habeck noch im Juni. Dieses ist 4 Monate her.

Im Gegenzug ist Deutschland nicht nur Europameister im Gasverbrauch, sondern laut der Bundesnetzagentur auch der grösste Gasexporteur in Europa. Dabei hat Deutschland keine aktiven eigenen Gasfelder. So wird wohl das importierte Gas laut unseren Recherchen wieder über unbekannte Wege in den Nachbarländern zur Verfügung gestellt. Welche Wege das sind, ist wohl auch bei den Behörden unbekannt. Brisant ist dann, wenn der Steuerzahler die Gasimporteure mit Subventionen in Deutschland unterstützt, können Gasimporteure dieses Gas dann wieder mit Gewinn auf dem freien Markt weiter verkaufen. Bislang gab es keine Reaktion auf unsere Anfrage von der Bundesnetzagentur und dem Bundeswirtschaftsministerium.

Als weitere Gasexporteure tauchen dann Tschechien und Österreich in der Datenbank der Bundesnetzagentur auf. Auch diese Länder verfügen nicht über hohe aktive, eigene Gasvorkommen. Daher ist von einem regen Handel mit Gas innerhalb der EU auszugehen. Wenn das Gas dann subventioniert ist, geht dieser Handel zu Lasten der Steuerzahler der jeweiligen Länder.

Energiekrise Strompreise: Strompreis-Anstieg wird mit 13 Milliarden Euro gestoppt

Nun droht eine Kostenexplosion bei den Netzentgelten bei der Stromdurchleitung. So würden ohne die Hilfe der Bundesregierung sich die Entgelte verdreifachen, welche aktuell bei rund 3 Cent liegen. nun haben die Netzbetreiber erklärt, dass die Gebühren bei gut drei Cent bundesweit einheitlich bleiben. So werden erstmals die Durchleitungskosten bundesweit einheitlich geregelt. Damit zahlen die Bürger im Norden Deutschlands weniger, in Teilen NRWs wird es dann teurer. Bislang gingen die Kosten für die Durchleitungsgebühren zu Lasten der Norddeutschen, welche aber den meisten Windstrom lieferten, dafür aber neue Netze brauchten. Die Dummen waren die Stromkunden im Norden Deutschlands, welche den teuersten Strom wegen den Durchleitungsgebühren in Deutschland hatten. Weiterhin profitieren die Norddeutschen Stromkunden nicht am billigen Windstrom vor Ort, welcher dann teuer bis nach Bayern geliefert wird, auf Kosten aller Stromkunden. Im Gegenteil, Söders Bürokratie bremst sogar die Windkraft in Bayern aus.

Energiekrise Strompreise: Strompreis-Anstieg wird mit 13 Milliarden Euro gestoppt
Energiekrise Strompreise: Strompreis-Anstieg
wird mit 13 Milliarden Euro gestoppt -Bild: Twitter

Nun gibt es sogar einen Zuschuß von 13 Milliarden Euro. Damit sollen die Gebühren für Haushalte und Industrie für die Nutzung der Übertragungsnetze auf aktuellem Niveau stabilisiert werden, bestätigte Wirtschaftsminister Robert Habeck. "Wir sorgen jetzt dafür, dass diese Kostensteigerungen aufgefangen werden und verhindern damit eine zusätzliche Belastung für Industriebetriebe, Mittelstand und Verbraucherinnen und Verbraucher", sagte Habeck. Ohne diese Hilfen hätten sich die Entgelte verdreifacht. Die Netzbetreiber begründen dieses mit den Problemen bei den AKWs in Frankreich, welche im Sommer nur unzureichend Strom nach Deutschland wegen Wartungs- und Kühlwasser-Problemen lieferten. Auch wurden Kohlekraftwerke verstärkt eingesetzt.

Derzeit schlagen die Kosten für die Übertragungsnetze bei den privaten Verbrauchern mit unter zehn Prozent des Gesamt-Strompreises zu Buche. Bei der Industrie sind es bis zu einem Drittel an Kosten. Damit profitieren überdurchschnittlich die Stromkunden mit hohen Verbräuchen.

Die vier Übertragungsnetz-Betreiber Amprion, Tennet, 50Hertz und TransnetBW berechnen die Höhe des Entgelts. Diese führen an, dass neben den ohnehin stark gestiegenen Basis-Strompreisen sich zuletzt rasant steigende Netznutzungskosten ergaben. Diese setzen sich zum einen aus denen für die großen Übertragungsleitungen und der örtlichen Verteilnetzen zusammen. Bei den Übertragungsnetzen waren es zuletzt insgesamt gut 5 Milliarden Euro, die sich auf rund 18 Milliarden erhöht hätten. Dies wird durch den Zuschuß von knapp 13 Milliarden Euro verhindert. Bislang zahlte der Stromkunde immer für die Durchleitungskosten den vollen Betrag.

Die neuen Netzentgelte würden dann im Jahr 2023 im Schnitt bei 3,12 Cent je Kilowattstunde liegen. Diese Kosten sind dann erstmals bundeseinheitlich gleich. So gibt es durch die neuen Kalkulation für das Netzgebiet des niederländischen Betreibers Tennet in Niedersachsen, Schleswig-Holstein sowie Teilen Hessens und Bayerns eine leichte Minderung. In den Zonen von 50Hertz (vor allem Ostdeutschland), Amprion (Großteil von NRW sowie Rheinland-Pfalz, Saarland, Teile Westbayerns) und Transnet BW (Baden-Württemberg) kommt es hingegen zu einer Erhöhung.

Gasmangel-Desaster: Deutschland exportiert Erdgas --Bundesnetzagentur predigt Gassparen

Die Gasexporte sind bis zur Mitte des Jahres so hoch gewesen, als ob es keinen Gasmangel in Deutschland gegeben hätte. Erst im Spätsommer wurden die Gasexporte gedrosselt. Dieses geht aus den Zahlen der Bundesnetzagentur hervor. Allerdings wird aktuell immer noch viel Gas exportiert, und es gibt laut der Bundesnetzagentur erstmals einen Rücklauf bei den Gasspeicherständen. Damit einhergehend sollen die Verbraucher "Gas sparen", so der Aufruf vom Bundesnetzagentur Chef Klaus Müller bei Twitter.

So hatte die Bundesnetzagentur erstmals Zahlen zum Gasverbrauch in Deutschland in Deutschland gegen Ende der letzten Woche veröffentlicht. "Der Gasverbrauch von Haushalten und Gewerbe in der letzten Woche lag deutlich über dem durchschnittlichen Verbrauch der Vorjahre. Die Zahlen dieser Woche sind damit sehr ernüchternd. Ohne erhebliche Einsparungen auch im privaten Bereich wird es schwer, eine Gasmangellage im Winter zu vermeiden.", so die Bundesnetzagentur in einer Bekanntmachung. Damit einhergehend sollen die Verbraucher "Gas sparen", so der Aufruf vom Bundesnetzagentur Chef Klaus Müller bei Twitter am 29.Oktober.

Gasmangel-Desaster: Deutschland exportiert Erdgas --Bundesnetzagentur predigt Gassparen
Gasmangel-Desaster: Deutschland exportiert Erdgas
--Bundesnetzagentur predigt Gassparen -Bild: Twitter

Dabei begründet die Bundesnetzagentur dieses weiter: "Zwar war die letzte Woche kälter als die Vorjahreswochen und die Verbräuche sind immer Momentaufnahmen und können sich schnell ändern, Einsparungen müssen auch bei weiter sinkenden Temperaturen stattfinden und das ist kein Selbstläufer", sagt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur.

Bislang waren die Gasspeicher gut gefüllt: "Wir können angesichts der gut gefüllten Speicher unter drei Voraussetzungen gut über den Winter kommen". Dabei sollten folgenden Bedingen erfüllt sein "Erstens müssen die angestoßenen Projekte zur Erhöhung der Gasimporte realisiert werden. Zweitens muss die Gasversorgung in unseren Nachbarländern ebenfalls stabil bleiben. Und drittens muss Gas eingespart werden, auch wenn es zum Winter hin noch kälter wird. Da wird es auf jeden Einzelnen ankommen." so die Forderungen.

Während sich der Gasverbrauch von Haushalten und Gewerbe bis Mitte September zum Teil deutlich unter den durchschnittlichen Verbräuchen der Vorjahre bewegte, lag er in der vergangenen Woche mit 483 GWh/Woche deutlich über dem durchschnittlichen Wert der Jahre 2018 bis 2021 (422 GWh/Woche; +14,5 Prozent).

Die Woche war zwar deutlich kälter als die Vergleichswoche in den Vorjahren, die zur Vermeidung einer Gasmangellage erforderlichen Einsparerfolge müssen allerdings unabhängig von Temperaturen erzielt werden. Die Bundesnetzagentur geht im Moment davon aus, dass zur Vermeidung einer Gasmangellage ein Rückgang des Verbrauchs um mindestens 20 Prozent erforderlich ist.

Die privaten Haushalte und kleineren Gewerbekunden sind in Deutschland für rund 40 Prozent des Gasverbrauchs verantwortlich. Die privaten Verbraucher trugen bisher wenig zum sinkenden Gasverbrauch bei. Das liegt jedoch daran, dass Gas hier vorwiegend zum Heizen verwendet wird. Wie viel Gas tatsächlich eingespart wird, wird sich daher erst in der gerade beginnenden Heizperiode zeigen.

Die großen Industriekunden benötigen rund 60 Prozent des Gases. Der Verbrauch dieser großen Verbraucher sank im August um 22 Prozent und lag auch in der letzten Woche deutlich unter dem durchschnittlichen Verbrauch der Vorjahre (1170 GWh/Woche gegenüber durchschnittlich 1679 GWh/Woche in den Jahren 2018 bis 2021).

Verschwiegene Gasexporte

Habecks Gasumlage wackelt: Lindner fordert Gaspreisbremse, die den Preis senkt
Bundesnetzagentur mit verschwiegenen Gasexporten ins Ausland -Bild: BNetzA

Allerdings drohen die Geldflüsse wohl wieder in den Portemonaies der Öl-Multis zu fließen. In Deutschland und Europa ist das Gasnetz gross und verzeigt. Wenn man in Deutschland subventioniertes Gas einkauft, kann jeder Energiekonzern dieses auch wieder am Weltmarkt zu deutlich, höheren Preise verkaufen. Niemand ist gezwungen, dass Gas an die deutschen Verbraucher zu liefern. So gibt es nun in Deutschland schon wieder Gasabflüsse aus den vollen Gas-Speichern laut der Bundesnetzagentur. Nur weiss dort niemand, wohin das Gas genau fließt. Es wird aber exportiert, laut den eigenen Daten der Bundesnetzagentur. Trotzdem sollen die Verbraucher sparen, so der neueste Appell vom Präsidenten Klaus Müller.

Besonders brisant ist auch erst die verspätete Reduzierung der Gasimporte im Sommer, welche Anhand der Grafik gut zu sehen ist. Dabei flossen grosse Gasmengen ungehindert von Deutschland ins Ausland unter der Aufsicht der Bundesnetzagentur. Dabei gab es am 28.September erstmals einen negativen Füllstand im Vergleich zum Vortag.

Dabei sind die Daten bislang noch nicht mals komplett und werden sicherlich viele Ungereimtheiten der letzten Wochen und Monate aufzeigen. Immerhin sollten zuletzt Gaskunden auch reiche Energieversorger mit Zahlungen durch die Gasumlage unterstützen. Dazu heißt es bisland von der Bundesnetzagentur: "Aufgrund technischer Probleme bei der Datenübermittlung zu den Gasflüssen sind die Daten zu Importen, Exporten und Gasförderung zur Zeit unvollständig. Sie werden nachträglich aktualisiert, sobald das Problem behoben ist.".

Energiekrise: Abwehrschirm von 200 Milliarden Euro --Droht nach Tankrabatt das nächste Desaster?

Im Rahmen der Energiekrise hatte die Ampelkoalition schon die Ölkonzerne reich mit Steuergeldern gemacht, was man am Tankrabatt Desaster erkennen konnte, wo die Öl-Multis nur einen Teil der Steuergeschenke an den Autofahrer verteilt haben. Nun droht beim neuen Abwehrschirm von 200 Milliarden Euro das gleiche. Niemand in der Ampelregierung weiss wohin die Gasflüsse laufen, und diese Gasflüsse kommen dann auch vielleicht nicht beim Verbraucher an. Was dann ja wieder gar nicht mehr überraschend wäre.

Die Regierung hat einen Schutzschirm in Höhe von bis zu 200 Milliarden Euro verkündet. Der Kanzler Scholz wehrte sich gegen den Vorwurf, dass es sich um einen Schattenhaushalt handele.

Die Pläne eines Abwehrschirm von 200 Milliarden Euro in Rahmen der Energiekrise sind bislang nur nebulös. Das diese hohe Geldsumme von 200 Milliarden Euro vorhanden sein wird, steht außer Frage. Allerdings drohen die Geldflüsse wohl wieder in den Portemonaies der Öl-Multis zu fließen. In Deutschland und Europa ist das Gasnetz gross und verzeigt. Wenn man in Deutschland subventioniertes Gas einkauft, kann jeder Energiekonzern dieses auch wieder am Weltmarkt zu deutlich, höheren Preise verkaufen. Niemand ist gezwungen, dass Gas an die deutschen Verbraucher zu liefern. Bislang gibt es in Deutschland keine Pläne für eine Übergewinnsteuer. Im Gegenteil, Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP), hatte sich immer wieder gegen eine Übergewinnsteuer öffentlich ausgesprochen. Bislang gibt es nur einen "Ersten Gesetz-Entwurf der EU-Kommission" für die Übergewinnabgabe.

Nun laufen die Pläne der Ampelregierung nach dem Tankrabatt Desaster wohl wieder in die gleiche Richtung. Beim Verbraucher wird wohl wieder möglicherweise zu wenig ankommen, die Öl-Multis bereichern sich. Und in Deutschland gibt es schon wieder Gasabflüsse aus den vollen Gas-Speichern laut der Bundesnetzagentur. Nur weiss dort niemand, wohin das Gas genau fließt. Es wird aber exportiert, laut den eigenen Daten der Bundesnetzagentur. Trotzdem sollen die Verbraucher sparen, so der neueste Appell vom Präsidenten Klaus Müller.

Deutschland exportiert Gas: Sparappell vom Präsidenten Klaus Müller an die Verbraucher
Deutschland exportiert Gas: Sparappell vom Präsidenten Klaus Müller
an die Verbraucher -Bild: Bundesnetzagentur

Nun hatte Bundeskanzler Olaf Scholz das neue milliardenschwere Hilfspaket der Bundesregierung und die dafür erforderliche Schuldenaufnahme verteidigt. "Das ist eine akute Krise, da muss man akut handeln", sagte Scholz im heute-journal des ZDF. "Die Preise sind zu hoch und müssen runter.".

Die Gaspreise für Bürger und Unternehmer in Deutschland würden laut dem Bundeskanzler durch die neuen Maßnahmen der Regierung drastisch zurückgehen. "Es geht um eine massive Senkung der Gaspreise", so Scholz letzte Woche im ZDF. Die Regierung will dann die Preise so lange heruntersubventionieren, wie sie zu hoch sind. Welche Preise das sind, wurde vom Kanzler nicht genannt.

Hingegen gibt es dann bei "RTL Aktuell" einen Dämpfer. Hier erwähnt der Kanzler, dass es wenig Hoffnung gibt, dass die Bürger schon im Oktober entlastet werden. "Das wird sicherlich nicht so einfach gehen, weil es ja von uns organisiert werden muss, dass die zu hohen Preise für Gas, die auf Weltmarkt bezahlt werden, runtersubventioniert werden müssen", so Scholz.

Bundesfinanzminister Christian Lindner rechtfertigte den Schritt auch mit den jüngsten Ereignissen. "Durch die bisher nicht aufgeklärten Sabotageakte an den Pipelines Nord Stream 1 und 2 in der Ostsee habe sich die Lage verschärft", so der Minister in ARD-Tagesthemen. Der FDP-Politiker weiter: .

Verbraucherschützer: Ramona Pop fordert ein Sicherheitsnetz bei der Energiekrise

Die Verbraucherschützer fordern nun ein Sicherheitsnetz bei der Energiekrise ein. Immer mehr Privatpersonen und Unternehmen können sich die hohen Strom- und Gaspreise nicht mehr leisten und gehen in die Insolvenz oder geben ihre Selbstständigkeit auf. Die Politik schaute bislang tatenlos zu und sorgt durch Gasumlage vom Wirtschaftsminister Robert Habeck (52, Grüne) nur noch für eine grössere Verteuerung bei den Gaspreisen.

So haben die Verbraucherschützer schon vor 3 Monaten einen Gaspreisdeckel gefordert. Zeit, die bislang nutzlos bei der Ampelregierung verpufft ist und viele Menschen in eine wirtschaftliche Krise stürzt.

Verbraucherschützer: Ramona Pop fordert ein Sicherheitsnetz bei der Energiekrise
Verbraucherschützer: Ramona Pop fordert ein Sicherheitsnetz
bei der Energiekrise -Bild: vzbv.de

Angesichts dramatisch steigender Gas- und Strompreise fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) ein Sicherheitsnetz für Verbraucher, da diese ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können. Ferner wird das Aussetzen von Strom- und Gassperren gefordert. Auch sollten "Angekündigte Entlastungen schnell und wirksam bei den Menschen ankommen", so die Forderungen.

"Wir steuern im Winter auf eine dramatische Lage zu. Angesichts explodierender Preise ist zu befürchten, dass viele Haushalte ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können. Diesen Menschen drohen dann Energiesperren, im Klartext heißt das, dass ihnen der Strom oder gar die Heizung abgestellt wird. Es ist völlig unverständlich, warum die Bundesregierung immer noch kein Sicherheitsnetz für diese Menschen gespannt hat" so die dramatische Kritik von Ramona Pop, der Vorständin des vzbv.

"Zumal nicht klar ist, wann mit welchen Entlastungen zu rechnen ist". Daher sollte es schnell ein Moratorium für Strom- und Gassperren geben, an die Preisentwicklung angepasste finanzielle Hilfen für Verbraucher sowie eine wirksame Deckelung der Gewinne der Energieunternehmen, so die Forderungen der Verbraucherschützer.

"Ziel muss es sein, die Preisexplosion abzufedern. Anbieter dürfen sich in der Krise nicht auf Kosten der Verbraucher:innen eine goldene Nase verdienen", so die Verbraucherschützerin Pop.

Mittlerweile hat die Verbraucherzentrale auch gegen unrechtmäßige Preissteigerungen Abmahnungen und Klagen gegen intransparente und nicht nachvollziehbare Preiserhöhungen auf dem Energiemarkt auf den Weg gebracht.

Verbraucherreport 2022

So fürchten nun 64 Prozent der Verbraucher, dass die Energieversorgung im Herbst und Winter aufgrund einer Mangellage gefährdet sein könnte. Dazu kommen finanzielle Sorgen. Sogar gut 76 Prozent der Befragten fürchten finanzielle Belastungen aufgrund der hohen Energiepreise.

Die Menschen reagieren darauf, indem sie vor allem beim Energieverbrauch mit 78 Prozent der Befragten sparen.

Bei den Gastronomie-Besuchen sind es 53 Prozent der Befragten oder beim Urlaub 50 Prozent. Auch müssen 35 Prozent weniger weniger Geld für Lebensmittel auszugeben. "Der Verbraucherreport zeigt, dass längst nicht mehr nur Menschen mit niedrigem Einkommen betroffen sind. Die Krise frißt sich durch die Gesellschaftsschichten", sagt Pop.

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