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Telekom Studie 2022: Schulen lassen noch viel digitales Potenzial ungenutzt

• 06.09.22 Während der Corona Pandemie hatten die hochmotivierten Schüler und Eltern viel Leid und Druck durch die Kultusminister und auch durch die Kultusminister-Vorsitzende und amtierende SH-Bildungsministerin Karin Prien ertragen müssen. Diese hatte zuletzt mit empathielosen Tweets für Verärgerungen bei wohl fast jedem Bürger in der Bevölkerung gesorgt. Nun zeigt eine neue Telekom-Studie, dass die Pandemie die Digitalisierung nur punktuell vorangetrieben hatte. Immerhin wünschen sich 80 Prozent der Schulen eine höhere Internet-Bandbreiten. Immerhin wollen Schulen weiter in dem digitalen Unterricht investieren.

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Telekom Studie 2022: Schulen lassen noch viel digitales Potenzial ungenutzt

So gibt es Kritik an fehlende, digitale Lehrpläne, zu wenig digitale Tafeln und nur geringe Internet-Bandbreiten. Der digitale Status quo im deutschen Bildungswesen ist immer noch unzureichend, so die Ergebnisse der Telekom-Studie Digitalisierungsindex Bildung 2021/22.

Telekom Studie 2022: Schulen lassen noch viel digitales Potenzial ungenutzt
Telekom Studie 2022: Schulen lassen noch viel
digitales Potenzial ungenutzt --Bild: pixabay.com

Dabei hatte die Pandemie die Digitalisierung laut der Studie nur punktuell vorantrieb: "Es bleiben in vielen Schulen Potenziale weiterhin ungenutzt", so das Ergebnis.

Daher haben viele Schulen kurzfristige Lösungen beim Homeschooling und hybrides Unterrichten ermöglicht. Digitale Lernplattformen, Web- und Video-Konferenz-Tools mit je 75 Prozent sowie Schul-Apps mit 48 Prozent etablierten sich. Etwas mehr als die Hälfte der Schulen stellten Lehrkräften und Lernenden digitale Endgeräte bereit.

Dennoch: "Auch wenn viele Schulen die Chancen der Digitalisierung erkannt haben, mangelt es noch an wichtigen IT-Basisstrukturen", sagt Jochen Bösl, Leiter vom Vertriebssegment Digitale Bildung und Schule der Deutschen Telekom.

Schulen wollen weiter in Digitalisierung investieren

So können 23 Prozent der Schulen zwar bereits einen Glasfaseranschluss vorweisen. 80 Prozent geben dennoch an, dass ihnen die verfügbare Bandbreite nicht ausreicht, um digitale Projekte zu realisieren. Bereits 53 Prozent der Schulen arbeiten mit digitalen Tafeln.

Allerdings fehlt oftmals das pädagogisch-technische Grundgerüst. 72 Prozent finden, dass Lehrpläne und -materialien die digitalen Medien bislang kaum berücksichtigen. An nur 40 Prozent der Schulen arbeiten Fachkräfte mit ausreichend IT-Know-how.

Dabei wollen nahezu alle der Befragten das Digitalengagement ausbauen. Immerhin halten 98 Prozent an den geplanten Investitionen in ihre Digitalisierung fest oder erhöhen sogar die Ausgaben. Geplant ist etwa die Anschaffung weiterer Tablets, Laptops und digitaler Tafeln. Dazu gehört auch der Einsatz von Tools, um Stundenpläne oder Projekte online zu führen.

Debakel Digitalisierung Schule: Didacta-Verband kritisiert Digitalisierung in den Schulen

Immerhin wünschten sich zuletzt fast 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen in den Schulen den digitalen Unterricht, was den Unterrichtsausfall während der Hochzeit der Corona Lage gedämpft hätte. Ferner hakt es bei der Digitalisierung der Schulen nach Ansicht des Bildungsverbandes Didacta noch.

Erfreuliche Nachrichten für die Digitalisierung in den Schulen und den Schulunterricht ab dem kommenden Herbst während der Corona Lage sehen anders aus. Zwar habe das Thema mit dem Distanzunterricht während der Corona-Pandemie gezwungenermaßen einen großen Schub bekommen - jedoch hake es noch in vielen Bereichen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Reinhard Koslitz. Die Digitalisierung ist einer der Schwerpunkte bei der internationalen Bildungsmesse Didacta, welche zuletzt in Köln stattfand.

Debakel Digitalisierung Schule: Didacta-Verband kritisiert Digiatalisierung in den Schulen
Debakel Digitalisierung Schule: Didacta-Verband kritisiert Digitalisierung
in den Schulen -Bild: © PublicDomainPictures ((Pixabay-Lizenz)/ pixabay.com

So gebe es große Unterschiede, was die Ausstattung der Schulen mit WLAN oder Tablets betreffe, kritisierte Koslitz. Auch der technische Service sei vielerorts nicht zufriedenstellend. "Es kann nicht sein, dass die Lehrer sich um die Wartung und Reparatur der Geräte kümmern müssen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Für einen kompetenten Umgang mit digitalen Medien im Unterricht müsse zudem die Lehrer-Fortbildung verbessert werden.

Dann geht es auch um die Integration geflüchteter Kinder in Schulen und Kitas. Dabei gehe es etwa um Methoden zur Vermittlung von Sprachkenntnissen oder um den Umgang mit möglicherweise kriegstraumatisierten Kindern, sagte Koslitz. Eine weitere Herausforderung für die Schulen sei es, das große Thema Klimawandel im Unterricht greifbar zu machen.

Überlastete und teils unbrauchbare IT-Lernplattformen der Länder

Der Bildungsverband didacta erhebt schwere Vorwürfe in einem Bild-Bericht und redet von völlig überlasteten und teils unbrauchbaren IT-Lernplattformen der Länder.

So gibt es in Baden-Württemberg die Lernplattform "ella", welche bislang 47 Millionen Euro an Steuergeldern verschlang, trotzdem scheiterte das Projekt an technischen Problemen. Auch die aktuelle Plattform "Moodle" fällt immer wieder aus.

In Bayern geht es der Lernplattform "mebis" wegen fehlender Server in der Corona-Krise an den Kragen. Nach didacta-Informationen soll Bayerns "mebis" für ganze 80 Millionen Euro wieder auf Vordermann gebracht werden.

Auch keine Besserungen in NRW. "LOGINEO NRW" kostete schon 65 Millionen an Steuergeldern und schwerwiegende Sicherheitslücken konnten trotzdem nicht behoben werden. Nun soll Nordrhein-Westfalen in den nächsten sieben Jahre saftige 207 Millionen Euro bereithalten.

Dabei hatten spätestens in der Corona-Krise viele Schulen genug von den Zuständen und handelten auf eigene Faust und kümmerten sie sich um pragmatische ad-hoc-Lösungen für Server, Lernplattformen und Dokumentenmanagement. So konnte man viele Defizite beseitigen.

"Klassische Fall vom Bock, der sich zum Gärtner macht"

Martin Hüppe vom Bildungsverband didacta kritisiert im BILD-Bericht: "Das ist der klassische Fall vom Bock, der sich zum Gärtner macht. Die staatlichen IT-Lösungen haben bereits Millionen an Steuergeldern verschlungen und in der Corona-Pandemie versagt. Wenn die Länder private Bildungsanbieter jetzt wieder aus dem Markt drängen wollen, gefährdet das die gesamte digitale Aufholjagd der vergangenen zwei Jahre."

Bildungsunternehmer Jörg Ludwig (IServ) fordert von der Politik eine andere Prioritätensetzung: "Angesichts von 35 000 fehlenden Lehrkräften in Deutschland wäre es sinnvoll, die jetzt vorhandenen Lösungen für digitalen Unterricht miteinander zu vernetzen und weiterzuentwickeln, anstatt das Rad wieder neu zu erfinden.".

Digitalisierung Schule: 38 Prozent der Schüler fordern digitalen Unterricht

Informatik in der Schule wird schon seit Jahrzehnten von den Informatikern und von der Gesellschaft gefordert. Dabei ist offensichtlich, dass auch darunter die deutsche IT-Wirtschaft durch den Fachkräftemangel zu leiden hat. Das Problem sind daher die Bildungsminister der Länder, welche mit Informatik auf dem Kriegsfuss stehen, anders kann man die mißliche Lage bei den Schulen nicht deuten. Die Schulen sind dabei Ländersache.

Im Unterricht gibt es zahlreiche Möglichkeiten ein Smartphone einzusetzen. Immerhin wollen dieses 38 Prozent aller Zehn- bis Achtzehn-Jährigen Schüler. An Gymnasien wollen das 37 Prozent, an anderen Schulformen 42 Prozent, so dass Ergebnis einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom.

Digitalisierung Schule: 38 Prozent der Schüler fordern digitalen Unterricht
Digitalisierung Schule: 38 Prozent der Schüler fordern digitalen Unterricht
Screenshot: pixabay.com

"Der Wunsch nach digitalem Unterricht zeigt, wie wichtig entsprechende Kompetenzen in der Schulleitung und im Lehrkörper sind. Jetzt diskutiert Deutschland wieder über Notfallpläne angesichts steigender Infektionszahlen und drohender Personalausfälle. So wie Unternehmen ihre Teams unproblematisch mobil arbeiten lassen, so sollten Schulen zu Beginn des dritten Corona-Jahrs den Hebel jederzeit auf Home Schooling umlegen können", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Mittlerweile sind Digitale Technologien unerlässlich, damit alle Schülerinnen und Schüler jederzeit und unabhängig von der jeweiligen Corona-Situation am Unterricht teilhaben können, so die weitere Feststellung im Rahmen der Schüler-Umfrage.

Auch gibt es von den Schülern wünsche für den Einsatz digitaler Technologien. 59 Prozent der Zehn- bis Achtzehnjährigen meinen, dass Smartphones nur an bestimmten Orten oder nach klaren Vorgaben genutzt werden sollten. Ein Verbot während Klassenarbeiten befürwortet mehr als die Hälfte mit 54 Prozent. Dass Handys im Unterricht grundsätzlich verboten sein sollten, findet nur ein 26 Prozent.

SH-Bildungsministerin Prien Skandal: Twitter Konto nach Shit-Storm Offline

Das Problem ist aber Hausgemacht. Die Kultusminister-Vorsitzende ist gerade die SH-Bildungsministerin Karin Prien. Diese hatte zuletzt mit empathielose Tweets für Verärgerungen bei wohl fast jedem Bürger in der Bevölkerung gesorgt.

Immerhin hatte die SH-Bildungsministerin ihr Twitter Konto gelöscht, nachdem diese emphatielose Vergleiche von verstorbenen Kindern machte und diese auch noch versuchte zu rechtfertigen. Die Digitalisierung in der Schule wird hier weiterhin aufgrund von persönlichen Profilierungssüchten verschlafen. Reue?, bislang gab es keine öffentliche Reue. Sollen solche Minister Deutschlands Wirtschaft stärken?. Solche Fragen werden immer öfters als Rhethorik bezeichnet.

Nur noch das Konto findet man, aber es sind alle Einträge gelöscht. So sieht das demokratische Verständnis bei einer Kritik bei einer SH-Bildungsministerin Karin Prien aus?. Diese Frau ist auch im Norden beim Ministgerpräsident Günther wieder Bildungsministerin geworden. Die Eltern von Schülern im Norden sind daher nur noch fassungslos.

SH-Bildungsministerin Prien Skandal: Twitter Konto nach Shit-Storm vorerst Offline
SH-Bildungsministerin Prien Skandal: Twitter Konto nach
Shit-Storm vorerst Offline -Bild: © schleswig-holstein.de

Dabei ging es damals bei Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hoch her. Dabei ging Prien empathielos auf einen Twitter-Nutzer mit der Aussage los. "Bitte differenzieren: Kinder sterben. Das ist extrem tragisch. Aber sie sterben mit Covid-19 und nur extrem selten wegen Covid-19.". Dann warfen ihr Kritiker unter dem Stichwort #Prienruecktritt viele Twitter-Nutzer vor, sie würde die Gefahr des Coronavirus für Schülerinnen und Schüler verharmlosen, auch "menschenverachtend" wurde genannt. Daher gab es dann auch Rücktrittsforderungen.

Immerhin hat die amtierende Ministerin auf eine Frau reagiert, welche sich in ihren persönlichen Angaben als Pädagogin und Leseratte vorstellte. Dabei hatte diese am 11. Februar mit Bezug auf Priens Äußerungen in der Talkshow von Markus Lanz geschrieben hatte: "Wir haben in den letzten 4 Wochen 17 tote Kinder gehabt. 17 - in vier Wo­chen. Und es geht immer schneller. Bis Oktober 21 hatten wir 27 tote Kinder, seit Oktober 38. Also in 4,5 Monaten mehr als in 18 Monaten. Insgesamt sind 65 Kinder verstorben. Fünfundsechzig.". Als Grundlage dieses Zahlenmaterials konnten Journalisten das RKI ausfindig machen, welches wöchentliche Fallzahlen von allen Altersgruppen aufführt.

Ein Sturm der Entrüstung im Internet folgte, nun hat Prien ihren Twitter-Account vorläufig deaktiviert. "Ich nehme mir einige Wochen Zeit, um darüber nachzudenken, ob und wie ich Twitter als Medium weiter zur Kommunikation nutze".

In der Vergangenheit war die SH-Bildungsministerin Prien immer schon robust im Umgang mit ihren Kritikern bei Twitter umgegangen, auch Eltern waren betroffen, dabei hatte sie sogar in der Spitze Lehrer mit Vorerkrankungen mit Hilfe des Gerichts wieder in das Klassenzimmer gezerrt. Schon damals warf man ihr Empathielosigkeit vor. Es war im übrigen das einzige Bundesland, dass diese Methode anwandte, in anderen Bundesländern kommunizierte man mit dem Lehrkörper.

Digitalisierung Schule: Forderungen nach Informatik als Pflichtfach --Förderung von Frauen in der Informatik

Mehr als 50 führende Vertreterinnen aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft haben das Bündnis #SheTransformsIT im Herbst 2020 zum Digital-Gipfel der Bundesregierung gegründet, um mehr Frauen in die Digitalisierung zu bringen. Unterstützt wird die Initiative übergreifend von den Fraktionen von CDU/CSU, SPD, FDP, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag.

Derzeit fehlen in Deutschland aktuell über 86.000 IT-Fachkräfte, so die Berichtererstattung in vielen Medien, allerdings geht es dabei oft auch um Lohndumping in der IT-Branche. Erfahrene IT-Experten kosten halt Geld und bringen im Gegenzug Erfahrung und Leistung. Desalb sind Zahlen im hohen fünfstelligen Bereich immer mit Vorsicht zu geniesen.

16 Jahre Merkel und damit auch CDU Politik gegen Informatik

Aber es gelingt Deutschland weiterhin nicht, Mädchen und Frauen für Digitalberufe zu begeistern. Diesen Umstand konnte man schon seit den 80er Jahren in den Schulen und Universitäten verfolgen. "16 Jahre Merkel und damit auch die CDU Politik, waren mit dem Aufbau von Informatiker feindlichen Strukturen in den Ländern und Bundesbehörden verbunden. Immerhin fehlen dem Bundeskartellamt Informatiker, um im Kampf gegen Google und Facebook Schritt halten zu können. Bei den Datenschützern der Länder sieht es ebenfalls nicht besser aus. Bei der Digitalisierung der Schulen kann man nur von einem Offenbarungseid der Planlosigkeit bei den verantwortlichen in den Ländern reden", so die Kritik vom Chefredakteur vom Redaktionsnetzwerk Tarifrechner, Dipl. Inform. Martin Kopka.

Der Frauenanteil in Deutschlands ITK-Branche liegt zum Beispiel bei 17 Prozent. Damit Frauen den digitalen Umbruch künftig in allen Bereichen gestalten können, hat das Bündnis #SheTransformsIT, hinter der Vertreterinnen aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft stehen, einen 10-Punkte-Plan für ein zukunftsfähiges Deutschland entwickelt.

Die Maßnahmen orientieren sich an der weiblichen Lebenswelt und Weichenstellungen wie Schulzeit, Ausbildungswahl oder Familienplanung. Ziel ist es, in der kommenden Legislaturperiode einen digitalen Frauenpakt zu schließen.

Verpflichtender Informatikunterricht

So fordert die Initiative, dass Mädchen in der Schule natürlich und gestaltend, mit der Digitalisierung in Kontakt zu bringen sind. Dafür brauche es verpflichtenden Informatikunterricht für alle und gendersensible Schulbücher.

"Informatik für alle bedeutet, mit dem Pflichtfach Informatik für alle Mädchen und Frauen den Zugang zu Informatik-Kenntnissen und damit die Basis zur Mitbestimmung über IT zu sichern. Gleichzeitig sollten wir Technikstereotype in der Werbung oder in Schulbüchern nicht länger dulden", mahnt Ira Diethelm, Präsidiumsmitglied der Gesellschaft für Informatik und Professorin für Didaktik der Informatik an der Carl von Ossietzky Universität. Interdisziplinäre Studiengänge und Mentoring-Programme sollten nach dem Schulabschluss den Weg in einen Digital-Job ebnen.

Die Initiative arbeitet sektorübergreifend an Lösungen, um einen nachhaltigen Wandel hin zu mehr Frauen in der Digitalisierung in Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern. Um mehr Frauen für die Digitalisierung zu gewinnen, müssten nicht nur Rahmenbedingungen geschaffen, sondern diese auch nachhaltig in Bildungseinrichtungen, in der Wissenschaft und in Unternehmen verankert werden, so die Initiative.

Tatort Corona Lockdown Schule: Eltern fordern schnellere Digitalisierung der Schulen

Immerhin wollen 77 Prozent der Eltern die Digitalisierung der Schulen, diese geht ihnen auch zu langsam voran, und 40 Prozent sind der Meinung, es "sogar viel zu langsam".

Der Digitalisierung steht die große Mehrheit grundsätzlich positiv gegenüber. 85 Prozent beurteilen sie als Chance für die Schulen. Demgegenüber sehen nur 10 Prozent darin ein Risiko. Beim Blick auf die Schulen ihrer Kinder sehen die meisten Eltern großen Nachholbedarf.

83 Prozent fordern, verstärkt in die IT und Ausstattung mit digitalen Endgeräten zu investieren Die Eltern vergeben für die Ausstattung mit digitalen Endgeräten auf der Schulnotenskala im Durchschnitt eine 3- (3,4 - "befriedigend"). Ebenfalls "befriedigend" (3,2) lautet das Urteil zur Verfügbarkeit eines Internetzugangs. Jeweils mit einer 4+ ("ausreichend") werden die Schulen bei der Verfügbarkeit von W-Lan in Klassenräumen (3,5), dem Zustand der digitalen Endgeräte (3,6) und der Hilfe bei IT-Problemen (3,6) bewertet.

Von der Politik fordern Eltern mehr Zentralisierung. 78 Prozent sehen den Föderalismus als Bremsklotz für die Digitalisierung der Schulen. 69 Prozent befürworten, dass der Bund mehr Entscheidungskompetenzen in der Bildungspolitik haben sollte.

"Die Eltern zeichnen ein eher ernüchterndes Bild von der Digitalisierung der Schulen und erwarten, dass das Tempo angezogen wird. Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung in vielen Bereichen massiv beschleunigt, und diese Beschleunigung brauchen wir auch in den Schulen", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Und weiter "Eltern von Schulkindern sind in der Corona-Pandemie ohnehin mehrfach belastet. Funktioniert der digitale Unterricht nicht, müssen Eltern neben allem anderen auch noch Hilfslehrkräfte spielen..

Digitales Lernen in den meisten Haushalten Standard

Dabei ist digitales Lernen in den meisten Haushalten Standard. 78 Prozent der Kinder benutzen täglich ein digitales Endgerät im Zusammenhang mit dem Lernen oder der Vorbereitung für die Schule. Bei weiteren 16 Prozent wird zwar grundsätzlich auch digital gelernt, aber nicht täglich. 4 Prozent der Eltern geben an, dass gar nicht mit digitalen Endgeräten gelernt wird. Die durchschnittliche Bildschirmlernzeit beträgt 4 Stunden und 20 Minuten täglich.

In nur 63 Prozent der Elternhäuser steht den Schülerinnen und Schülern ein eigenes digitales Endgerät zur Verfügung. In jedem fünften Elternhaus können Kinder ein Gerät der Eltern nutzen. In 7 Prozent der Elternhäuser teilen sich mehrere Kinder ein eigenes Gerät. In 4 Prozent der Elternhäuser wird ein von der Schule gestelltes Gerät genutzt. Als Gerätekategorie sind Notebooks sind besonders populär, die in 65 Prozent der Fälle für Schulaufgaben zum Einsatz kommen.

Digitaler Unterricht in neun von zehn Elternhäusern

Während coronabedingter Schulschließungen haben digitale Unterrichtsangebote neun von zehn Elternhäuser (91 Prozent) erreicht. Dazu zählen Videokonferenzen mit 83 Prozent, Online-Präsenzunterricht mit 77 Prozent und Lernplattformen mit 65 Prozent.

Jedes dritte Elternhaus hatte den Fall, dass Aufgaben oder Dokumente aus der Schule abgeholt werden mussten. Bei 8 Prozent wurden Unterrichtsmaterialien per Post zugesandt. Spezielle Apps zum mobilen und individuellen Lernen sind demgegenüber noch kein Standard, kommen aber immerhin in 44 Prozent der Elternhäuser zum Einsatz. Nur 4 Prozent der Eltern sagen, dass Lehrkräfte solche Apps an allen Unterrichtstagen einsetzen. Bei 28 Prozent ist es regelmäßig, aber nicht an allen Unterrichtstagen. Bei 30 Prozent werden Lern-Apps nur in Ausnahmefällen und bei 29 Prozent nie eingesetzt.

Lehrkräfte kommunizieren am liebsten per E-Mail und am Telefon

Wenn Lehrerinnen und Lehrer mit Eltern in Kontakt treten, geschieht dies überwiegend über traditionelle Kommunikationsmittel. So kommunizieren 71 Prozent der Eltern per E-Mail mit Lehrkräften. Gut die Hälfte greifen dafür zum Telefonhörer. Erst dahinter rangieren neuere digitale Kommunikationsmittel wie eine schulinterne Online-Plattform, Messenger, Soziale Netzwerke und Videotelefonie.

Tatort Corona Lockdown Schule: Corona-Note mangelhaft von den Eltern

Wichtig ist für eine große Mehrheit der Eltern, dass die Digitalisierung der Schulen entschieden und schnell vorangeht und die technische Ausstattungen verbessert werden.

Dazu gehören Lernmittel und Lehrpläne zu modernisieren und Lehrer entsprechend weiterzubilden. Dem Bund sollte bei der Digitalisierung der Bildung nach mehrheitlicher Ansicht eine sehr viel größere Verantwortung zugestanden werden als bisher, so der Branchenverband.

Bei der Umfrage wurden 1.003 Personen in Deutschland ab 16 Jahren befragt, darunter 269 Eltern schulpflichtiger Kinder befragt.

"Die Corona-Krise hat unser Bildungssystem vor eine Zerreißprobe gestellt. Bei vielen Bürgern wurde massiv Vertrauen verspielt, weil Unterricht zu oft ersatzlos gestrichen wurde und viele Schulen nicht in der Lage waren, die ihnen anvertrauten Schüler auch nur ansatzweise zu betreuen", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. "Die massiven Verunsicherungen durch Behörden und Datenschutzbeauftragte haben dann auch noch die digitalen Vorreiter unter den Schulen und Lehrkräften ausgebremst. Corona ist der Startschuss für die Digitalisierung der Schulen. Jetzt heißt es, die Digitalisierung der Schulen von Null auf Hundert zu beschleunigen und das von jetzt auf gleich..

Home-Schooling gehört für jeden Zweiten zur neuen Normalität

Nach Einschätzung von Eltern wie auch der Gesamtbevölkerung ist an den meisten Schulen der Wechsel ins virtuelle Klassenzimmer nicht geglückt. Als gerade noch "ausreichend" wird der Stand der digitalen Bildung in Deutschland bewertet, etwa wenn es um Geräteausstattung, Internetanbindung und digitale Unterrichtsinhalte der Schulen geht.

Für die Digitalisierung der Schulen im Durchschnitt gab es die Schulnote 4,2, Versetzung gefährdet. Die Corona-Krise hat den Digitalisierungsdruck auf die Schulen massiv erhöht. So sind 89 Prozent der Eltern der Ansicht, dass die Pandemie die Defizite bei der Digitalisierung der Schulen schonungslos offengelegt hat.

Etwa ebenso viele Eltern fordern, dass alle Schulen in die Lage versetzt werden sollten, noch in diesem Schuljahr per Home-Schooling zu unterrichten. Für jeden Zweiten soll das auch zur neuen Normalität werden.

Bis zum Ende der Pandemie sollten Schulen für 20 Prozent der Eltern am besten ganz geschlossen bleiben und es sollte ausschließlich per Home-Schooling unterrichtet werden.

Für den Aufbruch in die digitale Zukunft brauchen Schulen Infrastruktur, entsprechende Inhalte und pädagogische Konzepte und digital kompetente Lehrer. Was IT-Fragen betrifft, hat die Verbesserung der technischen Ausstattung der Schulen höchste Priorität, um die Digitalisierung der Schulen voranzubringen.

Zur Digitalisierung der Schulen schlägt der Bitkom die flächendeckende Einrichtung von Smart Schools vor. Smart Schools sind digitale Vorreiterschulen und gründen sich auf die drei Säulen Infrastruktur, pädagogische Konzepte und Inhalte sowie digital kompetente Lehrkräfte.

Überall im Bundesgebiet gibt es bereits exzellente digitale Schulen, die vom Bitkom in einem jährlich stattfindenden Wettbewerb ausgezeichnet werden. Die Entscheidung trifft eine renommierte Jury auf Grundlage der eingereichten Digitalisierungskonzepte. Derzeit gibt es 61 Smart Schools in öffentlicher wie freier Trägerschaft in Deutschland.

Digitalpakt mit 500 Millionen Euro Nachschlag für Schulen

So sollen nun jeder Lehrer einen Dienstlaptop bekommen. Schulen sollen zügig ans schnelle Internet angeschlossen werden. Bund und Länder wollen dafür in diesem Jahr 500 Millionen Euro ausgeben.

Allerdings ist das Versprechen nicht neu, nur man hat gesehen, dass bessere digitale Bildung auch in Zeiten der Corona Pandemie vorherrscht. So sollten schon 5 Milliarden Euro ab dem vergangenen Jahr an die Schulen fließen. Zum Beispiel für Laptops oder WLAN in den Klassenzimmern. Doch das Geld kommt bis heute kaum an den Schulen an.

Digitale Klassen
Digitale Geräte im Schuleinsatz sind noch selten --Quelle: Apple

Digitale Klassen sind noch selten im Einsatz

Die Mehrheit der Lehrer steht digitalen Medien aufgeschlossen gegenüber und würde diese auch gerne häufiger im Unterricht einsetzen. Allerdings fehlt es in vielen Schulen an der technischen Ausstattung. Auch wünschen sich viele Lehrer eine bessere Aus- und Weiterbildung speziell im Hinblick auf Digitalthemen.

Der neue Digitalpakt zur Digitalisierung der Schulen, für den die Politik gerade den Weg frei gemacht hat, stößt in der Lehrerschaft auf breite Zustimmung, geht vielen aber noch nicht weit genug. Denn fast alle Lehrer sehen Deutschlands Schulen bei der Digitalisierung im internationalen Vergleich hinterherhinken, so die Ergebnisse einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom bei 503 Lehrern.

So würden 54 Prozent der Lehrer gerne häufiger digitale Medien einsetzen. Größtes Hemmnis ist oft die fehlende Technik. 58 Prozent sagen, dass es an den nötigen Geräten für die Nutzung im Unterricht mangelt. Dahinter folgt die Sorge, dass die Technik im Unterricht versagt mit 36 Prozent. Auch ein fehlendes pädagogisches Konzept bei 13 Prozent und unzureichende Technik-Kenntnisse bei 12 Prozent spielen eine Rolle.

Oft gibt es in vielen Schulen nur eine digitale Grundausstattung. So gibt es Beamer mit 99 Prozent, Notebooks bei 82 Prozent und stationärer PC bei 87 Prozent der Schulen. Dieses sind jedoch meist nur als Einzelgeräte oder in speziellen Fachräumen verfügbar. Von einer Ausstattung für alle Schüler in einer Klasse kann keine Rede sein.

Den Digitalpakt, durch den für die Digitalisierung der Schulen in den kommenden Jahren fünf Milliarden Euro bereitgestellt werden sollen, sieht die Lehrerschaft positiv. 96 Prozent der Lehrer sind der Meinung, dass die Schulen neben Geld auch digitale Konzepte, digitale Inhalte und entsprechend kompetente Lehrer brauchen, um für das digitale Zeitalter gewappnet zu sein. 93 Prozent denken, dass die angekündigten Digitalpakt-Mittel in Höhe von fünf Milliarden Euro nicht ausreichen. Dagegen lehnen lediglich 13 Prozent den Digitalpakt grundsätzlich ab.

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