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Breitbandausbau: 2,6 Milliarden Euro für Netzausbau

• 23.10.15 Vor 4 Monaten hatte die Bundesnetzagentur die LTE Frequenzauktion mit einem Erlös von 5,01 Milliarden Euro beendet. Dabei ist mehr Geld zusammen gekommen, als ursprünglich geplant. Die Prognosen lagen nur bei 3 Milliarden Euro. Ein Teil dieses Geldes fließt nun in den deutschen Breitbandausbau.

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Unterversorgte Gebiete sollen 50 Mbit/s bekommen

Das Bundeskabinett hat die von Bundesminister Alexander Dobrindt vorgelegte Förderrichtlinie für den Breitbandausbau beschlossen. Ziel des ersten Bundesförderprogramms für den Netzausbau ist es, in den kommenden drei Jahren hochleistungsfähige Breitbandnetze in unterversorgten Gebieten zu schaffen. Das Förderprogramm des Bundes ermöglicht einen flächendeckenden Ausbau bislang unterversorgter Gebiete mit 50 Mbit pro Sekunde. Dabei stehen 2,7 Milliarden Euro zur Verfügung.

"Mit dem Bundesförderprogramm für den Breitbandausbau schließen wir die weißen Flecken auf der Landkarte. Insgesamt nehmen wir für die Förderung 2,7

Milliarden Euro in die Hand. Das Geld investieren wir gezielt in Regionen, in denen sich der Netzausbau wirtschaftlich alleine nicht rechnet. Damit legen wir die Grundlage, bis 2018 schnelles Internet für alle in Deutschland zu schaffen.", so Bundesminister Alexander Dobrindt bei der Vorstellung des Förderprogramms.

LTE-Netz sorgen für Breitband auf dem Land -Bild: Telekom

Das neue Bundesförderprogramm in der Höhe von 2,7 Milliarden Euro richtet sich an Kommunen und Landkreise. Mit dem Förderbetrag können Kommunen die Wirtschaftlichkeitslücke von Investitionen schließen, die sich bei den Telekommunikationsunternehmen ergeben, wenn diese ein Breitbandnetz in unterversorgten Gebieten errichten. Zugleich werden die Kommunen durch die Bundesförderung in die Lage versetzt, passive Infrastrukturen wie z. B. Glasfaserstrecken zu errichten, die sie den Netzbetreibern verpachten.

Der Fördersatz des Bundes beträgt im Regelfall 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Der Höchstbetrag an Bundesförderung pro Projekt liegt bei 15 Millionen Euro. Eine Kombination mit anderen Förderprogrammen, z. B. der Bundesländer, ist möglich und erwünscht. Dadurch können weitere 40 Prozent an Förderung hinzukommen. Der Eigenanteil der Kommune liegt bei 10 Prozent.

Unabhängig davon können Planungs- und Beratungskosten ab sofort mit bis zu 100 Prozent und einem Maximalbetrag von 50.000 Euro gefördert werden. Damit wird ein zusätzlicher Anreiz dafür geschaffen, schnell mit den Planungen zu beginnen. Bislang haben 68,7 Prozent aller Haushalte in Deutschland Zugang zu mehr als 50 Mbit pro Sekunde, dieses ist laut TÜV Rheinland eine Steigerung von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Frequenzauktion brachte 5 Milliarden Euro

Die Frequenzauktion vor 4 Monaten brachte rund 5 Milliarden Euro ein. Am meisten Geld hatte Vodafone ausgegeben. Der Anbieter mußte 2,01 Milliarden Euro für seine Mobilfunkfrequenzen hinblättern. Ferner hatten alle 3 Anbieter Frequenzen aus der Blöcken 700 MHz, 900 MHz und 1800 MHz erworben. Nur Vodafone hat als einziger noch den 1500 MHz Block belegt.

Am wenigsten hat Telefónica Deutschland mit nur 1,2 Milliarden Euro gezahlt, die Telekom hat 1,8 Milliarden Euro ausgegeben.

Bei der aktuellen Frequenz Auktion wurden auch die 700 und 800 MHz Mobilfunkfrequenzen versteigert. Mit dem geplanten Standard LTE-Advanced, auch 5G Technologie genannt, sind dann immerhin 1 Gbit/s auf dem Lande möglich.

Die Frequenzen im 700-Megahertz-Bereich werden bislang für terrestrisches Fernsehen genutzt. Durch die Umstellung auf DVB-T2 werden diese frei und können für mobiles Breitband genutzt werden. Die Netzbetreiber können mit den freiwerdenden Frequenzen bei relativ wenigen Funkstationen schnelles Internet auch in bisher wenig erschlossene Regionen bringen.

Nach der Versteigerung müssen die Netzbetreiber dafür sorgen, dass innerhalb von drei Jahren deutschlandweit 98 Prozent der Haushalte mit mobilem Breitband versorgt sind. Je Bundesland soll eine Mindestabdeckung von 97 Prozent gewährleistet werden.

Die Freigabe der Frequenzen sollte nach Ansicht des Branchenverbandes Bitkom allerdings schon deutlich vor dem Jahr 2018 erfolgen. Immerhin hatte der Bund angekündigt, dass bis zum Jahr 2018 Breitbandgeschwindigkeiten von mindestens 50 Mbit pro Sekunde flächendeckend verfügbar sein sollen. Mit diesem Versprechen hinkt der Bund schon absehbar hinter seinem Zeitrahmen hinterher.

Aber auch die Smartphone-Apps brauchen immer mehr Datenmengen, dieses ist vor allem dem populären Musik- und Video-Streaming geschuldet. Damit verliert das bekannte Fernsehen auch immer mehr an Bedeutung und nur noch Live-Events sind beim Fernsehen ein Quoten-Hit. Allerdings gehen auch immer mehr Live-Events über das Internet ins Netz.

So steigen die Datenmengen in den deutschen Mobilfunknetzen als Folge dieser Entwicklungen rasant an. So wurden im Jahr 2014 schon 370 Millionen Gigabyte im Mobilfunknetz verschickt, aber dieses Jahr sollen es dann sogar schon 480 Millionen Gigabyte sein. Es gibt somit Wachstumsquoten von guten 20 Prozent, diese sorgen dann für stabile Arbeitsplätzen und eine Nachfrage nach weiteren Beschäftigten.



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