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Europol-Fake Anrufe: Verbraucherzentrale Hamburg warnt vor Europol-Fake beim Identitätsdiebstahl

• 13.05.22 Die Zeitschrift Finanztest von Stiftung Warentest hatte in der Vergangenheit immer wieder Abofallenbetrug im grossen Ausmaß aufgedeckt. Dabei gab es zuletzt, nach vorsichtigen Schätzungen, mindestens 41.000 Opfer. Wie gross der Schaden bei der neuen Betrugswelle durch Europol-Fake Anrufe ist, ist bislang unbekannt. Dabei schüchtern die Betrüger laut der Verbraucherzentrale Hamburg die Opfer mit einem angeblichem Identitätsdiebstahl ein.

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Europol-Fake Anrufe: Verbraucherzentrale Hamburg warnt vor Europol-Fake beim Identitätsdiebstahl

So gehen bei der Verbraucherzentrale Hamburg seit einigen Tagen vermehrt Beschwerden wegen Anrufen von angeblichen Europol-Mitarbeitenden ein. Die Verbraucherschützer warnen davor, sich auf die Telefonate einzulassen. Es handelt sich um eine aktuelle Betrugsmasche, bei der ein angeblicher Identitätsdiebstahl vorgeschoben wird. Dabei könnte ein hoher, wirtschaftlicher Schaden entstehen. Die Verbraucherschützer gehen von mehreren Tausend Euro aus.

Europol-Fake Anrufe: Verbraucherzentrale Hamburg warnt vor Europol-Fake beim Identitätsdiebstahl
Europol-Fake Anrufe: Verbraucherzentrale Hamburg warnt
vor Europol-Fake beim Identitätsdiebstahl -Bild: Europol

Angerufene sollen Straftaten begangen haben

Die Anrufe, die von deutschen Mobilfunknummern zu stammen scheinen, starten zunächst mit der folgenden Ansage einer Computerstimme: "This call is from Europol. We would like to inform you, that your identity card number is in misuse. For more information please press 1.". Wer dann die Zifferntaste auf seinem Telefon betätigt, wird allem Anschein nach zu einem Sachbearbeiter weitergeleitet, der in englischer Sprache weitere Ausführungen zum vermeintlichen Identitätsmissbrauch macht.

So sind demnach im Ausland erhebliche Straftaten im Namen der Betroffenen begangen worden, so wurde zum Beispiel angeblich mit Drogen gehandelt. Eine Verhaftung stehe unmittelbar bevor.

Forderungen nach Geldzahlung werden laut

Wenn das Oper aber bereit ist, zu zahlen, können die Ermittlungen eingestellt werden. Hierzu muss aber wohl eine höhere Geldsumme gezahlt werden, erklären die falschen Mitarbeiter von Europol am Telefon.

Dazu soll man britischen Geldtransferdienstleister Wise ein Konto eröffnen und über dieses einen höheren vierstelligen Geldbetrag an ein ausländisches Kreditinstitut überweisen. Die Kontoeröffnung bei Wise wird als Serviceleistung vom angeblichen Europol-Mitarbeiter am Telefon begleitet.

Opfer sollten Strafanzeige erstatten

"Wer tatsächlich Geld überwiesen hat, sollte umgehend Kontakt zum eingebundenen Zahlungsdienstleister und zur eigenen Bank aufnehmen, um den Sachverhalt zu schildern", erklärt Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg. Zudem rät die Verbraucherschützerin, Strafanzeige zu erstatten. Das sei bei jeder Polizeidienststelle oder auch online möglich.

Handy-Fallen: Abofallenbetrug beim Handy trotz Drittanbieter Schutz

Dabei hatte Stiftung Warentest schwere Vorwürfe gegen die Bundesnetzagentur erhoben, so soll diese "Blind" sein. Daher hatten wir bei der Bundesnetzagentur damals nachgefragt, die Antworten waren sicherlich bemerkenswert auf unsere Fragen. Die Folge war, dass es seit dem Februar 2020 die Drittanbieter Sperre bei der Mobilfunkabrechnung gibt. Betrogen wird aber weiterhin, so Stiftung Warentest.

Damals gab es dann durch die Bundesnetzagentur eine verordnete Rückerstattung bei den betroffenen Kunden. Allerdings gibt es nun laut den Testern von Stiftung Warentest weitere Betrugsfälle, welche man als "Grauzone" betrachtet. So würden man weiterhin gegen geltendes Recht verstoßen. Die Tester fanden sogar Fälle, in denen die Abrechnungen unter "eigene Leistungen" aufgeführt waren. Daher greift hier der Drittanbieter-Schutz auch nicht mehr.

Handy-Abofallen Betrug: Abofallenbetrug beim Handy trotz Drittanieter Schutz
Abofallenbetrug beim Handy durch falschen Klick
-Bild: Twitter.com

So fand ein Kunde auf der Handyrechnungen von Congstar, ein Tochterunternehmen der Telekom, insgesamt mehr als 16 Euro für Spiele. Die Verbraucherbeschwerde bei Congstar über den nicht gewollten "Kauf" bei Google Play war zunächst erfolglos. Erst durch eine Anfrage von Finanztest gab es das Geld zurück.

Bei der Ursachenforschung gab es von Seiten der Telekom keine schlüssige Antwort. Es wurden wohl "anscheinend verschiedene Apps genutzt", so ein Sprecher. Ein "anscheinend" ist aber kein Kaufbeleg.

Auch gab es Probleme bei einer Abrechnung von Mobilcom-debitel, wo laut den Testern sich der Anbieter in "Widersprüche verwickelte. Dabei ging es um einen Schaden von 130 Euro für Abo-Dienste. Was der genaue Grund der Abbuchungen war, konnte man nicht feststellen. Die Aussagen von Mobilcom gingen von "Drittanbieter-Abrechnung" bis hin zu angeblich abonnierten "Info­Diensten" oder "Mehrwertdiensten", so Stiftung Warentest.

41.000 mal Abofallenbetrug beim Handy --Schwere Vorwürfe gegen die Bundesnetzagentur

Betroffen waren damals auch Kunden von den Anbietern mobilcom-Debitel, Vodafone und Klarmobil. Dabei ist es zu falschen und somit zu überhöhten Rechnungen gekommen. So haben die Mobilfunkanbieter für Drittanbieterdienstleistungen entsprechende Posten in Rechnung gestellt, die die Kunden gar nicht bestellt haben.

Die Kunden wurden aufgefordert zu zahlen, auch wenn gar kein rechtskräftiger Vertrag zustande gekommen ist. So konnten immerhin die Kunden anhand eines Musterbriefs von Stiftung Warentest das Geld erstattet bekommen.

Laut Stiftung Warentest vom 16. September 2019, hatte sich die Bundesnetzagentur zuvor mit "beschwichtigender Auskunft von Vodafone zufriedengegeben". Dabei gehen die Tester noch weiter. Die Behörde sei offenbar auch "blind für das gesamte Ausmaß des Kundenbetrugs durch dubiose Drittanbieter - obwohl sie seit gut zwei Jahren in einem 'Festlegungsverfahren' nach einem besseren Schutz von Mobilfunkkunden vor unseriösen Drittanbietern sucht.".

Nachgefragt bei der Bundesnetzagentur

Wir hatten damals bei der Bundesnetzagentur nachgefragt. Immerhin soll die Bundesnetzagentur seit dem 10.Juni 2019 laut der Zeitschrift Finanztest vom Abofallenbetrug gewusst haben und war daher untätig.

Laut der Bundesnetzagentur hatte Vodafone im behördlichen Verfahren Vodafone GmbH zugesagt, sämtlichen betroffenen Kunden die geleisteten Zahlungen ohne weitere Prüfung zurück zu erstatten. Dieses war auch ein Kritikpunkt von der Zeitschrift Finanztest. Die Zeitschrift hatte dazu sogar ein Musterbrief für betroffene Kunden aufgesetzt.

Laut der Bundesnetzagentur soll die Rückzahlung unabhängig davon erfolgen, ob die jeweiligen Kunden Leistungen in Anspruch genommen oder sich bei Vodafone beschwert und der Abrechnung widersprochen haben. Die Rückerstattung ist bei dem Großteil der Kunden seit dem 12. September abgeschlossen. Die Abwicklung kann bei einzelnen Kunden etwas länger dauern.

Bei der Nachfrage von unserer Seite bzgl. eines Inkassoverbotes gab es folgende Antwort(Zitat):

In der Berichterstattung des von Stiftung Warentest angesprochenen Sachverhalts ist es nicht möglich ein Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbot auszusprechen. Die in Rede stehenden Beträge wurden bereits in Rechnung gestellt und einkassiert Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbote greifen also nicht.

Zum Hintergrund:

Es liegt der Bundesnetzagentur keine entsprechende Beschwerdelage seitens betroffener Verbraucher vor. Gleichwohl hat die Bundesnetzagentur zur Klärung des Sachverhalts im Juli 2019 ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und die Vodafone GmbH, im Verfahrensverlauf zudem weitere Unternehmen insbesondere den zwischen Mobilfunkanbieter und Drittanbieter eingeschalteten Aggregator umfangreich angehört.

Bei dem hier geschildertem, nicht ausgeübten rückwirkenden Inkassoverbot, gibt es Ungereimtheiten. Immerhin hatte die Bundesnetzagentur durchaus auch schon mal rückwirkende Inkassoverbote ausgesprochen. Dabei dürfen die Kunden dann Beträge formlos zurückfordern.

So gab es schon mal mindestens ein Fall, dieses war bei einem Rufnummern-Missbrauch laut unseren Recherchen der Fall. Auch gibt es mindestens einen weiteren Fall aus dem Jahr 2007 bei einem "Dialer Einsatz".

Laut der Bundesnetzagentur war der Auslöser der Maßnahmen das Unternehmens Infin. Infin hatte Beschwerden erhalten, denen zufolge im Namen der Infin Drittanbieterleistungen über die Telefonrechnung der Vodafone, der Mobilcom-Debitel und der klarmobil abgerechnet worden waren.

Abgerechnet hatte laut Rechnungstext die Firma Infin. Diese bestreitet dieses und der Rechnungstext wird in der Tat falsch dargestellt. So soll der echte Anbieter die Londoner Texted sein, der Abrechnungsdienstleister ist Mocopay. Dabei steht Texted auf der internen Vodafone-Sperrliste unseriöser Drittanbieter. Trotzdem gab es Rechnung an die Endkunden.

Auch gab es in diesem Jahr rückwirkend beim Rufnummernmissbrauch beim Call by Call ein Inkasso Verbot für die Call by Call Nummer 01048 und 01018.

Mittlerweile kann man eine Beschwerde, wegen falschen Drittanbieter-Rechnungen oder falschen Abbuchungen, sehr schnell und einfach auch Online einreichen.

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