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Digitale Pflege im Alter: Digitales Zuhause statt Pflegeheim

• 24.11.21 In den Zeiten von Corona ist ersichtlich, dass nur wenige Senioren ein Smartphone nutzen. Immerhin nutzen mehr als die Hälfte der Menschen über 65 Jahren in Deutschland kein Smartphone. Allerdings könnte man durch die zunehmende Digitalisierung die Pflege im Alter erheblich erleichtern, so dass Ergebnis einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom.
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Digitales Zuhause statt Pflegeheim: Wie Technologien im Alter helfen können

Durch die Digitalisierung in den eigenen vier Wänden könnte man Senioren unterstützen. So könnte eine Künstliche Intelligenz Stürze vorhersehen und Sensoren, die warnen, wenn der Herd versehentlich eingeschaltet ist, so der Branchenverband Bitkom.

Smartphone Nutzung: Mehrheit der Senioren nutzen kein Smartphone
Smartphone Nutzung: Mehrheit der Senioren nutzen kein Smartphone
-Bild: © PublicDomainPictures ((Pixabay-Lizenz)/ pixabay.com

Auch könnte durch die Digitale Technologien Seniorinnen und Senioren große Potenziale lange selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben. So bieten etwa Smart-Home-Technologien, bei denen Licht, Reinigungsroboter oder Haushaltsgeräte per Stimmbefehl gesteuert werden, Hilfe im Alltag. Aber auch die häusliche Pflege kann von smarten Systemen stark profitieren, indem Pflegende bei körperlichen und organisatorischen Tätigkeiten entlastet werden.

Dazu gibt es nun einen neuen Leitfaden "Digitale Lösungen für das Wohnen im Alter", welchen der Branchen anlässlich des Deutschen Seniorentages in einer aktualisierten Auflage veröffentlicht hat.

"Die Digitalisierung kann Seniorinnen und Senioren wertvolle Dienste leisten und in einer älter werdenden Gesellschaft auch der Schlüssel für ein langes Leben in den eigenen vier Wänden sein", sagt Dr. Ariane Schenk, Bereichsleiterin Health & Pharma beim Bitkom. "Das Thema ist dabei für alle von Bedeutung: Für Familien und Gesundheitswirtschaft, aber auch für die private und kommunale Wohnungswirtschaft.".

So zeigen sich 80 Prozent der 65- bis 74-Jährigen der Digitalisierung grundsätzlich positiv gegenüber. Auch bei den über 75-Jährigen gibt es mit 75 Prozent einen grossen Zuspruch. Zugleich wünschen sich viele aber auch persönliche Hilfsangebote im Umgang mit den Technologien und eine größere Benutzerfreundlichkeit, etwa durch einfachere Bedienoberflächen.

KI-basierte Sturzprävention

Mittlerweile gibt es eine KI-basierte Sturzprävention, bei der ein Algorithmus auf Basis eines einfachen Smartphone-Videos präzise und anatomisch korrekt eine objektive Bewegungsanalyse erstellt, ein individuelles Sturzrisiko ermittelt und persönliche Empfehlungen gibt, um Unfälle zu vermeiden.

Auch können Gesundheits- und Sensordaten Unregelmäßigkeiten im Tagesverlauf eines hilfebedürftigen Menschen erkennen, oder überprüfen, ob dieser nicht vergessen hat, zu trinken, die Medikamente zu nehmen oder Termine einzuhalten.

Smartphone Nutzung: Senioren nutzen selten ein Smartphone

Demnach verwenden 53 Prozent der Befragten über 65 Jahren kein solches Gerät. In der Altersgruppe zwischen 65 und 74 Jahren liegt der Anteil bei 36 Prozent, in der Gruppe über 75 Jahren mit 74 Prozent nochmals deutlich höher. Über alle Altersgruppen hinweg ist der Anteil indes geringer. In der gesamten Bevölkerung gaben nur 21 Prozent an, kein Smartphone zu verwenden, weder privat noch beruflich, so der Branchenverband Bitkom in einer Umfrage.

Smartphone Nutzung: Mehrheit der Senioren nutzen kein Smartphone
Smartphone Nutzung: Mehrheit der Senioren nutzen kein Smartphone
-Bild: © PublicDomainPictures ((Pixabay-Lizenz)/ pixabay.com

Auch andere Technologien sind bei den Über-65-Jährigen wenig verbreitet. Nur die Hälfte der Seniorinnen und Senioren nutzt einen Laptop mit 53 Prozent oder einen Desktop-PC mit 50 Prozent. Trotzdem handelt es sich um die beiden am häufigsten genutzten Gerätekategorien in diesen Altersgruppen.

Ferner nutzen knapp neun Prozent eine Smartwatch. Drohnen und 3D-Drucker spielen in der Altersgruppe so gut wie keine Rolle, heißt es in der Studie. Schlüsselt man die Alstergruppen weiter auf, zeigen sich darüber hinaus deutliche Unterschiede. Die Über-75-Jährigen verwenden die entsprechenden Geräte teils deutlich seltener.

"Die Corona-Krise hat gezeigt, wie groß der Stellenwert von Smartphones in der Gesellschaft ist - ob für die Kontakt-Nachverfolgung oder für die Registrierung im Geschäft. Wer kein Smartphone nutzt, wird häufig davon ausgeschlossen", warnt Anna-Lena Hosenfeld, Geschäftsführerin der Initiative "Digital für alle".

Menschen, die das Internet noch nicht nutzen und gerne bei Aktionen in ihrer Umgebung den Umgang mit dem Smartphone, Tablet oder Computer erlernen möchten, können sich an das Servicetelefon zum Thema Digitalisierung und Bildung für ältere Menschen der Servicestelle "Digitalisierung und Bildung für ältere Menschen" der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V. (BAGSO) wenden. Unter +49 228 249993-50 können Interessierte vorab und am Digitaltag Veranstaltungen, Material zum Umgang mit digitalen Medien oder Tipps zum Aufbau von Bildungsangeboten für ältere Menschen erfragen.

Der Digitaltag ist der bundesweite Aktionstag zur Förderung digitaler Teilhabe und fand erstmals 2020 statt. Trägerin ist die Initiative "Digital für alle", in der 27 Organisationen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Wohlfahrt und öffentliche Hand versammelt sind.

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